Ski-Fürst Marco Büchel mit fragwürdiger Aussage
«Ich hoffe, Odermatt gewinnt nicht die Kitzbühel-Abfahrt»

Die spektakuläre Kitzbühel-Strecke sorgt schon am ersten Trainingstag für Action – mit einem Schweizer mittendrin. Für Stirnrunzeln im Schweizer Team sorgt aber eine Aussage von Ex-Fahrer Marco Büchel über Superstar Marco Odermatt.
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Marco Odermatt hat den Kitzbühel-Sieg in der Abfahrt im Visier.
Foto: Getty Images

Darum gehts

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Marcel W. PerrenSki-Reporter

Gleich das erste Speed-Training von Kitzbühel am Dienstag hats in sich. Für einen kurzen Atemstillstand im Publikum sorgt ein Schweizer.

Bereits nach der Abfahrt von Gröden im Dezember hatte Ski-Legende Beat Feuz (38) nicht nur die Sprungweise von Franjo von Allmen (24), sondern auch die Flugeinlagen von Alexis Monney (26) kritisiert. «Er springt zu oft zu unkontrolliert», so das Feuz-Urteil.

Im ersten Training zur Hahnenkamm-Abfahrt halten die Zuschauer aufgrund von Monneys Sprung in die Mausefalle dann prompt erneut den Atem an. Der Freiburger rudert mit den Armen, ehe er nach der Vierzig-Meter-Marke landet. