Der boomende Onlinehandel und grosse Einkaufszentren setzen den kleinen Lädeli zu. Eine Studie des Informationsdienstes CRIF zeigt nun eindrücklich auf, wie drastisch sich das veränderte Einkaufsverhalten der Konsumenten auf die kleinen Geschäfte auswirkt.
32'000 Lädeli mussten in den letzten zehn Jahren ihre Schaufenster für immer räumen. Nicht nur das: In der selben Zeit wurden auch weniger neue Geschäfte eröffnet. Netto ergibt sich somit ein Minus von 2800 Läden. Am meisten Gewerbler mussten 2011 (3200 Läden) und 2012 (3262 Läden) aufgeben.
Kleiderläden und Blumenläden
Besonders gebeutelt waren Kleiderläden. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Kioske, die floppten, und Lebensmittelgeschäfte, die dichtmachen mussten. Auch Blumenläden, IT-Buden und Sportgeschäfte essen in den vergangenen zehn Jahren hartes Brot. Sexshops sind praktisch ausgestorben.
Erstaunlich: Die vielen Pleiten schreckten offenbar viele nicht ab, in den gebeutelten Branchen einen neuen Laden zu eröffnen. Bei den Neugründungen seit 2009 sind Kleidershops, Kioske und Lebensmittellädeli auf den ersten drei Rängen.
Am meisten Schliessungen in Zürich
Nach Regionen weist der Kanton Tessin das grösste Wachstum bei den Detailhandelsgeschäften auf, die meisten Kantone hingegen registrieren rückläufige Ladenbestände. Die meisten Schliessungen in absoluten Zahlen gab es in den Kantonen Zürich, Waadt und Bern. Das sind jedoch ebenfalls wieder genau die Kantone mit den meisten Gründungen.
Im zu Ende gehenden Jahr 2019 stehen in der ganzen Schweiz 2869 Schliessungen 2303 Gründungen gegenüber. Berücksichtigt wurden sämtliche im Handelsregister aufgeführten Detailhandelsgeschäfte, die in den Jahren 2009 bis 2019 gelöscht oder neu eingetragen wurden.