Wigger hofft auf Olympia-Teilnahme und wird emotional
Die Schweizer Männer zeigen im Goms eine gute Reaktion auf einen bisher enttäuschenden Winter auf den Distanzstrecken – allen voran Beda Klee. Der Toggenburger läuft über 20 km als Zehnter zum siebten Mal in seiner Karriere im Weltcup in die Top Ten – zum ersten Mal seit fast genau zwei Jahren ebenfalls im Goms. Klee ist der einzige Schweizer, der die Olympiarichtlinien komplett erfüllt hat. Er war aber nach dem starken Auftakt in Finnland in eine Formkrise geraten und hatte auf die Tour de Ski verzichtet. Das Rennen im Wallis war nun eine «grosse Erleichterung», wie er feststellte.
Nicola Wigger meldet mit dem 21. Platz eine Bewerbung für die Teilnahme an den Olympischen Spielen im Val di Fiemme an. Der Zürcher Oberländer war zuvor nie besser als im 34. Rang klassiert gewesen und darf nun auf eines der fünf Olympia-Tickets hoffen. Drei dürften für die Sprinter reserviert sein. Nach dem Rennen wird der 24-Jährige im Interview gegenüber SRF emotional: «Es ist unglaublich. Es ist zu Hause und die letzte Chance auf Olympia. Das war das Rennen meines Lebens», so Wigger, der vor der Kamera sichtlich mit Freudentränen kämpft.
Vor dem Rennen habe er gewusst, dass es für Olympia reichen könne, wenn er es so energiereich durchziehe, wie er es getan hat. Jetzt hoffe er, dass es auch wirklich klappt mit dem Olympia-Ticket. «Mein 12-jähriges Ich wäre jetzt so stolz. Ich habe eine Liste im Zimmer, wem ich was schulde, wenn ich es an die Spiele schaffe», verrät Wigger mit einem Augenzwinkern.
In Goms an der Spitze stehen nicht weniger als sieben Norweger, Johannes Klaebo feiert seinen 107. Weltcupsieg – ohne Teams und Staffeln.
Starke Teamleistung in Goms VS
Langlauf – Nadine Fähndrich bestätigt beim Langlauf-Weltcup im Oberwallis auch über die längere Distanz ihre Topform. Nach dem Podestplatz im Sprint vom Samstag belegt die 30-jährige Luzernerin auf den 20 km in der klassischen Technik um Ulrichen den 9. Rang. Auf die finnische Überraschungssiegerin Johanna Matintalo verliert sie 1:16 Minuten und ist damit die Beste hinter einer Spitzengruppe von acht Läuferinnen, die sich schon früh abgesetzt haben. Fähndrich läuft im Weltcup erst zum dritten Mal in die Top Ten auf einer Distanz von mehr als 10 km.
Anja Weber (19.) und Marina Kälin (21.) sorgen für ein starkes Schweizer Teamresultat. Kälin erfüllt damit auf den letzten Drücker den zweiten Teil der Olympia-Selektionskriterien. Ihre ältere Schwester Nadja Kälin, eigentlich die beste Schweizer Distanzläuferin, gibt auf – sie will wohl zwei Wochen vor Olympia nicht unnötig Kraft verschwenden.
Schweizer Biathleten ohne Exploit
Im letzten Wettkampf vor den Olympischen Spielen, der in Nove Mesto stattfand, gibt es für die Schweizer Biathleten keinen Exploit. Joscha Burkhalter hatte sich als einziger für das Massenstartrennen der Top 30 qualifiziert, enttäuscht aber mit vier Schiessfehlern und dem 22. Platz.