Das Podest
1. Sebastian Foss-Solevaag (No) 1:34,59
2. Alexis Pinturault (Fr) +0,10
3. Kristoffer Jakobsen (No) +0,11
Das Rennen
Französisches Drama in Madonna di Campiglio! Clemént Noël (24) ist auf bestem Weg, den ersten Sieg eines Angehörigen der Equipe Tricolore seit dem 15. Dezember 1992 im italienischen Skiort einzufahren. Die letzte Torstange aber macht dem Sieger des ersten Saisonslaloms einen Strich durch die Rechnung. Noël kommt kurz vor dem Ziel aus dem Gleichgewicht, passiert die letzte Hürde nicht korrekt und stürzt über die Ziellinie. Lachender Sieger ist der Norweger Sebastian Foss-Solevaag.
Aus Schweizer Sicht trumpft Loïc Meillard gross auf. Zumindest im zweiten Durchgang. Dank läppischen elf Hundertsteln rettet er sich in den zweiten Lauf. Dort weiss er mit der Nummer 29 die perfekt präparierte Piste zu nutzen. Ein Konkurrent nach dem anderen beisst sich an seiner Zeit die Zähne aus. Die Reise endet sensationell in den Top-10 – 23 Plätze macht er gut! Er rettet als Sechster die Ehre eines bescheidenen Schweizer Teams.
Die Schweizer
6. Loïc Meillard +0,94
17. Luca Aerni + 1,69
18. Ramon Zehnhäusern +1,71
Nicht im 2. Lauf
31. Marc Rochat
36. Daniel Yule
39. Sandro Simonet
44. Reto Schmidiger
46 Noel von Grünigen
Tanguy Nef Out im 1. Lauf
Verpasste Chance von Luca Aerni (28). Nach einem Top-10-Platz im 1. Durchgang kann er die gute Ausgangslage im zweiten Lauf nicht nutzen. Trotzdem macht sein Auftritt Hoffnung. Der im Bernbiet aufgewachsene Walliser meldet sich nach seinem brutalen Abflug in der Quali für Sölden zurück.
Dass Ramon Zehnhäusern (29) nicht voll bei Kräften ist, ist hinlänglich bekannt. Eine Schulterverletzung, die er sich am 8. November zuzog, behindert den 2-Meter-Riesen beim Skifahren – und im Kopf. Nach dem 1. Lauf folgt der nächste Verletzungsschock: Zehnhäusern erklärt im Interview mit «SRF»: «Vor drei Tagen hat es mich im Rücken gezwickt.» Wirklich flüssig sehen seine Fahrten nicht aus.
Die steile Piste in Italien und Daniel Yule (28): das harmoniert – normalerweise. 2018 feierte der Schweizer an dieser Stätte seinen ersten Weltcupsieg. Zwei Jahre später doppelte er nach. Der vierte Rang im ersten Slalom der Saison weckt Erwartungen, die der Walliser bei weitem nicht erfüllen kann. Nach dem ersten Durchgang hat der Techniker bereits Feierabend.
Bitteres Nacht-Spektakel für Marc Rochat (29). Nur gerade zwei Hundertstel fehlen ihm zur Qualifikation für den zweiten Lauf. Bereits im ersten Slalomrennen des Winters fand das Finale ohne ihn statt.
Tanguy Nef (25) bringt seine Fahrt wieder nicht ins Ziel. Bereits beim ersten Slalomrennen in Val d'Isère fand sein Abenteuer im 2. Durchgang ein abruptes Ende – Einfädler an der ersten Stange. Am Mittwoch kam er bereits im ersten Lauf derart von der Linie ab, dass er sichtlich gefrustet abschwang.
Für Sandro Simonet, Noel von Grünigen, Marc Rochat und Reto Schmidiger endet der Wettkampf ebenfalls bereits nach dem ersten Durchgang. Viele kleine Fehler summieren sich. Das Ergebnis: ein zu grosser Rückstand.
Die Bedingungen
Unter dem Flutlicht in Madonna di Campiglio präsentiert sich eine Piste, die «oben glasig ist und gegen unten immer wie griffiger wird», erklärt SRF-Experte Didier Plaschy. Je mehr Fahrer das Rennen absolviert haben, desto ruppiger wird der Untergrund.
Das gab zu reden
Das Schweizer Slalomteam erlebt in Italien einen schwarzen Abend. Von neun Schweizern qualifizieren sich nur deren drei für den finalen Durchgang. Eine Welle kurz vor der ersten Zwischenzeit wird beinahe allen zum Verhängnis. Umso bitterer: Bei den Österreichern müssen die zwei Teamleader, Manuel Feller und Marco Schwarz, bereits nach dem ersten Lauf die Segel streichen. Bester Österreicher wird Michael Matt auf Rang 20. Die Chance, in der Nationenwertung eine Menge Punkte auf unsere östlichen Nachbarn gut zu machen, bleibt mehr oder weniger ungenutzt. Da wäre mehr möglich gewesen. Ebenfalls nicht vorteilhaft aus Schweizer Sicht: Im Kampf um den Gesamtweltcup holt Alexis Pinturault auf Platz 2 ein paar Punkte gegenüber Marco Odermatt (24) auf.
So gehts weiter
Die Weihnachtspause steht an. Der ganze Skizirkus wird für ein paar Tage stillgelegt. Am 28.12. geht es für die Herren weiter. Die Speedspezialisten messen sich auf der Abfahrt in Bormio (It). Der nächste Slalom findet erst im neuen Jahr statt. Am 6.1. kämpfen die Stangenkünstler in Zagreb (Kro) um die schnellste Zeit.



