Darum gehts
- Die Kita Rambazamba in Oberwil BL befindet sich in finanzieller Schieflage
- Gründerin und Leiterin Cécile Mollenkopf strich deshalb bereits ihren 13. Monatslohn
- Konkurrenz durch stark subventionierte Kitas in Basel-Stadt verschärft die finanzielle Not
Das Tagesheim Rambazamba in Oberwil BL steht vor einer ungewissen Zukunft. Leiterin Cécile Mollenkopf (44) ist von Sorgen geplagt. Die Baslerin kämpft gerade mit allen Mitteln, ihre Kita nach 16 Jahren Betrieb zu retten. Darüber berichtet die «Basler Zeitung». Der Grund: «Unsere finanziellen Reserven sind aufgebraucht», schreibt Mollenkopf in einem brieflichen Appell an 50 wichtige Adressaten aus der Region. Darin bittet sie um Hilfe. Die Existenz der Kita sei bedroht.
Als Massnahme hat Leiterin Mollenkopf bereits ihren eigenen 13. Monatslohn gestrichen, um Entlassungen zu vermeiden. Konkretere Pläne zur Kosteneinsparung hat sie bislang nicht, sagt die Kitaleiterin im Gespräch mit Blick. Doch sie spiele mit dem Gedanken, ein Darlehen aufzunehmen, um ihrem Betrieb aus der finanziellen Schieflage zu helfen. «Das versuche ich aber, so lange es geht, hinauszuzögern», räumt Mollenkopf ein. Denn das Darlehen zurückzuzahlen, wäre wiederum schwierig.
Subventionierte Kitas in der Stadt verschärfen Krise
Die Kita in Oberwil – gut vier Kilometer von Basel-Stadt entfernt – ist in den letzten Jahren zunehmend unter Druck geraten. Besonders, seit der städtische Halbkanton seine Kinderbetreuungsplätze massiv subventioniert. Mit einer Unterstützung von 97 Millionen Franken im Jahr 2024 zahlen Eltern in Basel-Stadt deutlich weniger für einen Kitaplatz. Ein Vollzeitplatz kostet dort monatlich maximal etwa 1600 Franken. Im Baselbiet sind es bis zu 2600 Franken. Dazu verdienen die Kinderbetreuerinnen in Basel-Stadt bis zu 1000 Franken mehr. Der finanzielle Unterschied zieht nicht nur Eltern, sondern auch Fachkräfte in die Stadt.
Die Kita Rambazamba hat, anders als andere Baselbieter Betriebe, bisher keine Angestellten oder Familien an die Stadt verloren. Allerdings fehlen die Neuzuzüger, die bei Mollenkopf oft im August dazukamen, sagt die Unternehmerin. «Meistens waren es vier Kinder, die neu nach Oberwil gezogen sind. Letztes Jahr waren es keine. Das gibt ein finanzielles Loch.»
Die Gemeinde Oberwil zahlt zwar für jeden bewilligten Kitaplatz fünf Franken extra, um den Druck aus der Stadt zu mindern. Mollenkopf nennt dies gegenüber der «Basler Zeitung» aber «einen Tropfen auf den heissen Stein».
Verein will helfen
Nach ihrem brieflichen Hilferuf erhielt Mollenkopf bislang zwei Spenden: von einer Kirche und einer SP-Politikerin. Trotz der bisher geringen finanziellen Unterstützung sei sie nicht enttäuscht. «Ich habe damit gerechnet», sagt sie. Viele hätten ihr und ihrem Team Respekt gezollt. «Aber sie meinten auch, dass sie selber nicht einspringen können.» Ausser ein Verein, der Hilfe anbot, so Mollenkopf.
Langfristig zeichnet die Kitaleiterin düstere Szenarien für das Rambazamba. «Das Schlimmste wäre, als Erstes die 13. Monatslöhne zu kürzen», sagt sie. «Dann beim Personal Abstriche zu machen. Und dann käme das Problem von schlechter Betreuungsqualität wegen fehlendem Personal hinzu, was ich als Letztes möchte.» Sollte die Qualität der Betreuung leiden, schliesst sie auch eine Schliessung der Kita nicht aus. «Ich habe mir immer versprochen, nur eine qualitativ gute Kita zu führen mit genügend Personal für die Kinder.» Traurig schiebt sie nach: «Wenn ich das nicht mehr anbieten kann, würde ich es nicht mehr verantworten wollen.»