Deal mit Drogerie-Riese Rossmann
Denner verkauft wieder Bio-Lebensmittel

Überraschend nimmt Denner wieder Bio-Lebensmittel ins Regal. Diese stammen vom deutschen Drogerie-Riesen Rossmann. Ob die Kunden bei EU-Bio anbeissen?
Publiziert: 09.02.2019 um 12:10 Uhr
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Aktualisiert: 05.03.2019 um 17:15 Uhr
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Der Discounter Denner nimmt Bio-Produkte der deutschen Drogerie-Kette Rossmann in die Regale.
Ulrich Rotzinger

Rossmann ist der deutsche Drogerie-Riese, mit dem Denner seit gut eineinhalb Jahren zusammenspannt. Bislang führte der Discounter lediglich dessen Kosmetik- und Pflegemittel der Marke Isana im Angebot. Dafür flog die eigene Körperpflege-Linie von Denner aus dem Regal.

Jetzt zurrt die Migros-Tochter auch bei Lebensmitteln die Zügel fest. Das neue Pferd im Denner-Stall beliefert den Discounter künftig auch mit Bio-Lebensmitteln. Isana für die Haut, nun gibts Enerbio für den Magen. Erste Testfilialen wie in Schaffhausen haben die Bio-Eigenmarke von Rossmann bereits in den Regalen. Die schweizweite Lancierung soll gemäss Informationen von BLICK noch im Februar stattfinden. 

«Erschwingliche Nachhaltigkeit»

«Wir möchten, dass Nachhaltigkeit für alle erschwinglich ist», sagt Denner-Sprecherin Grazia Grassi zum EU-Billig-Bio. Auf der Rossmann-Webseite heisst es, dass «Enerbio auf künstliche Zusätze und den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, mineralischen Stickstoffdüngern und natürlich auch auf Gentechnik» verzichte. Dies im Sinne der EU-Öko-Verordnung.

Warum nicht strengeres Bio von Schweizer Bauern? «Schweizer Bio würde das Preisniveau im Discountkanal überschreiten», sagt Grassi. Will heissen: Das würde sich für Denner nicht rechnen. «Die Preise für Enerbio sind auf Schweizer Discountniveau.»

Preisbeispiel: Enerbio-Kaffee Espresso (1000 g) kostet bei Denner 13.95 Franken. Für Migros-Bio-Kaffee zahlen Kunden 13.60 Franken, dafür gibt es aber nur 500 g. Insgesamt nimmt der Discounter fast 50 Bio-Nahrungsmittel von Rossmann ins Regal.

Als Ergänzung zu IP-Suisse-Produkten

Dazu gehören Frühstücksprodukte, Kokos- und Olivenöl, Spaghetti oder Risotto, aber kein Fleisch, betont Sprecherin Grassi. Welche Produkte dafür aus dem Regal fliegen, kann sie nicht beantworten. «Grössere Filialen schaffen Platz für das zusätzliche Angebot. Kleinere Filialen entscheiden individuell, welche Produkte weichen müssen.»

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Dabei ist Bio für die Migros-Discounttochter kein Neuland. Vor gut zweieinhalb Jahren flog der IP-Marienkäfer bei Denner ein. Ein Grossteil der Bio-Ware flog dagegen raus. «Viel Natur zu Discountpreisen», bewarb Denner damals den IP-Suisse-Deal.

Das Label steht für Lebensmittel von Schweizer Landwirten, die irgendwo zwischen konventionell und biologisch produziert werden. Das Angebot mit heute über 70 IP-Suisse-Produkten – darunter auch Fleischwaren – soll nun mit Rossmann-Bio nachhaltig ergänzt werden. Jetzt müssen nur noch die Kunden anbeissen.

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