Vor einem Jahr verbesserte sich Britschgi in der Kür vom 8. auf den 1. Platz. Daher durfte er sich nach dem 6. Rang im Kurzprogramm noch einiges ausrechnen. Zwar rückte der 27-jährige Schaffhauser noch um zwei Positionen nach vorne, doch das lag mehr an der schwächelnden Konkurrenz. Denn auch Britschgi blieb einiges unter seinen Möglichkeiten. Deshalb war es für ihn mehr als ärgerlich, dass er nach Gold 2025 und Bronze 2023 nicht zum dritten Mal den Sprung aufs EM-Podest schaffte.
Schon der Auftakt der Kür mit starkem orientalischen Einfluss lief nicht wunschgemäss: Britschgi drehte den Toelopp nur drei- statt vierfach, weshalb die Vierfach-Dreifach-Kombination nicht zustande kam. Beim Versuch den zweiten Toelopp mit vier Umdrehungen zu zeigen, stürzte er, weil der Sprung unterrotiert war. Beim zweiten Dreifach-Axel berührte er nach der Landung mit der Hand das Eis. Und die letzte Kombination war nur Zweifach-Zweifach. Das war umso mehr schade, als er sehr ausdrucksstark gelaufen ist, weshalb er bei den Programmkomponenten den zweithöchsten Wert erhielt.
Britschgi enttäuscht
Die Enttäuschung nach dem Auftritt stand Britschgi ins Gesicht geschrieben. Mit dem Kür-Total von 154,78 Punkten blieb er um 15,58 Punkte unter der persönlichen Saison-Bestleistung. Seine an der letztjährigen EM erzielte Bestmarke liegt gar bei 184,19 Punkten. Eine weitere EM-Medaille wäre also quasi auf dem Serviertablett gelegen. Der zweite Schweizer, der 18-jährige Ean Weiler, fiel in der Kür um sechs Plätze zurück und beendete seine erste EM als 21.
Von der letzten Gruppe überzeugten nur zwei der sechs Läufer: Der georgische Sieger Nika Egadze und der Italiener Matteo Rizzo, der zum dritten Mal auf dem EM-Podest stand. Für Egadze, der drei Vierfach-Sprünge landete, war es die erste Medaille an Europameisterschaften – ebenso wie für den drittklassierten Tschechen Georgii Reshtenko. Letzterer verbesserte sich in der Kür vom 8. auf den 3. Platz; die zuvor beste EM-Klassierung war der 9. Rang gewesen.