Schweizer Weltcup-Jubel
Lenherr triumphiert am Skicross-Weltcup, Gremaud feiert in Laax und Häcki-Gross läuft aufs Podest

Der Schweizer Freestyle-Skier Jonas Lenherr steht beim Weltcup-Rennen in Nakiska zuoberst auf dem Podest. Er setzt sich gegen einen Deutschen und Franzosen durch. Hier gehts zu den Wintersport-News.
Publiziert: 21.01.2024 um 14:27 Uhr
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Aktualisiert: 22.01.2024 um 11:54 Uhr
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Der Schweizer Freestyle-Skier Jonas Lenherr feiert zweiten Saisonsieg in Nakiska. (Archivbild)

Jonas Lenherr feiert am Skicross-Weltcup in Nakiska seinen ersten Saisonsieg. Der St. Galler gewinnt das zweite Rennen vor dem Deutschen Florian Wilmsmann und dem Franzosen Youri Duplessis Kergomard. 

Lenherr schafft es zum ersten Mal in dieser Saison in den Final und holt sich den fünften Weltcupsieg mit einem formidablen Finish. Der 34-Jährige kämpft zunächst um den 2. Platz; der Führende Wilmsmann scheint bereits ausser Reichweite. Dann aber gewinnt Lenherr dank perfekter Linienwahl plötzlich enorm an Fahrt und schiebt sich noch an die Spitze.

Alex Fiva verpasst den zweiten Final des Wochenendes durch einen Sturz. Der Dritte des Vortages liegt im Halbfinal unter anderem vor Lenherr in Führung, kommt im Duell mit dem Österreicher Tristan Takats aber zu Fall.

Bei den Frauen entgleitet Fanny Smith der zweite Podestplatz innert 24 Stunden auf den letzten Metern des Rennens. Nach Platz 3 am Vortag liegt die Waadtländerin im Final wiederum auf Kurs zum 3. Platz, lässt sich aber von der Kanadierin Brittany Phelan noch überholen.

Grosse Nutzniesserin des Forfaits der schwedischen Dominatorin Sandra Näslund – Gesundheitszustand nicht bekannt – ist Hannah Schmidt. Die Kanadierin gewinnt vor der Französin Marielle Berger Sabbatel auch das zweite Rennen und baut die am Samstag übernommene Führung im Gesamtweltcup damit aus. 

Gremaud siegt in Laax

Die Ski-Freestylerin Mathilde Gremaud gewinnt beim Laax Open den Heimweltcup. Die bald 24-jährige Freiburgerin setzt sich im Slopestyle vor Superstar Eileen Gu aus China und der Amerikanerin Jay Riccomini durch.

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Für Gremaud, 2022 Olympiasiegerin und im letzten Jahr Weltmeisterin in dieser Sparte, ist es der elfte Sieg im Weltcup, der vierte in dieser Saison. Damit baut sie ihre Führung in der Gesamtwertung aus.

Sarah Höfflin, die zweite Schweizer Finalistin, verpasst das Podest als Vierte knapp.

Für Andri Ragettli endet der Wettkampf vor seiner Haustür mit einer leisen Enttäuschung. Der 25-jährige Flimser kann seinen Sieg aus dem Vorjahr nicht wiederholen. In engen Wettlauf um die Podestplätze belegt der Slopestyle-Weltmeister von 2021 den 5. Rang.

Für den Sprung auf das Treppchen fehlten Ragettli etwas mehr als drei Punkte, auf den norwegischen Sieger Birk Ruud büsst er weniger als fünf Zähler ein. Fabian Bösch reiht sich unter den zwölf Finalisten als Achter ein.

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Der hochstehende Wettkampf ist ein Vorgeschmack auf den Saison-Höhepunkt in einer Woche, wenn in Aspen im US-Bundesstaat Colorado die X-Games ausgetragen werden.

Häcki-Gross doppelt nach

Zwei Tage nach ihrem ersten Weltcupsieg trumpft Lena Häcki-Gross in Antholz erneut gross auf. Die Obwaldnerin läuft im Massenstart-Renne als Dritte wiederum aufs Podest.

