Das Podest
1. Mikaela Shiffrin (USA) 1:48,82
2. Camille Rast (Sz) +0,09
3. Lara Colturi (Alb) +0,57
Das Rennen
Camille Rast nimmt den Schwung des Podestplatzes im Riesenslalom vom Vortag mit in den ersten Lauf. Die Schweizerin mit Startnummer 3 führt zur Halbzeit mit neun Hundertsteln Vorsprung auf Lara Colturi. Mikaela Shiffrin, die in dieser Saison bislang jeden Slalom mit über einer Sekunde Vorsprung gewonnen hat, kommt diesmal nicht richtig in Fahrt. Die Amerikanerin liegt nach dem ersten Lauf mit einer halben Sekunde Rückstand nur auf Rang 4 – hinter der Drittplatzierten Katharina Liensberger.
Im zweiten Lauf beweist Shiffrin dann, dass ihr im Slalom im Moment einfach niemand etwas vormachen kann. Den «Ausrutscher» im ersten Durchgang hat sie nicht aus dem Konzept gebracht, sie bringt den Lauf im sicheren Shiffrin-Stil herunter und gewinnt vor Rast. Die Schweizerin kommt bis zur Mitte richtig gut mit und hat den Sieg vor Augen – am Ende fehlen ihr 9 Hundertstel.
Die weiteren Schweizerinnen
6. Wendy Holdener +2,76
9. Eliane Christen +4,25
16. Mélanie Meillard +5,73
20. Aline Höpli +6,94
Verpassen den 2. Lauf (DNF): Nicole Good, Anuk Brändli, Aline Danioth, Janine Mächler
Wendy Holdener erwischt im ersten Lauf einen guten Start und ist fast zeitgleich mit Rast unterwegs. Nach unten hin passt das Timing aber nicht mehr so gut, so wird sie Halbzeit-Sechste. Im zweiten Lauf bestätigt sie ihre Leistung, für ganz nach vorne reicht es nicht.
Eliane Christen fährt ihr bestes Karriereergebnis heraus. Als 14. startet sie in den zweiten Lauf und übernimmt dank einem guten Start die zwischenzeitliche Führung. Bei Teamkollegin Mélanie Meillard, die eins vor Christen startete, läuft es weniger rund. Sie fällt von Zwischenzeit zu Zwischenzeit weiter zurück und kommt nicht an die Spitzenzeiten ran. Auch Aline Höpli darf trotz über fünf Sekunden Rückstand im zweiten Lauf ran. Diesen bringt die 24-Jährige souverän zu Ende und holt zum vierten Mal Weltcup-Punkte.
Wie viele Athletinnen haben Nicole Good, Anuk Brändli, Aline Danioth, Janine Mächler Mühe mit den Bedingungen und scheiden im ersten Lauf aus.
Die Stimme gegenüber SRF
Camille Rast: «Es läuft gut im Moment, ich bin zufrieden. 9 Hundertstel sind nicht viel. Ich hoffe, ich kann sie bald nochmals unter Druck setzen. Nächste Woche bietet die nächste Chance. Heute Abend gibts sicher ein gutes Abendessen und eine Flasche Wein mit dem Team.»
Das gab zu reden
Mit Giada D’Antonio feiert eine 16-Jährige ihr Weltcup-Debüt, ohne zuvor ein Europacup-Rennen bestritten zu haben. Die Italienerin mit Startnummer 70 kann in den ersten beiden Zwischenzeiten noch einigermassen mithalten, scheidet jedoch nach rund 30 Sekunden aus. Damit reiht sie sich in die Reihe der zahlreichen Ausfälle ein: Von 77 Starterinnen erreichen nur 40 das Ziel. Zurückzuführen ist das sicher zu grossen Teilen auf die Kombination aus dem anspruchsvollen Kurs und der schnell schwieriger werdenden Piste. So sind auch die Rückstände so gross, dass sich Bianca Bakke Westhoff mit fast sechs Sekunden Rückstand als 30. für den zweiten Lauf qualifiziert.
Die Bedingungen
Über Weihnachten hat es in Semmering kräftig geschneit. Weich ist die Piste jedoch nicht. Mit jeder der 77 gestarteten Fahrerinnen wird der Untergrund härter, immer wieder führen Löcher zu Ausfällen. Halbzeit-Leaderin Camille Rast sagt nach dem ersten Lauf bei SRF: «Der Schnee war schwierig zu verstehen. Jedes Tor war anders.» Auf wärmende Sonnenstrahlen dürfen die Athletinnen am Sonntagnachmittag ebenfalls nicht hoffen, der Hang liegt komplett im Schatten.
So gehts weiter
Der Slalom in Semmering war das letzte Skirennen des Jahres. Lange gedulden müssen sich Skifans aber nicht: Die Fahrerinnen messen sich am 3. und 4. Januar im slowenischen Kranjska Gora. Dort findet der nächste Riesenslalom und dann der Slalom statt.



