Luxushotel Five in Zürich: Sitzt hier Kabir Mulchandani auf einem gefälschten Sofa?(03:16)

«45 Minuten auf Getränke gewartet»
Gäste lästern über neues Zürcher Edel-Hotel

Vor einer Woche hat das frühere Hotel Atlantis als Hotel Five in Zürich wiedereröffnet. Die Betreiber wollen es zum In-Place der Stadt machen. Erste Gäste konnten sie aber nicht überzeugen. Der indische Milliardär nimmt gegenüber Blick Stellung zu den Vorwürfen.
Publiziert: 08.07.2022 um 15:34 Uhr
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Aktualisiert: 10.07.2022 um 12:42 Uhr
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Das frühere Hotel Atlantis hat nach einem gründlichen Umbau als Five wieder offen.
Patrik Berger

Das ehemalige Hotel Atlantis am Fusse des Uetlibergs ist seit einer Woche wieder offen. Der indische Milliardär Kabir Mulchandani (47), Unternehmer und Besitzer der Luxushotel-Kette Five, die weltweit noble Häuser ihr Eigen nennt, hat das legendäre Hotel gekauft. Und Millionen in den Umbau gesteckt.

Mit einem neuen Konzept will er eine neue Kundschaft ansprechen. Auch junge, hippe Stadtbewohner, die sich bei Musik vergnügen oder Poolpartys feiern. «Das Five soll Leute ansprechen, die feines Essen und Musik lieben, die unterhalten werden und Zeit mit anderen verbringen wollen», sagte Mulchandani bei der Eröffnung Anfang Juli zu Blick. Er will das Hotel zur prominentesten Lifestyle-Location der Schweiz machen.

Doch wie kommt das bei den anspruchsvollen Zürcher Gästen an? Ein Blick auf die Bewertungen bei Google zeigt, dass längst nicht alle zufrieden sind. Neben vielen positiven Kommentaren liest man auch zahlreiche, die wie die folgenden lauten: «Wir waren heute mit Reservation im Restaurant Soul Street. Die Organisation ist chaotisch. Bis wir am reservierten Tisch angekommen sind, vergingen erst einmal 15 bis 20 Minuten», schreibt ein Gast.

«Bedienung völlig überfordert»

Eine andere Besucherin des Five berichtet: «Die Bedienung ist völlig überfordert und hat von sechs Bestellungen lediglich zwei Menüs richtig serviert. Alles andere wurde falsch oder bis zum Schluss gar nicht serviert. Es war aber auf der Schlussrechnung drauf, erst auf meine Reklamation wurde es storniert.»

Mit dem Service scheint es noch Probleme zu geben. «Er ist sehr langsam und schlecht. Für vier Getränke haben wir 45 Minuten gewartet, das Lokal war aber nicht voll», schreibt ein weiterer Gast. Damit nicht genug: «Auf die ersten Vorspeisen haben wir anderthalb Stunden gewartet! Das ist richtig enttäuschend.»

Sofas auf dem WC

Auch das neue Konzept wird von Gästen infrage gestellt. «Das Konzept ist mir ein Rätsel. Wieso stellt man Sofas in die Toiletten? Wieso umrandet man im Lift einen Knopf grün, wenn der Ausgang in einem anderen Stock liegt? Und warum wird so gutes Essen mit so einem unterirdischen Service kombiniert?», fragt sich ein Besucher. Immerhin habe er nach langem Warten sein Essen noch bekommen. Im Gegensatz zu anderen Gästen, die hungrig wieder von dannen gezogen seien.

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Die Eröffnung sei ein grosser Flop gewesen, beklagt sich ein anderer Besucher. «Von einem 5-Sterne-Haus sollte man schon mehr erwarten können. Die Mitarbeiter waren überfordert. Vom Kellner bis zum Management. Schade.»

Damit nicht genug: «Wir waren heute mit Reservation im Soul Street Restaurant. Bis wir am reservierten Tisch angekommen sind, vergingen erste einmal 20 Minuten. Anschliessend bis zur Aushändigung der Menukarten nochmals 10 Minuten. Bis zum Aschenbecher sogar nochmals sage und schreibe 30 Minuten», beklagt sich ein weiterer Gast.

«Bis zum Bezahlen wollten wir erst gar nicht warten, dann sässen wir jetzt noch dort, jedoch wollten wir noch etwas vom Freitagabend haben. Die Location ist grundsätzlich toll, aber nicht mit diesem elendigen Service. Zudem spricht fast niemand Deutsch.»

Und wie reagiert das Hotel auf die Kritik im Netz? Die Reklamierenden erhalten eine Standardantwort. «Vielen Dank für Ihr Feedback. Wir haben Ihre Erfahrungen mit dem Team geteilt und würden uns freuen, mit Ihnen in Kontakt zu treten.»

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«Das Team ist mit Feuereifer bei der Sache»

Zu Blick sagt Hotelunternehmer Kabir Mulchandani: «Wir freuen uns sehr über das riesige Interesse an unserem Hotel, unseren Restaurants und unserem Nachtclub sowie über all die vielen Gäste, die seit unserer Eröffnung letzte Woche aus der ganzen Welt angereist sind, um das Five zu besuchen.»

Und weiter: «Das Team ist mit Feuereifer daran, Prozesse zu optimieren, um diesem grossen Interesse gerecht zu werden.» Man sei dankbar für die vielen positiven Feedbacks, die man erhalte. «Wir freuen uns darüber, dass wir momentan das am besten bewertete Hotel in Zürich mit 9.4 Punkten auf Booking.com sind», sagt der Milliardär.

Er entschuldigt sich für allfällige Unannehmlichkeiten bei der Eröffnung. «Wir sind bereits proaktiv mit den Gästen im Austausch, die sich bei uns gemeldet haben.»

Legendäres Hotel am Fusse des Uetliberg

Das 5-Sterne-Haus in Zürich hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Beim Hotel mit Aussicht über die ganze Stadt kam es immer wieder zu Besitzerwechseln. Zeitweise stand das Hotel leer. Oder wurde als Unterkunft für Studenten genutzt.

Zuvor gaben sich Promis die Türklinke in die Hand. Freddie Mercury (1946–1991), Grace Jones (74), Muhammed Ali (1942–2016) und Rihanna (34) waren schon zu Gast. 2020 hat die katarische Königsfamilie das Haus verkauft und alle 140 Mitarbeitenden entlassen.

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