Deutsch, Französisch und ganz viel Mathematik
Der grosse Nachhilfe-Report

Das Vermittlungsportal Tutor24.ch hat für BLICK 20’000 Datensätze ausgewertet. Wofür suchen Schüler und Studenten Nachhilfe, was kostet sie und wo liegen die kantonalen Unterschiede?
Publiziert: 16.12.2016 um 18:35 Uhr
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Aktualisiert: 05.10.2018 um 06:37 Uhr
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Nicht nur Schüler, auch Studenten brauchen Nachhilfe. Vermittlungsplattformen wie Tutor24.ch haben sich darauf spezialisiert.
Ulrich Rotzinger

Laut der aktuellen Pisa-Studie sind die Schweizer 15-Jährigen beim Rechnen europaweit spitze. Kein Wunder. Der Nachwuchs tut auch was dafür. «Mathematik ist mit grossem Abstand das Nachhilfefach Nummer 1 in der Schweiz», sagt Christoph Seitz (38), Marketing-Verantwortlicher bei der Lemonfrog AG. Das 2007 gegründete Unternehmen betreibt Vermittlungsportale zur «Unterstützung für alle Lebenslagen» wie Tutor24.ch.

Letztere ist nach eigenen Angaben die schweizweit führende Plattform für Nachhilfevermittlung. Seitz hat für BLICK 20’000 Datensätze ausgewertet, wofür Schüler und Studenten Nachhilfe suchen, was sie kostet und wo die nationalen Unterschiede liegen.

«Chinesisch für 2-jähriges Baby gesucht»

In 50 Prozent aller Fälle betreffen Suchanfragen die Mathe-Nachhilfe, gefolgt von Deutsch-Nachhilfe (24 Prozent), Französisch und Englisch (je 18 Prozent) und Naturwissenschaften (12 Prozent). Die hohe Nachfrage nach Deutsch-Tutoren könnte laut Seitz damit zusammenhängen, dass man Hochdeutsch für den schulischen, aber auch beruflichen Erfolg stark braucht. «Eltern sind bereit, hier Geld zu investieren.»

Es gibt auch kuriose Nachhilfeanfragen, zum Beispiel Hilfe für «Richtig essen», «Chinesisch für 2-jähriges Baby» oder «Schweizerdeutsch», sagt Seitz.

Berner suchen am meisten nach Deutsch-Nachhilfe

Interessant ist auch ein Blick auf die grössten Kantone: Zürich hat die meisten Nachhilfeschüler proportional zur Bevölkerungsgrösse (Faktor 1,5 gegenüber Bern). Laut Tutor24.ch hängt das auch mit der grossen Auswahl und Verfügbarkeit von Nachhilfelehrern zusammen.

Im Kanton Bern wird besonders viel nach Deutschnachhilfe gesucht – in 40 Prozent aller Anfragen gegenüber 24 Prozent im Schweizer Schnitt. Der Kanton Genf schiesst bei Nachhilfegesuchen für Englisch obenaus – 30 Prozent gegenüber 18 Prozent im Schweizer Schnitt. Und in Basel-Stadt, wo besonders viele Pharmafirmen ihren Sitz haben, sind die Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik der Nachhilferenner.

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Die Spanne der Ansätze reicht von 28.50 bis 37 Franken pro Stunde.

Nachhilfe kostet im Schnitt 33 Franken pro Stunde

Wie viel müssen die Nachhilfeschüler ihren Tutoren abdrücken? Laut Seitz ist das Nachhilfeangebot in St. Gallen mit im Schnitt 28.50 Franken pro Stunde am günstigsten. Am meisten muss man für den Nachhilfelehrer in den Kantonen Zürich und Zug bezahlen (im Schnitt 37 Franken). Ziemlich teuer ist die Nachhilfe in den Kantonen Schaffhausen, Schwyz und Basel-Stadt (34 Franken).

Der gesamtschweizerische Schnitt liegt bei 33 Franken pro Stunde. Dieser sei aber in die Höhe getrieben vom Preisniveau in Zürich. Zwischen den einzelnen Fächern gebe es keine grossen Preisunterschiede.

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