Packender Final gegen Schweden
Schweizer Curler verpassen EM-Gold ultraknapp

Wie läuft es für die Schweizer auf Eis und Schnee? Hier gibts den Überblick über das Geschehen im Wintersport.
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Yannick Schwallers (r.) Gesicht sagt alles: Die Schweiz verliert den EM-Final knapp.
Foto: AFP

Schweizer verpassen EM-Gold

Curling – Schade! Die Schweizer Curler mit Skip Yannick Schwaller, Pablo Lachat-Couchepin, Sven Michel und Benoît Schwarz-Van Berkel verlangen den Schweden alles ab. Und müssen sich am Ende knapp geschlagen geben. Sie verlieren den EM-Final nach Zusatzend 4:5.

Der Start in den Final misslingt den Schweizern. Gleich im ersten End müssen sich Schwaller und Co einen Stein stehlen lassen. Auch im fünften betätigen sich die Schweden als Langfinger. Danach schreiben dann auch die Schweizer endlich an, punkten zum 1:2 – verlieren damit aber auch den Vorteil des letzten Steins. «Im ersten End hatten wir eine gute Chance, in Führung zu gehen, das haben wir verpasst», sagt Schwaller im offiziellen Interview nach der Partie.

Als es ins zehnte End geht, liegen die Schweden 4:2 in Führung. Doch die Schweizer beweisen Moral, schreiben mit dem Vorteil des letzten Steins ein Zweierhaus – und zwingen die Skandinavier ins Zusatzend. Dort fällt die Entscheidung mit dem allerletzten Stein. Die Schweizer liegen shot, haben sogar noch eine Guard. Aber das reicht nicht. Die Schweden nutzen den Vorteil des letzten Steins und holen sich den Punkt und damit Gold. «Es fühlte sich an, als hätten sie eine Antwort auf alles gehabt», bilanziert Schwaller.

Erste Punkte für Ammann

Skispringen – Schöner Erfolg für Simon Ammann. Er schafft es auf der Grossschanze in Ruka (Fi) als 28. erstmals in diesem Winter in die Punkteränge. Und trotzdem dürfte sich Ammann auch ein bisschen ärgern. Wegen Schnee, Wind und Regens wird der zweite Durchgang nach acht Springern abgebrochen – und stattdessen der erste Durchgang gewertet. Trotz widriger Bedingungen gelingt Ammann ein guter zweiter Sprung, er hätte Positionen gutgemacht. Weil er zum Zeitpunkt des Abbruchs Dritter ist, wäre er mindestens 25. geworden. Und hätte damit die Selektionsvorgaben für die Olympischen Spiele erfüllt. Auch wenn das seine Teilnahme noch nicht gesichert hätte.

Bester Schweizer ist Gregor Deschwanden, der zum zweiten Mal in dieser Saison Zehnter wird. Der Sieg geht an den Slowenen Anze Lanisek vor Ren Nikiaido (Jp) und Landsmann Domen Prevc.

Schweizerinnen purzeln aus Podestkampf

Biathlon – Kein Podest, aber eine ansprechende Leistung zum Saisonstart. Amy Baserga, Aita Gasparin, Lydia Mettler und Lena Häcki-Gross belgen in der Staffel in Östersund (Sd) den 7. Schlussrang.

Lange sieht es noch besser aus, Baserga und Gasparin bewegen sich konstant in der Spitzengruppe, liegen zwischenzeitlich sogar in Führung. Doch Lydia Mettler, die als Fünfte übernimmt und erst zum fünften Mal im Weltcup startet, kann erwartungsgemäss das Tempo nicht ganz mitgehen. Mit nur einem Schiessfehler liefert sie jedoch im Schiessstand ab und übergibt als 9. an Häcki-Gross. Diese schafft dann noch den kleinen Sprung nach vorne. Die Schweizerinnen totalisierten acht Nachlader, aber keiner Strafrunde und liessen zum Beispiel die Deutschen und die Norwegerinnen hinter sich. Der Sieg geht an Frankreich vor Italien und Tschechien.

