Bankenmonitor 2025 zeigt
Schweizer vertrauen weniger in hiesige Banken

Gemäss dem neu veröffentlichten Bankenbarometer beurteilen 53 Prozent Banken als «positiv». Das Vertrauen hat seit 2021 schrittweise abgenommen.
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Laut Studie haben Schweizer Banken weiter an Vertrauen verloren.
Foto: Keystone/Ennio Leanza

Darum gehts

  • Schweizer Banken behalten Grundvertrauen, jedoch nimmt Kritik an Profitstreben zu
  • 53 Prozent bewerten Banken positiv, Vertrauen sinkt auf Niveau von 2008
  • 83 Prozent sind mit ihrer Hausbank zufrieden, Studienzeitraum Oktober 2025
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Grundsätzlich geniessen Schweizer Banken aber weiterhin ein solides Grundvertrauen in der Bevölkerung, lautet der Befund der Studie, die jährlich von der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) durchgeführt wird. Gleichzeitig wächst die Kritik am Bankenplatz. Die Wahrnehmung von übermässigem Profitstreben und mangelnder Nachhaltigkeit trüben das Image.

So beurteilen noch 53 Prozent der Bevölkerung Banken «positiv», wie die repräsentative Meinungsumfrage zeigt. Damit sei das Vertrauen wieder auf das Niveau von vor der Finanzkrise 2008 gesunken, heisst es. 

Über die Hälfte assoziiert Banken mit Geldwäsche und Skandalen

Seit 2021, als die Zustimmungswerte im Zuge des Covid-19-Kreditprogramms auf 75 Prozent hochschnellten, nimmt das Vertrauen laut Studie schrittweise ab. «Diese Entwicklung kann darauf hindeuten, dass Banken vermehrt als unter Druck stehend wahrgenommen werden», so die Studie.

Die Bedeutung der Banken für Wohlstand und Stabilität werde aber klar anerkannt. Dennoch kritisierten rund 75 Prozent der Befragten, dass die Finanzinstitute ihren Profit stärker gewichten als gesellschaftliche Verantwortung. Auch Assoziationen mit Geldwäscherei und Finanzskandalen blieben präsent (61 Prozent).

Zudem wird das Nachhaltigkeitsengagement der Banken zunehmend hinterfragt: Demnach glaubt nur noch eine knappe Mehrheit, 52 Prozent, dass Banken heute nachhaltiger agieren als vor fünf Jahren - ein Rückgang um 15 Prozentpunkte seit 2022/2023.

Nutzung von KI bereitet vor allem Älteren Sorge

Auch mit Blick auf die Digitalisierung ist die Skepsis gestiegen. Vor allem die Nutzung von Künstlicher Intelligenz polarisiere, insbesondere bei älteren Menschen, heisst es in der Studie. Am meisten Sorge bereitet der mögliche Verlust des persönlichen Kundenkontakts sowie Sicherheitsrisiken und Arbeitsplatzverluste durch Automatisierung.

Im Vergleich zum Bankenwesen im Allgemeinen fällt die Bewertung der eigenen Bank deutlich positiver aus. 83 Prozent der Befragten zeigen sich zufrieden. Sicherheit, Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit werden hoch eingeschätzt, während Nachhaltigkeit auch im direkten Verhältnis zur Hausbank zunehmend an Bedeutung verliert. Befragt wurden 1005 stimmberechtigte Personen in der Schweiz zwischen dem 9. und 31. Oktober 2025.

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