Knall beim Berner Pharmakonzern Galenica: «Bichsel beabsichtigt, die pharmazeutische Produktion bis spätestens Ende 2026 aus wirtschaftlichen Gründen aufzugeben», teilt der Konzern am heutigen Donnerstag mit. Bei der Produktionsstätte der Tochterfirma Bichsel mit Sitz in Interlaken BE gehen die Läden runter. Betroffen seien bis zu 170 Stellen, teilt Galenica weiter mit. Das Konsultationsverfahren sei bereits eingeleitet worden. «Galenica wird die Mitarbeitenden in dieser anspruchsvollen Phase eng begleiten, die Auswirkungen möglichst verträglich gestalten und ihre soziale Verantwortung wahrnehmen», so das Pharmaunternehmen. Wenn sich Kündigungen nicht vermeiden liessen, komme der Sozialplan zur Anwendung.
Grund für die Schliessung: Die Produktion hat zu wenig rentiert. «Verschiedene Massnahmen zur Steigerung der Ertragslage haben über die letzten Jahre keine ausreichende Wirkung erzielt», heisst es weiter. Man habe verschiedene Szenarien für die Herstellung bei der Tochtergesellschaft geprüft, doch «mit keinem Szenario lässt sich die Produktion längerfristig nachhaltig betreiben.»
Bichsler will auf «Home-Care-Dienstleistungen» setzen
Stattdessen fokussiere sich die Galenica-Tochter jetzt auf die Home-Care-Dienstleistungen. Also auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten entweder im eigenen Zuhause oder in Pflegeheimen. Schon heute betreut die Tochter im Auftrag von Spitex-Organisationen und Pflegeeinrichtungen Patientinnen und Patienten in deren Zuhause.
Auch bei der Apotheke in Interlaken gibt es Veränderungen: Die «Grosse Apotheke Dr. G. Bichsel» wird per 1. März 2026 in «Amavita Apotheke Bichsel Interlaken» umbenannt.
Die Schliessung der Produktionssparte dürfte einmalige Sonderkosten von rund 35 bis 40 Millionen Franken verursachen, erklärte Galenica. Davon entfielen voraussichtlich 17 bis 19 Millionen auf Wertberichtigungen von Warenlagern sowie Produktions- und weiteren Sachanlagen.
Nach der vollständigen Aufgabe des Geschäftsbereichs per Ende 2026 rechnet Galenica jedoch mit einer nachhaltigen Verbesserung der Gewinnsituation: Der adjustierte operative Gewinn der Gruppe werde sich dadurch um rund 3 Millionen Franken pro Jahr erhöhen.