Datenschützer alarmiert
So überwacht die Migros ihre Kunden

Vier regionale Genossenschaften der Migros setzen intelligente Kamerasysteme ein. Sie können sogar die Haarfarbe oder das Geschlecht von Kunden erkennen.
Publiziert: 26.01.2020 um 15:09 Uhr
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Aktualisiert: 26.01.2020 um 16:25 Uhr
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Die Migros testet eine neue Überwachungssoftware.

Die Migros Zürich testet intelligente Überwachungskameras. Sie können im Nachhinein Kunden nach bestimmten Merkmalen wie Körpergrösse, Geschlecht, Haarfarbe und dergleichen filtern. Die neue Software erlaubt den Hausdetektiven eine schnellere Identifiktation von Verdächtigen. Konkret: Dauerte das Sichten eines Überwachungsvideos bisher mehrere Stunden, braucht es neu nur noch eine halbe Stunde.

Laut Informationen der «NZZ am Sonntag» experimentieren auch die Regionalgenossenschaften Basel, Neuenburg-Freiburg und Genf mit intelligenten Kameras. Schweizweit soll das «wohl in zirka fünf bis acht Filialen» der Fall sein. Flächendeckend in allen Filialen würden die neuen Kameras nach Ablauf der Testphase aber nicht eingesetzt.

Aufnahmen werden regelmässig gelöscht

Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte interveniert laut dem Artikel der «NZZ am Sonntag», nachdem der erste Pilotversuch der Migros Zürich bekannt geworden war. «Wir haben die Migros vor drei Monaten angeschrieben im Hinblick auf Fragen zur Videoüberwachung», bestätigt ein Sprecher der Datenschutzbehörde gegenüber der Zeitung.

Die Migros habe versichert, dass das Videomaterial nicht mit anderen Regionalgesellschaften ausgetauscht werde. Zudem würden keine biometrischen Daten gespeichert. Und sämtliche Aufnahmen regelmässig gelöscht.

Nicht länger als fünf Tage aufbewahren

Besonders intensiv überwacht wird der Kassenbereich – vor allem wegen der Self-Checkout-Kassen. Auch in der Kosmetikabteilung, bei Kleidern und Schuhen schauen die Kameras ganz genau hin. Dort sind Langfinger besonders gerne aktiv.

Videobilder aus dem Ladeninnern dürfen nicht länger als fünf Tage aufbewahrt werden. Solche aus dem Bereich der Kassen nicht länger als einen Monat. Die Kunden werden zudem mit Symbolen beim Eingang auf die Überwachung hingewiesen. «Solange die Migros diese Datenschutzgrundsätze einhält, besteht ein berechtigtes Interesse der Migros für den Einsatz dieser Kameras», sagt der Datenschützer. (pbe)

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