«Das ist fast eine Frechheit»
Gähnende Leere im Langlauf-Mekka verwundert SRF-Experten

Zahlreiche Schweizer Wintersport-Asse stehen am Sonntag im Einsatz. Wie ist es ihnen in der Loipe, auf der Schanze oder im Eiskanal gelaufen? Hier kommt die Übersicht.
Kommentieren

Unverständliche Ruhe im Langlauf-Mekka

Langlauf – Während im letzten Winter bei der Langlauf-WM in Trondheim noch rund 400'000 Fans zu den Loipen strömten, ist es am Sonntag bei den Individual-Rennen über 10 Kilometer bis auf ein paar norwegische und schwedische Fans im Startbereich komplett still. SRF-Experte Adriano Iseppi kommentiert dazu: «Das ist fast eine Frechheit. Norwegen dominiert diese Sportart und fast niemand ist vor Ort. Das ist gegenüber den Athletinnen und Athleten nicht würdig. Für mich ist das unverständlich.»

Zumindest bei den Frauen hat sich für die wenigen schwedischen Fans die Anreise gelohnt. Ebba Andersson und Moa Ilar sorgen für einen Doppelsieg vor der US-Amerikanerin Jessie Diggins über die 10 Kilometer (freie Technik). Die Schweizerinnen können keinen Exploit landen. Anja Weber klassiert sich als Beste des Teams auf Platz 26. Nadja Kälin (34.) Nadine Fähndrich (35.) und Giuliana Werro (50.) verpassen eine Klassierung unter den Top-30.

Auf der Seite der Männer bleiben die Norweger auch im Individual-Rennen über die 10 Kilometer wieder unangetastet. Zwar kommen sie nicht mehr an den 8-Fach-Sieg vom Skiathlon am Samstag ran, aber für einen 7-Fach-Sieg reicht es trotzdem noch. Bester Schweizer ist Beda Klee. Der Toggenburger ist knapp eine Minute langsamer als der Sieger Einar Hedegart. Damit wird er 26. Candide Pralong (55.) und Antonin Savary (60.) holen keine Punkte.

Die leere Tribüne beim Start des Frauen-Rennens
Foto: (Bild: Screenshot SRF)

Baserga vergibt Top-Platz im Stehendschiessen

Biathlon – Amy Baserga, als Nummer 25 zur Verfolgung in Östersund gestartet, kommt nach drei Fehlschüssen samt Strafrunden auf Platz 28 ins Ziel. Nach zwei fehlerfreien Schiesseinlagen liegend ist sie zunächst in die Top 20 vorgestossen. Die Österreicherin Lisa Hauser gewinnt erstmals seit drei Jahren wieder. Die 31-jährige Tirolerin, die als Sprint-Vierte in die 10-km-Verfolgung gegangen ist, überzeugt mit 20 Treffern und holt die führende Finnin Suvi Minkkinen im spannenden Finish nach dem letzten Schiessen noch ein.

Joscha Burkhalter, für den gemäss seinem bisherigen Leistungsausweis eine Olympia-Teilnahme kein Selbstläufer ist, schliesst die Verfolgung in Östersund auf Platz 24 ab. Somit hat er die Hälfte der Swiss-Olympic-Vorgabe – zwei Top-25-Klassierungen – erfüllt. Der Berner Oberländer ist von Position 33 aus gestartet. Mit nur einer Strafrunde arbeitet er sich im Feld der Top 60 des Sprints nach vorne. Sebastian Stalder wird 27., Niklas Hartweg ist nicht zum Rennen angetreten.

Amy Baserga (r.) büsst in der Verfolgung drei Ränge ein.
Foto: IMAGO/Bildbyran

Zogg zum 38. Mal auf Weltcup-Podest

Snowboard – Julie Zogg gelingt zum 38. Mal der Sprung aufs Weltcup-Podest. Die St. Gallerin belegt beim Saisonauftakt im chinesischen Mylin im zweiten Parallel-Riesenslalom den 2. Platz. Im Final muss sich die 33-jährige Zogg der Japanerin Tsubaki Miki um 43 Hundertstelsekunden geschlagen geben. Am Vortag hat sich die zweifache Weltmeisterin im Parallelslalom im 5. Rang klassiert.

Flurina Neva Baetschi, die zweite Schweizerin in der K.o.-Phase, scheidet in den Achtelfinals aus und wird Elfte. Dario Caviezel, der am Samstag bei den Männern den 5. Platz erreicht hat, scheitert ebenfalls in den Achtelfinals aus und beendet den Wettkampf im 14. Rang.

Julie Zogg ist bereits in guter Form.
Foto: Claudio Thoma

Rang 7 für Maag zum Saisonauftakt

Rodeln – Natalie Maag lanciert ihre Saison mit Platz 7 beim Weltcup in Winterberg. Die Zürcher Oberländerin büsst im Einsitzer eine knappe halbe Sekunde auf die Siegerin Hannah Prock aus Österreich ein, die ihren ersten Weltcupsieg im Einer feiert. Der zweite Lauf glückt der Schweizerin wesentlich besser: Im ersten Umgang büsst sie 46 Hundertstel auf die Bestzeit ein, in der Reprise noch 11 Hundertstel.

Natalie Maag rodelt zum Saisonauftakt auf Rang 7.
Foto: IMAGO/Michael Kristen

Nur Deschwanden in den Punkterängen

Skispringen – Die Schweizer Skispringer verlassen das polnische Wisla mit hängenden Köpfen. Nach dem Nuller vom Samstag fliegt Gregor Deschwanden am Sonntag als Einziger in die Punktränge. Allerdings entspricht Platz 24 nicht den Erwartungen des Luzerners. Sandro Hauswirth (33.), Felix Trunz (38.) und Simon Ammann (42.) müssen im zweiten Durchgang zuschauen, wie der Slowene Domen Prevc den Sieg vom Samstag wiederholt.

Gregor Deschwanden landet als einziger Schweizer in den Punkterängen.
Foto: keystone-sda.ch
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen