Franjo von Allmen geht Marco Odermatt nach dem sechsten Weltcup-Super-G in diesem Olympiawinter kurz an den Kragen! «Das hat er auch verdient», meint der Abfahrtsweltmeister schelmisch grinsend, ehe sich sein Gesichtsausdruck für einen Augenblick verfinstert. «Die drei Hundertstel, die ich auf Odi verloren habe, nerven mich natürlich schon sehr.» Doch der 24-Jährige beginnt ganz schnell wieder zu lachen.
«Über alles hinweg betrachtet darf ich glücklich sein, dass ich meine erste Kitzbühel-Gams gewonnen habe. Ein Podestplatz auf dieser Strecke ist und bleibt etwas ganz Besonderes.» Von Allmen hat seine erste «Stockerl»-Klassierung am Hahnenkamm realisiert, obwohl er nicht wie in den letzten Rennen «All-in» gegangen ist. «Ich habe mich brutal geärgert, weil ich in der ersten Saisonhälfte praktisch in jedem Rennen einen Fehler gemacht habe. Deshalb habe ich hier nicht das absolute Risiko gesucht, ich war nie am absoluten Limit.»
Rogentins Ärger
Nach seinem dritten Rang beim Super-G in Livigno kritisierte von Allmen in der Altjahrswoche den neuen FIS-Trend, die Pisten mit weniger Wasser zu präparieren. Deshalb ist er dankbar, dass die Truppe um Hahnenkamm-Rennleiter Mario Weinhandel diesen Trend ignoriert hat. «Wenn du im Weltcup aktiv bist, willst du genau solche Bedingungen antreffen wie hier. Die Piste wurde von oben bis unten perfekt präpariert», schwärmt der Berner Oberländer.
Richtig frustriert ist ein paar Minuten nach der Zielankunft Stefan Rogentin. Grund: «Ich habe im oberen Abschnitt an der dümmsten Stelle einen Fehler gemacht!» Dass es dem Bündner in der Endabrechnung als Achter denoch zum sechsten Top-10-Rang in der laufenden Super-G-Saison reicht, kann Rogentin nur bedingt trösten: «Es ist nicht mein Anspruch, konstant Sechster, Siebter oder Achter zu werden. Ich strebe Podestplätze an.» Etwas Gutes hat aber auch dieser achte Rang für Rogentin. Der Fischer-Pilot hat sich damit ultimativ das vierte und letzte Schweizer-Ticket im Olympia-Super-G gesichert.