War Kranjska Gora schon sein letztes Weltcuprennen?
Schweizer Slalom-Held Zenhäusern spricht von Rücktritt

Während die Norweger dank McGrath und Kristoffersen einen Slalom-Doppelsieg feiern, ist die Stimmung bei den Schweizern in Kranjska Gora ganz anders. Besonders tief sitzt der Frust beim Walliser Ramon Zenhäusern.
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Tanguy Nef verpasst den Sieg beim Kranjska-Gora-Slalom trotz eines grossen Fehlers ...
Foto: IMAGO/Sports Press Photo

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Loïc Meillard scheidet im ersten Lauf aus, Tanguy Nef wird Zehnter
  • Nef verliert durch Fehler 0,8 Sekunden und verpasst möglichen Sieg knapp
  • Ramon Zenhäusern auf Rang 23, droht Verlust der Swiss-Ski-Kaderzugehörigkeit
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Marcel W. PerrenSki-Reporter

Auf den ersten Blick fällt die Schweizer Bilanz beim Kranjska-Gora-Slalom ernüchternd aus. Nachdem Olympiasieger Loïc Meillard (29) im ersten Durchgang mit der besten Zwischenzeit ausfällt, klassiert sich in der Endabrechnung mit Tanguy Nef (29) nur ein Skigenosse in den Top 10. Für die Swiss-Ski-Athleten ist dies gleichbedeutend mit dem zweitschlechtesten Saison-Ergebnis nach dem Slalom in Levi (Fin), wo einzig Meillard in den Top 15 fungierte (Platz 14).

Bei einer genaueren Betrachtungsweise finden wir aber auch in diesem Rennen eine Komponente, die uns für die kommenden Slaloms zuversichtlich stimmen. Gemeint ist der enorme Grundspeed von Tanguy Nef. «Wenn Tanguy nicht unmittelbar nach der zweiten Zwischenzeit einen groben Innenskifehler begangen hätte, hätte er das Rennen gewonnen», ist Co-Trainer Thierry Meynet überzeugt.

Tatsächlich war der Genfer im zweiten Durchgang vor und nach diesem Fauxpas der Schnellste. Letztendlich verliert Nef eine halbe Sekunde auf den Norweger Atle Lie McGrath, welcher nach seinem schmerzlichen Olympia-Out seinen fünften Weltcupsieg feiert. «Tanguy hat mit diesem Zwischenfall mindestens acht Zehntel verloren», glaubt Coach Meynet.

«Ich bin taktisch falsch gefahren»

Nef spricht danach vom «komischsten Lauf in meiner Karriere». Der 29-jährige Head-Pilot verrät, dass er sich nach diesem Bock nicht sicher war, ob er die Tore korrekt passiert habe. «Es ist alles so schnell gegangen. Deshalb habe ich für einen kurzen Moment daran gedacht, abzuschwingen. Zum Glück bin ich dann aber ganz locker weitergefahren. Und die schnelle Zeit im Zielhang zeigt mir, dass ich immer so schnell fahren sollte.»

Zenhäusern: Europacup statt Weltcup-Finale?

Richtig verärgert über sich selber ist Ramon Zenhäusern (33), welcher den vorletzten Slalom dieses Winters unmittelbar hinter Daniel Yule auf dem 24. Rang beendet. «Im Training fahre ich regelmässig besser Ski als in der erfolgreichsten Phase meiner Laufbahn. Aber es gelingt mir derzeit einfach nicht, diese starken Trainingsleistungen im Rennen umzusetzen».

Weil er in der Slalom-Gesamtwertung auf dem 36 Rang positioniert ist, darf der Walliser Doppelmeter, welcher zwischen 2018 und 2023 sechs Weltcupsiege eingefahren hat, nicht beim Weltcupfinale im norwegischen Hafjell antreten. «Sehr wahrscheinlich werde ich stattdessen beim Europacupfinale antreten», sagt er.

Kaderzugehörigkeit wohl futsch

Zenhäusern, der gemessen an Weltcupsiegen hinter Yule (7) der zweiterfolgreichste Slalom-Spezialist in der Swiss-Ski-Geschichte ist, legt nach: «Ich werde mich nach dieser Saison hinsetzen und genau überprüfen, welche Optionen es für mich noch gibt. Eine Option wird auch der Rücktritt sein. Vor allem dann, wenn ich in der Startnummernliste zu weit zurückfallen sollte.»

Diesbezüglich gibt es aber eine hoffnungsvolle Nachricht für den Slalom-Olympiasilbergewinner von 2018: Weil er in Kranjska Gora auf die Bestzeit nur 1.30 Sekunden verliert, erhält Zenhäusern ordentlich FIS-Punkte. Und somit bleibt der totale Absturz in der Weltcup-Startliste eventuell aus. Die Wahrscheinlichkeit ist aber ziemlich gross, dass Zenhäusern bei Swiss-Ski die Kaderzugehörigkeit verlieren wird. Fortsetzung folgt.

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