Das neue Design der traditionellen Bündner Biermarke Calanda gibt am Stammtisch zu reden. Und zwar nicht, weil es besonders originell ausgefallen ist. Sondern weil die Berglandschaft auf Flaschen und Bierbüchsen frei erfunden ist, wie die «Handelszeitung» berichtet.
Weder das Churer Calanda-Massiv, das dem Gerstensaft seit Ewigkeiten seinen Namen gibt, noch ein anderer Bündner Gipfel – von denen es wahrlich genug gäbe – ist auf den Etiketten abgebildet.
Zu sehen ist neu ein am Computer entworfenes Fantasiegebirge samt Bergsee – der erst noch verdächtig an den idyllischen Seealpsee am Fusse des Alpsteingipfels Säntis auf den Quöllfrisch-Flaschen erinnert. Ein Schelm ist, wer denkt, dass sich die Marketing-Experten des Heineken-Konzerns vom Design des Appenzeller Biers inspirieren liessen.
Verbundenheit mit der Heimat
Ein Heineken-Sprecher beschwichtigt denn auch: «Calanda ist eine nationale Marke», sagt er der «Handelszeitung». Das Bier sei nicht nur im Bündnerland bekannt. Es werde in der ganzen Schweiz verkauft und getrunken. Darum habe man eine Landschaft mit See geschaffen. «In Anlehnung an die Bündner Bergwelt», sagt der Sprecher.
Mit dem neuen Design wolle man die Verbundenheit mit der Heimat zeigen. Immerhin: Der Steinbock, das Bündner Wappentier, wurde nicht angetastet. Das Logo nur sanft verändert. Auch am traditionellen Gelb halten die Macher fest.
Calanda und die Fettnäpfchen
Es ist nicht das erste Mal, dass Calanda ins Fettnäpfchen tritt. Vor eineinhalb Jahren feierte Besitzer Heineken die 150 Jahre Erstbesteigung des Matterhorns mit einem Spezialbier. Das Matterhorn auf der Calandaflasche kam bei Bündner Biertrinkern aber nicht gut an. Auch als Calanda ein Panaché unter dem deutschen Namen «Radler» lancierte, mussten die Bierbrauer Spott über sich ergehen lassen.