Das Podest
1. Emma Aicher (De) 1:14,04
2. Lindsey Vonn (USA) +0,27
3. Ester Ledecka (Tsch) +0,94
Das Rennen
Was für ein Traumlauf von Emma Aicher! Mit Startnummer 5 versteht es die Deutsche, ihre Ski laufen zu lassen, wie keine andere. Auch ein leichter Richtungsfehler beim Sprung kostet sie kaum Zeit. Danach findet sie auf dem einfachen Gelände den direktesten Weg durch den Kurs und distanziert die Konkurrenz insbesondere im letzten Abschnitt. Mit ihrem Vorsprung von 1,22 Sekunden im Ziel fährt sie zu diesem Zeitpunkt in einer eigenen Liga.
Mit der Deutschen kann an diesem Sonntag eigentlich nur eine mithalten. Topfavoritin Lindsey Vonn, die bei ihrem achten Start in Tarvisio zum achten Mal auf dem Podest steht, liegt bis zur letzten Zwischenzeit gar vorn. Dann verliert aber selbst die amerikanische Speedqueen über drei Zehntel auf die entfesselte Aicher. Komplettiert wird das Podest von Olympiasiegerin Ester Ledecka – die Tschechin hält den Rückstand unter einer Sekunde, ist als Dritte also «Best of the Rest».
Die Schweizerinnen
13. Joana Hählen +1,53
24. Corinne Suter +1,93
26. Jasmine Flury +2,05
29. Malorie Blanc +2,11
31. Stefanie Grob +2,17
35. Janine Schmitt +2,43
40. Sina Fausch +2,69
44. Jasmina Suter +2.81
49. Priska Ming-Nufer +3,31
DNF Delia Durrer
Nach dem ordentlichen 15. Platz in der Abfahrt kommt Corinne Suter im Super-G nicht wie gewünscht auf Touren. Sie kommt zwar schnell aus dem Starthaus, verliert danach aber gefühlt in jeder Kurve etwas Zeit. So reicht es nicht, um in Richtung Top 10 zu schielen. Beste Schweizerin ist Joana Hählen, die mit Startnummer 21 eine ordentliche Leistung zeigt und mit dem Resultat zumindest die halbe Olympia-Limite (zweimal Top 15 oder einmal Top 7) erfüllt.
Speed-Hoffnung Malorie Blanc verliert allein im zweiten Streckenabschnitt fast eine Sekunde auf die Siegerin. Auf dem eher flachen Streckenprofil schafft sie es zu selten, die lang gezogenen Kurven sauber und auf Tempo durchzuziehen. Abfahrtsweltmeisterin Jasmine Flury, die ebenfalls nach langer Verletzung zurückkommt, verliert wie Blanc über zwei Sekunden. Im Ziel schreit sie sich kurz den Frust über die Zeit von der Seele.
Jasmina Suter kann ihr Formtief nicht überwinden, verliert fast drei Sekunden und verpasst die Weltcuppunkte. Unter der Woche hat Stefanie Grob im Europacup eine Abfahrt gewonnen. Am Sonntag fährt sie mit Startnummer 31 auf Platz 25 – fällt in der Folge aber aus den besten 30 heraus und muss weiter auf ihre ersten Weltcuppunkte warten.
Mit Startnummer 55 gibt Sina Fausch ihr Weltcupdebüt. Die 20-Jährige war unter der Woche ebenfalls noch im Europacup unterwegs, wurde dabei 16. und 23. Auf Instagram postete sie ein Kinderfoto und freute sich riesig über ihr Debüt. Die Punkte verpasst sie dabei aber um eine knappe halbe Sekunde.
Die Stimmen (gegenüber SRF)
Joana Hählen: «Ich habe wirklich versucht, alles zu geben, anzugreifen und mutig zu fahren. Das mir eigentlich ganz gut gelungen, dennoch hatte ich zwei-, dreimal Probleme mit der Linie. Es ist das beste Resultat der Saison, deshalb ganz okay. Es ist unglücklich, dass wir heute erst den dritten Super-G der Saison hatten (bzgl. Olympia-Limite, Anm. d. Red.). Deshalb ja: Es ging um viel. Aber ich habe versucht, es als Chance zu sehen, etwas zu gewinnen, und nicht, etwas zu verlieren.»
Das gab zu reden
Harter Abflug für die Disziplinenführende im Super-G, Alice Robinson. Die Neuseeländerin hat beim Zielsprung zu wenig Richtung und schmeisst sich in extremis ins letzte Tor. Dabei stürzt sie allerdings schwer. Zwar kann Robinson selbst aufstehen, der Sturz scheint sie aber stark mitzunehmen. Minuten danach sieht man sie mit Tränen im Zielraum sitzend. Mit einem Rückstand von 2,45 Sekunden wird sie weiterhin in der Wertung geführt – zu Punkten reicht es aber nicht.
Die Bedingungen
Bei Minustemperaturen präsentiert sich die Piste etwas härter als noch in der Abfahrt am Samstag. Dafür scheint die Nebelbank auf der Strecke zu Rennbeginn noch dichter – beschränkt sich aber hauptsächlich auf den oberen Bereich.
So gehts weiter
Nächste Woche wirds technisch. Nach einem Riesenslalom in Kronplatz am Dienstag gehts in Spindlermühle mit einem Riesenslalom (Samstag) und Slalom (Sonntag) weiter. Die nächsten Speedrennen stehen Ende Januar in Crans-Montana auf dem Programm.