Die Schweizer Männerstaffel muss sich am Ende mit Platz 8 begnügen – obwohl Teamleader Niklas Hartweg (krank) fehlt. Bis zum vierten (von acht) Schiessen liegen die Schweizer bloss eine Sekunde hinter Platz 2 zurück. Insgesamt müssen Sebastian Stalder (4), Dajan Danuser (3), James Pacal (4) und Joscha Burkhalter (6) aber zu oft nachladen – obwohl alle vier ohne Strafrunde durchkommen. Der Sieg geht auch nach dem Rücktritt der Böe-Brüder an Norwegen.

Fähndrich in Kuusamo so stark wie nie

Langlauf – Vielversprechender Auftakt in die Saison für Nadine Fähndrich. Im Klassisch-Sprint in Kuusamo (Finn) erreicht die Innerschweizer souverän den Final und belegt den fünften Platz, der Sieg geht an Kristine Skistad (Nor). Ein noch besseres Ergebnis für Fähndrich verunmöglicht ein Stolperer in der entscheidenden Phase des finalen Laufs.

Besonders erfreulich: Beim Saisonauftakt im hohen Norden hat sie bisher noch nie den Final erreicht. Bisher war hier ein 10. Platz ihr bestes Resultat. Mit Lea Fischer und Anja Weber scheitern zwei weitere Schweizerinnen in den Viertelfinals.

Das gleiche Schicksal ereilt Valerio Grond, Isai Naeff und Janik Riebli im Sprint der Männer. Bitter: Jeder des Trios erreicht den dritten Platz in seinem Heat und verpasst die direkte Halbfinal-Quali also knapp. Grond fehlen dann auf die Zeit der Lucky Loser lediglich sechs Zehntel. Den Sieg bei den Männern holt sich Johannes Hösflot Kläbo auf einem rein norwegischen Podest (mit Erik Valnes und Ansgar Evensen).

Erst Debakel, dann Aufholjagd

Bob – Der erste Lauf in Innsbruck deutet lange auf eine monumentale Bob-Niederlage hin. Die drei Zweier-Schlitten müssen allesamt um die Teilnahme im zweiten Lauf zittern – bei SRF befürchten sie zwischenzeitlich sogar «die grösste Bob-Schlappe aller Zeiten».

So schlimm kommts dann doch nicht. Cédric Follador/Dominik Schläpfer belegen schliesslich den 20. Platz und damit den letzten, der zum zweiten Lauf berechtigt, Michael Vogt/Amadou Ndiaye enttäuschen als 18. und Timo Rohner/Enrico Güntert verpassen den Cut.

Zeit für eine Aufholjagd im zweiten Durchgang. Und die gelingt. Vor allem Vogt dreht auf, verbesserte sich um sechs Plätze und belegt den 12. Schlussrang. Follador bringt den 19. Schlussrang nach Hause. Der Sieg geht an Johannes Lochner/Georg Fleischnauer (De).

Melanie Hasler belegt im Monobob-Rennen der Frauen den 7. Platz. Debora Annen wird 16. und Inola Blatty 18. Der Sieg geht an die Amerikanerin Kaysha Love.

Schweizerinnen im Big Air geschlagen

Ski Freestyle – Die Schweizer Flugkünstler schafften beim Weltcup im chinesischen Zhangjiakou keinen Exploit. Bei den Frauen sprang die Bündnerin Giulia Tanno im Big Air auf den 5. Platz, die Genferin Sarah Hoefflin klassierte sich als Achte. Mathilde Gremaud, vor knapp vier Jahren in Peking Olympia-Dritte im Big Air, hatte die Qualifikation verpasst. Bei den Männern sowie den Snowboarderinnen und Snowboardern war die Schweiz in den Finals nicht vertreten.

Schwedinnen gewinnen die EM

Curling – Im Finalspiel der EM im finnischen Lohja setzen sich die Schwedinnen um Skip Anna Hasselborg mit 7:5 gegen Schottland durch und küren sich damit zu den neuen Europameisterinnen. Die Vorentscheidung fällt im neunten End, als Schweden sich mit 7:4 absetzen kann. Es ist die 22. Goldmedaille, die sich die Skandinavierinnen sichern, zuletzt triumphierten sie im Jahr 2019. Die Schweizerinnen, die sich am Freitag die Bronzemedaille sicherten, hatten sowohl Schottland wie auch Schweden in der Round Robin souverän besiegt, im Halbfinal scheiterten sie dann jedoch mit 5:8 an den Schottinnen.

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