Beim Great Barrier Reef: So luxuriös war das schwimmende Hotel(00:30)

Einst koreanisches Friedensprojekt
Kim Jong Un zerstört das schwimmende Hotel

Kim Jong Un stellt die Weichen auf Eskalation mit Südkorea und dem Westen. Jetzt lässt er auch das schwimmende Hotel zerstören. Eine Weltsensation wird dem Erdboden gleich gemacht.
Publiziert: 09.08.2022 um 17:05 Uhr
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Das Barrier Reef Floating Resort eröffnete im März 1988 seine Tore nach einer 5000 Kilometer langen Reise nach Australien.

Es war eine Sensation: das erste schwimmende Hotel der Welt. Gebaut in Singapur, eröffnet das Barrier Reef Floating Resort im März 1988 seine Tore nach einer 5000 Kilometer langen Reise nach Australien. Es bietet seinen Gästen auf sieben Etagen über dem Wasser 200 Zimmer und Suiten und einen exklusiven Zugang zum Great Barrier Reef. Das «Wasser-Hotel» ist ausgestattet mit einem Tennis-Platz, mehreren Restaurants, einem Nachtclub sowie einem Hubschrauber-Landeplatz. Kostenpunkt: 40 Millionen Dollar.

Trotz der Aufmerksamkeit der Weltpresse rentiert das Hotel nicht. Viele Gäste werden während des Aufenthalts seekrank. Die anfängliche Begeisterung wandelt sich schnell in Skepsis. Ein Jahr nach der Eröffnung müssen die Investoren das Hotel verkaufen.

In Vietnam wiederholt sich die Geschichte. Nordkorea greift schliesslich zu und holt das schwimmende Hotel 1997 nach Kosong, einer Bucht in der Region des Touristengebiets Kumgang.

Seit 14 Jahren verwaist

Die Idee des damaligen Machthabers Kim Jong-il (1941-2011): Besucher aus aller Welt sollen sein Land dank der Hotel-Sensation entdecken. Zu Beginn kommen tatsächlich Touristen aus Südkorea – die Zeichen zwischen den beiden verfeindeten Ländern stehen auf Entspannung. Doch 2008 der Eklat. Ein nordkoreanischer Wachmann erschiesst eine südkoreanische Touristin. Der Konflikt flammt wieder auf – das Hotel verwaist.

Seit nun 14 Jahren wartet das schwimmende Resort auf eine definitive Entscheidung über seine Zukunft. Jetzt vermeldet CNN: Das einstige Friedensprojekt Nordkoreas wird auf Anordnung von Machthaber Kim Jong Un (38) zerstört.

Schon früher gabs in der Region Abrisse

Kim Jong Un räumt am Berg Kumgang endgültig auf. Ein Ort, an dem es immer wieder zu seltenen Momente der Versöhnung zwischen den Bürgern der beiden Länder kam. Ein Beamter des südkoreanischen Vereinigungsministeriums erklärte gegenüber CNN, man habe an mehreren Stellen des Berges Kumgang «Demontageaktivitäten» festgestellt. Schon in der jüngeren Vergangenheit gab es immer wieder Berichte, wonach Gebäude am Fusse des Berges abgerissen worden sein sollen.

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Von spezieller Strahlkraft ist das sogenannte Rest House. Hier haben in der Vergangenheit die viel beachteten Zusammenführungen von getrennten Familien aus dem Süden und dem Norden stattgefunden. Jetzt soll es dem Erdboden gleich gemacht werden. Gleiches gilt für das Büro eines südkoreanischen Unternehmens, das für die Verwaltung des Touristengebiets zuständig ist.

Das schwimmende Hotel, das Rest House und das südkoreanische Touristenbüro – Kim Jong Un macht ernst. Laut den Vereinten Nationen bereitet sich Nordkorea auch auf seinen ersten Atomtest seit 2017 vor. Die Zeichen stehen auf Eskalation.



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