Die Flop 5
Mit diesen Firmen identifizieren sich Schweizer am wenigsten

Eine neue Studie zeigt, welche Marken und Firmen der Schweizer Bevölkerung besonders ans Herz gewachsen sind. Und welche die Befragten am stärksten kaltlassen. Die Flop 5.
Publiziert: 25.01.2024 um 20:04 Uhr
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Aktualisiert: 25.01.2024 um 20:21 Uhr
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Platz 5: Syngenta.
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Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft

Lange nicht allen Firmen gelingt es, die Zuneigung der Schweizer Bevölkerung zu gewinnen. Die Studie von Fehr Addie & Partners zum Identitätsindex zeigt, welche fünf Firmen die Herzen der Befragten am wenigsten erobert haben. Erreicht eine Firma weniger als 50 Punkte, fühlen sich die Befragten nur wenig oder gar nicht mit ihr verbunden.

Das Beratungsunternehmen reiht die fünf Schlusslichter der 89 Firmen auf: Syngenta landet mit 38,5 Punkten auf dem 5. Platz. Der Konzern zählt zu den weltweit grössten Produzenten von Pflanzenschutzmittel und Saatgut. Doch Syngenta beliefert andere Firmen und Landwirte und nicht die Konsumenten im Land. Ohne direkten Kontakt zur Bevölkerung ist der Gewinn von Zuneigung schwierig. Syngenta selbst sagt auf Anfrage von Blick, dass man die Methodik der Studie nicht kenne und sich deshalb nicht dazu äussert.

Grosse Unterschiede zwischen Kunden und Nicht-Kunden

Taucht der Name Syngenta doch einmal in der breiten Öffentlichkeit auf, ist der Grund aus Konzernsicht oft unerfreulich: beispielsweise hitzige Diskussionen über Grenzwerte von giftigen Inhaltsstoffen in Pestiziden. Oder NGOs erheben schwerwiegende Vorwürfe.

Auch mit Uber will sich die Bevölkerung nicht wirklich identifizieren. Der Fahrdienstleister erreicht 38,1 Punkte. Woran das liegt? Die Blick-Anfrage läuft ins Leere. Die Umfrage zeigt jedoch: Zumindest Kunden fühlen sich Uber durchaus nahe. Alle anderen jedoch gar nicht. Das Unternehmen steht seit der Gründung 2009 immer wieder in der Kritik: Traditionelle Taxi-Unternehmen wehklagen über die tiefen Uber-Preise. Hinzu kommen Vorwürfe, dass Uber die Fahrer ausbeute. 

Auf dem Podest der drei Firmen mit dem tiefsten Identifikationsgrad landet die Zürcher Privatbank Vontobel. Für sie gibt es 37,1 Punkte. Vontobel ist auf die Verwaltung von Vermögen reicher Kunden oder institutioneller Anleger spezialisiert. Otto Normalbürger hat mit der Bank folglich kaum Berührungspunkte. Aus Banksicht erfreulich: Gegenüber der letzten Umfrage 2021 konnte Vontobel ganze 15,3 Punkte zulegen. 

Firma zeigt sich überrascht

Auf dem zweitletzten Platz steht der Detailhändler Spar. Dort zeigt man sich auf Anfrage überrascht, dass man überhaupt auf einer Liste mit vielen Grosskonzernen auftaucht. «Verglichen mit den grössten Schweizer Firmen schneidet Spar mit einem Marktanteil von unter 3 Prozent recht gut ab», schreibt die Medienstelle und ergänzt: «Interne Auswertungen zeigen: Die Kundenzufriedenheit bei den Spar-Kunden ist sehr hoch.» 

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Der letzte Platz geht mit 32,6 an Assura. Die Krankenkasse hatte 2023 bei Kunden für viel Unmut gesorgt, indem sie Rechnungen erst stark verzögert rückerstattete. Schuld war eine technologische Umrüstung. Gemäss Assura gehört das jedoch der Vergangenheit an. «Der Erstattungszeitraum beträgt 14 Tage und 90 Prozent der Telefonanrufe werden innerhalb von zwei Minuten beantwortet.» Die nächste Befragung in drei Jahren wird zeigen, ob sich die Versicherung mit ihrem verbesserten Service in den Herzen der Schweizer Bevölkerung einnisten kann.

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