Lena Häcki-Gross präsentiert sich zwei Wochen vor der WM im biathlonverrückten Nove Mesto in Tschechien in beneidenswerter Form. Nach ihrem Premierensieg am Freitag im Einzel glänzt die 28-jährige Engelbergerin im Südtirol auch im Massenstart-Rennen über die gleiche Distanz.

Mit nur einem Schiessfehler belegt sie den 3. Rang, geschlagen nur von den beiden Französinnen Julia Simon und Lou Jeanmonnot, mit denen sie bereits zwei Tage zuvor aufs Podest gestiegen ist. Für die Schweizer Teamleaderin ist es die dritte Top-3-Platzierung in diesem Winter, die vierte insgesamt im Weltcup.

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Als Zehnte rundet Amy Baserga mit einem persönlichen Bestergebnis die starke Schweizer Teamleistung ab. Aita Gasparin, auch sie mit 19 Treffern am Schiessstand, belegt bei der WM-Hauptprobe den 19. Rang.

Stalder in den Top Ten

Mit nur einem Fehlschuss klassiert sich Sebastian Stalder im Massenstart-Rennen über 15 km auf dem 8. Rang. Der Zürcher ist beim Sieg des Norwegers Vetle Sjaastad Christiansen der einzige Schweizer am Start, da Niklas Hartweg nicht zum ersten Mal in diesem Winter krankheitsbedingt Forfait geben muss.

Die Biathleten legen nun eine zweiwöchige Wettkampf-Pause ein. Danach treffen sie sich beim Saison-Höhepunkt vom 4. bis 18. Februar zu den Weltmeisterschaften im biathlonverrückten Nove Mesto in Tschechien.

Zogg in Bulgarien in Viertelfinals

Beim Parallel-Slalom in Pamporovo in Bulgarien hält Julie Zogg die Schweizer Fahne hoch. Die St. Gallerin übersteht als einzige Schweizerin die Qualifikation und stösst wie am Vortag in die Viertelfinals vor. Dort verliert Zogg das Duell gegen die spätere Finalistin Sabine Schöffmann aus Österreich, womit sie sich auf dem 6. Rang klassiert.

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Derweil feiert die Tschechin Ester Ledecka einen Doppel-Erfolg und holt sich auch am Sonntag den Sieg. Die finalen Läufe der Männer finden ganz ohne Schweizer Beteiligung statt.

Langlauf-Staffel geschlagen

Die Schweizer Staffeln müssen sich beim Weltcup in Oberhof mit den hinteren Rängen begnügen. Das Frauenteam um Giuliana Werro, Désirée Steiner, Marina Kälin und Alina Meier erreicht den 7. Platz. Schlussläuferin Meier setzt sich auf den letzten Metern knapp gegen ihre französische Konkurrentin durch. Der Sieg geht an die Schwedinnen.

Bei den Männern kämpfen mehrere Teams bis zum Schluss um den Sieg, wobei sich die Norweger mit dem genesenen Schlussläufer Johannes Hösflot Klaebo durchsetzen. Die Schweiz ist mit zwei Equipen angetreten, die sich am Ende der Rangliste auf den Plätzen 14 und 15 klassieren. 

Skispringer ausserhalb der Top 20

Die Schweizer Skispringer mischen in Zakopane im letzten Weltcup vor der Skiflug-WM nicht vorne mit. Gregor Deschwanden belegt mit knapp 30 Punkten Rückstand zum Podest Platz 25, Killian Peier Platz 26. Vor allem für Deschwanden, der vor dem Jahreswechsel achtmal in Folge zu den Top 15 gehört, seither aber nicht mehr, ist es eine weitere leise Enttäuschung.

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Den Sieg holt sich zum siebten Mal in dieser Saison der Österreicher Stefan Kraft vor dem Deutschen Andreas Wellinger, der auch im Gesamtweltcup der erste Verfolger des Führenden Kraft ist. Mit seinem 109. Podestplatz holt sich Kraft zugleich den alleinigen Rekord vor dem Finnen Janne Ahonen, der in seiner Laufbahn 108-mal auf das Podium gesprungen ist. Dritter ist der Slowene Anze Lanisek geworden. (sda)

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