Darum gehts
- Hein Schumacher wird neuer Barry Callebaut CEO ab nächster Woche
- Restrukturierung «BC Next Level» sparte 250 Millionen Franken ein
- Barry Callebaut Aktie stieg über 3 Prozent nach CEO-Wechsel
Unerwarteter Wechsel an der Spitze von Barry Callebaut: Der frühere Unilever-CEO Hein Schumacher (54) übernimmt den CEO-Post bei dem mit sinkenden Absätzen kämpfenden Schokoladenkonzern – und zwar bereits ab kommender Woche. Der bisherige Chef Peter Feld (60) verlässt das Unternehmen nach Abschluss des Transformationsprogramms «BC Next Level», wie Barry Callebaut am Mittwoch mitteilte.
Seit April 2023 war Feld CEO des Schweizer Konzerns mit Sitz in Zürich. Er führte das Unternehmen durch eine Phase stark steigender Kakaopreise, volatiler Märkte und geopolitischer Unsicherheiten. Für die Übergabe stehe Feld dem Unternehmen weiterhin zur Verfügung, um insbesondere Wissen aus dem Transformationsprogramm weiterzugeben, hiess es.
Feld war nicht unumstritten. Die Aktie des Schokoladenherstellers hat sich seit dem Höchststand 2022 inzwischen praktisch halbiert. Die Restrukturierung «BC Next Level» für mehr Effizienz, Digitalisierung und Profitabilität sah unter anderem Einsparungen von 250 Millionen Franken vor. Feld wurde dabei ein unzimperliches Vorgehen vorgeworfen.
Neuer CEO hat viel Erfahrung in Nahrungsmittelindustrie
Der Verwaltungsrat begründete die Ernennung Schumachers mit dessen langjähriger Erfahrung in der globalen Nahrungsmittelindustrie und seiner ausgewiesenen Erfolgsbilanz bei der Steigerung des Aktionärswerts. Schumacher war zuletzt von 2023 bis 2025 CEO von Unilever und setzte dort einen Wachstumsplan mit Fokus auf margenstarke Kernmarken um. Zuvor führte er während mehreren Jahren den Molkereikonzern Royal Frieslandcampina und hatte dort auch die Funktion des Finanzchefs inne.
Der neue CEO bringe Erfahrung aus B2C- und B2B-Geschäften sowie aus dem Umgang mit volatilen Rohstoffmärkten mit und sei damit gut positioniert, um die nächste Wachstumsphase von Barry Callebaut einzuleiten, hiess es weiter. Schumacher selbst sprach von einem «spannenden Wendepunkt» für das Unternehmen und kündigte an, den Fokus auf Kundenorientierung, Unternehmenskultur und finanzielle Stärke zu legen.
An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Die Aktie legte deutlich zu, wobei Analysten insbesondere den CEO-Wechsel begrüssten. Derzeit liegt das Barry-Callebaut-Papier über 3 Prozent im Plus. Der designierte Konzernchef geniesse hohes Ansehen bei Investoren, hiess es. Gleichzeitig blieben die Erwartungen an eine rasche operative Erholung angesichts der schwachen Volumenentwicklung gedämpft.