Vogt nach 3. Platz an Heim-WM: «Wir haben Bronze gewonnen und nicht Silber verloren»(02:42)

Erste WM-Medaille seit 2016
Michael Vogt schreibt in St. Moritz Bob-Geschichte

Jahrelang hatte die einstige Bob-Nation Schweiz nichts mehr zu melden. Jetzt läutet Michael Vogt mit seinem Bronze-Coup an der Heim-WM eine neue Ära ein.
Publiziert: 29.01.2023 um 17:00 Uhr
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Heisser Podestkampf in St. Moritz: Michael Vogt (l.) holt WM-Bronze, der Deutsche Johannes Lochner (r.) wird Weltmeister.
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Es ist der Bob-Hammer von St. Moritz. Michael Vogt (25) rast im legendären Natureiskanal runter nach Celerina GR bei der Heim-WM aufs Podest und holt Bronze.

Der Pilot aus Wangen SZ kämpft mit Anschieber Sandro Michel (26) gegen den deutschen Multi-Champion Francesco Friedrich (32) bis zum letzten Meter des 4. Laufs sogar um Silber. Der erfolgreichste Bob-Pilot aller Zeiten gewinnt diesen Hundertstelkrimi um 0,01 Sekunden, während vorne Johannes Lochner (32) souverän Gold holt.

Vogt nimmts cool: «Einen Hundertstel kannst du überall suchen. Wir haben heute definitiv Bronze gewonnen und nicht Silber verloren. Es war eine sehr starke Leistung von Sandro und von mir.»

Erste Schweizer WM-Medaille seit 2016

Vogt wird zum Medaillen-Hamsterer: Letztes Wochenende holt er an der EM Silber und Bronze. Nun ist es WM-Bronze. Es ist eine historische Schweizer Medaille im Eiskanal. Es ist das erste WM-Podest seit sieben Jahren. 2016 gewinnt Beat Hefti im Zweier Silber und Rico Peter Bronze im Vierer. Seither? Da machte die einstige Bob-Nation Schweiz ein historisches Tief durch.

Aber nun krönt Vogt vorläufig den 2018 eingeleiteten Neuaufbau mit lauter jungen Piloten. Der Schwyzer sagt: «Ich schaue lieber auf die Geschichte meines eigenen Teams. Wir haben die erste Medaille an einem Grossanlass gewonnen. Das ist ein grosser Schritt für uns.»

Vogts Bruder reiste direkt aus den USA an

Vogt jubelt im Zielraum nicht nur mit Freundin und Bob-Pilotin Melanie Hasler. Sondern auch mit Dutzenden Fans, Freunden und Bekannten. Auch sein Bruder Dany Bruhin ist nach der Heimkehr von seinen USA-Ferien praktisch direkt weiter ins Engadin gereist. «Das tut nach den Corona-Jahren richtig gut, dass so viele Leute Stimmung machen», sagt der Bronze-Star.

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Vogts Highlight rundet Timo Rohner (22) mit dem 8. Rang ab. Simon Friedli (32) ist wegen seiner Wadenverletzung vom Samstag nicht mehr angetreten.

Sturzkönig ist an diesem Tag Mattia Variola (27). Der Italiener stürzt in beiden Läufen haargenau gleich in der letzten Kurve und kracht im Zielauslauf in die Abfangkissen. In der Schlüsselstelle Horseshoe kracht es im Gegensatz zu drei Crashs vom Samstag nur einmal, als der Ami Frank Del Duca (31) den Schlitten auf die Seite legt.

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