1. Mikaela Shiffrin (USA) 1:48,75
2. Lena Dürr (De) +1,57
3. Lara Colturi (Alb) +1,85
Mikaela Shiffrin zeigt in Copper Mountain einmal mehr ihre Klasse. Nach einem soliden ersten Durchgang, in dem sie vor Wendy Holdener und Katharina Liensberger führt, setzt die US-Amerikanerin im zweiten Lauf ein wahres Statement. Trotz vielen Löchern in der Piste baut sie ihren Vorsprung kontinuierlich aus.
Hinter ihr liefern sich Lena Dürr und Lara Colturi einen spannenden Kampf um die Podestplätze. Dürr behauptet mit einem starken Lauf den 2. Platz, während Colturi sich trotz kleiner Fehler den 3. Rang sichert. Katharina Liensberger fällt trotz eines anfänglichen Vorsprungs noch auf den 6. Platz zurück. Wendy Holdener verliert im unteren Teil des Kurses entscheidend Zeit und muss sich mit Rang 4 begnügen – wie schon zuletzt in Gurgl. Für Shiffrin ist der Sieg ein weiterer Meilenstein – klar und überlegen gewinnt sie mit 1,57 Sekunden Vorsprung ihren 67. Weltcup-Slalom vor Lena Dürr.
Die Schweizerinnen zeigen in Copper Mountain ein starkes Gesamtbild. Camille Rast startet als Halbzeit-Sechste in den zweiten Lauf und fährt einen soliden Lauf. Mit Rang 10 (+2,43) sammelt sie 26 wertvolle Punkte für die Weltcupwertung.
Auch die weiteren Schweizerinnen liefern gute Resultate. Aline Danioth wird 16. (+4,20), Mélanie Meillard 17. (+4,26) und Eliane Christen 19. (+4,43), obwohl sie im Steilhang Zeit verliert. Nicole Good fährt auf Rang 21 (+4,51) und macht damit fünf Plätze gut im zweiten Durchgang. Anuk Brändli erreicht nach Gurgl auch in Copper Mountain den zweiten Lauf und sichert sich am Ende Rang 27 (+5,33) – es gibt zum zweiten Mal Weltcuppunkte für sie.
Von den neun Schweizer Starterinnen schaffen nur Aline Höpli und Sue Piller den Sprung in den zweiten Durchgang nicht. Während es bei Höpli ganz knapp wird (es fehlen nur sechs Hundertstel), ist es bei Piller eine klare Sache. Die 20-Jährige scheidet schon früh im ersten Lauf aus.
Über ihr Resultat im Riesenslalom (18. Platz) freut sich Franziska Gritsch auf Instagram. «Grünes Licht beim Finish und ein paar Minuten auf dem roten Leaderstuhl», schreibt sie. Und ergänzt: «Der zweite Lauf hat Spass gemacht.» Weniger Spass macht ihr dann wohl der Slalom. Denn dieser endet für sie bereits nach wenigen Toren. Gritsch scheidet mit einem Einfädler aus. Und ist nicht die einzige Österreicherin, die den Lauf nicht ins Ziel bringt. Nur wenige Kurven trennen Lisa Hörhager davon, als sie an einem Tor anhängt und heftig stürzt.
Betreuer und Fans schlagen sich vor Schreck die Hände vor den Mund. Es wird sofort ruhig, denn Hörhager bleibt einen Moment liegen. Sofort eilen Betreuer zu ihr. Wenige Minuten später das Aufatmen: Hörhager steht auf und kann die Strecke selbständig verlassen. Schon vor dem zweiten Durchgang kommt schliesslich auch die Entwarnung von medizinischer Seite. Die 24-Jährige kommt mit einer Prellung am rechten Ellenbogen davon.
Wendy Holdener nach dem 2. Lauf: «Ich bin schon etwas genervt und traurig. Ich bin gar nicht ins Fahren gekommen. Vielleicht wollte ich oben ein bisschen zu viel. Dann hatte ich das Gefühl, ich habe mitgedreht und war gar nicht stabil. Als es ins Flache ging, habe ich probiert zu pushen und schön zu fahren. Ich wollte am Anfang für den Sieg gehen, hab es mir oben kaputt gemacht und nachher noch die gute Platzierung vergeben.»
Mikaela Shiffrin nach dem 2. Lauf: «Ich konnte die Fans schon am Start hören. Es war so schön zu fahren. Ich habe gespürt, dass ich im zweiten Lauf alles geben muss. Vor den Rennen in Mont Tremblant nächste Woche werde ich jetzt vor allem viel schlafen.»
Camille Rast nach dem 2. Lauf: «Ich habe das gestrige Rennen noch gespürt. Ich bin nicht mehr so frisch im Kopf. Trotzdem ist es ein Schritt in die richtige Richtung, aber es gibt noch viel zu tun.»
Wendy Holdener nach dem 1. Lauf: «Ich bin sehr zufrieden mit meinem ersten Lauf. Ich habe gehofft, dass ich das Gefühl, das gehen lassen und gute Skifahren spüre. Und das habe ich beim Fahren schon gemerkt, deswegen bin ich sehr zufrieden. Ich habe konsequent losgelegt und im Steilhang habe ich kurze Schwünge fahren können. Das hat mir oben schon vertrauen gegeben. Schlussendlich muss ich mich auf mich konzentrieren und probiere, Gas zu gegben, ich bin gespannt, es hat nach 15 Fahrerinnen schon Spuren, ich bin gespannt, obs im zweiten Lauf auch so sein wird.»
Camille Rast nach dem 1. Lauf: «Oben habe ich nicht wirklich das richtige Timing gefunden. Es war komisch. Nun weiss ich, ich muss mehr meinem Instinkt folgen und weniger überlegen. Ich kann fast bei allen Toren sagen, wie der Schnee war. Es ist kein gutes Zeichen, wenn man so viel denken kann während dem Fahren. Aber im zweiten Lauf ist noch alles möglich.»
Beim Riesenslalom am Samstag herrschen traumhafte Bedingungen. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Davon ist nun in Copper Mountain nichts mehr zu sehen. Stattdessen schneit es leicht. Zudem ist die Piste schon früh gezeichnet, was es für die Athletinnen alles andere als einfacher macht.
Für die Slalom-Cracks geht es erst Mitte Dezember in Courchevel (Fr) weiter. Wer Riesenslalom fährt, packt seine Koffer und reist nach Kanada. In Mont Tremblant stehen am kommenden Wochenende gleich zwei Rennen auf dem Programm.



