Das Podest
1. Marco Schwarz (Ö) 1:10,33
2. Alexis Monney (Sz) +0,20
3. Franjo von Allmen (Sz) +0,25
Das Rennen
Fast gibts beim ersten Weltcup-Rennen in Livigno überhaupt (s. «Das gab zu reden I») einen Schweizer Dreifachsieg. Nur der Österreicher Marco Schwarz hat da etwas dagegen.
Vincent Kriechmayr startet als erster der Topgruppe und ist bis zur vierten Zwischenzeit mit Vorsprung unterwegs. Dann rutscht der erste Verfolger von Marco Odermatt im Super-G-Weltcup nach einer Welle weg und scheidet aus. Ähnlich geht es seinem Teamkollegen Raphael Haaser, der direkt nach ihm startet. Auch er kann das Rennen nach einem Aussenski-Fehler bei der zweiten Zwischenzeit nicht beenden.
Die ersten, die dem noch immer führenden Marco Schwarz (Startnummer 4) in der Folge richtig nahe kommen, sind drei Schweizer. Alexis Monney startet gut, muss nach einem verhaltenen Mittelabschnitt im unteren Teil aber Zeit gut machen. Das schafft er, dennoch reiht er sich knapp hinter Schwarz ein. Teamkollege von Allmen liegt nach der letzten Zwischenzeit hauchdünn vorne, fällt im letzten Abschnitt aber noch auf den dritten Rang zurück.
Und der Dritte? Der heisst Marco Odermatt. Auch bei ihm wirds knapp – doch er kann die Bestzeit ebenfalls nicht knacken. Er macht bei der zweiten Zwischenzeit einen kleinen Fehler, der ihm zum Verhängnis wird. Er kommt zwischenzeitlich zwar nochmals nahe heran, verliert im letzten Abschnitt aber wieder etwas an Zeit und reiht sich vier Hundertstel hinter dem Podest auf dem vierten Rang ein. Damit verteidigt er aber die Führung in der Disziplinenwertung, während sich Schwarz seinen ersten Weltcup-Sieg im Super-G holt.
Die Schweizer
4. Marco Odermatt +0,29
7. Loïc Meillard +0,37
8. Stefan Rogentin +0,44
11. Marco Kohler +0,52
33. Alessio Miggiano +1,23
DNF Justin Murisier
Ähnlich wie viele andere Fahrer vor ihm verliert Stefan Rogentin im zweiten und dritten Abschnitt einiges an Zeit. In den letzten beiden Abschnitt kann er diese nicht mehr gut machen und so reiht er sich auf dem 4. Zwischenrang ein.
Justin Murisier fährt einen hervorragenden zweiten Abschnitt. Er ist dort sogar noch schneller als der Schwarz. Auch bei der dritten Zwischenzeit ist er gut dabei, doch kurz darauf rutscht er weg und scheidet aus.
Loïc Meillard zeigt mit der Startnummer 31 ein ganz starkes Rennen. Er verliert in keinem Abschnitt viel Zeit und reiht sich am Ende auf den starken 6. Zwischenrang ein. Weil direkt nach ihm der Deutsche Simon Jocher auf den 5. Platz fährt, rutscht Meillard noch einen Rang nach hinten.
Alessio Miggiano kann nach starken Resultaten zuletzt für keinen Exploit sorgen. Nach zwei soliden ersten Sektoren macht er im dritten Abschnitt einen Fehler und verliert viel an Zeit. So gibt es für den Zürcher Oberländer keine Punkte.
Was für eine Fahrt von Marco Kohler! Nach der zweiten Zwischenzeit liegt er vor dem Schwarz und auch in der Folge zeigt er ein ganz starkes Rennen. Mit der Startnummer 49 fährt auf den 11. Rang, was gleichbedeutend mit dem besten Super-G-Ergebnis seiner Karriere ist.
Die Stimmen (gegenüber SRF)
Alexis Monney: «Vor allem der untere Teil war sehr gut. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Lauf. Der Anfang der Saison war nicht so top. Ich wollte heute einen Lauf ohne grossen Fehler machen und ich glaube, das habe ich geschafft.»
Marco Odermatt: «Ich habe prophezeit, dass es ein enges Rennen wird. Wenn man dann Fehler macht, wusste ich, dass es nicht ganz nach vorne reicht. Der Schnee hat speziell reagiert, deshalb bin ich zufrieden mit dem Lauf.»
Franjo von Allmen: «Ich bin sehr glücklich und zufrieden mit dem Resultat. Ich habe etwas Vorsicht in den Lauf eingebaut, aber ich glaube, das ist nach den Nullern zuletzt verständlich.»
Das gab zu reden I
Zum ersten Mal überhaupt wird auf der rund 1800 Meter langen «Tagliede – Li Zeta» in Livigno ein Weltcuprennen gefahren. Der Grund dafür sind die Olympischen Winterspiele im Februar. Weil in Bormio die olympischen Skirennen stattfinden, fallen die traditionsreichen Rennen im Weltcup weg. Stattdessen kommt es in Livigno zur Premiere. Im Ort nahe der Schweizer Grenze finden bei Olympia dann ebenfalls Wettkämpfe statt – allerdings nicht im Ski Alpin, sondern im Snowboard und Ski-Freestyle.
Das gab zu reden II
Mit der Startnummer 25 fährt Matthieu Bailet lange ein ganz starkes Rennen. Bei der letzten Zwischenzeit liegt er gleich auf mit dem führenden Schwarz. Kurz vor Schluss bleibt er allerdings an einem Tor hängen und kommt aus dem Gleichgewicht. Er erwischt das nächste Tor nicht mehr und scheidet aus. Entsprechend gross ist der Ärger beim Franzosen.
Die Bedingungen
Das Wetter in Livigno präsentiert sich von seiner besten Seite. Keine Wolke ist am Himmel zu sehen, die Sonne strahlt – entsprechend gut sind die Sichtbedingungen. Die Piste ist ebenfalls in gutem Zustand und so sind auch mit hohen Startnummern noch schnelle Zeiten möglich, wie Meillard (Nr. 31) und Jocher (Nr. 32) beweisen.
So gehts weiter
Am Mittwoch, 7. Januar, steht mit dem Nachtslalom in Madonna di Campiglio (It) das nächste Rennen an (ab 18 Uhr). Der nächste Super-G findet am Freitag, 16. Januar, zum Start des traditionsreichen Wengen-Wochenendes statt (12.30 Uhr).


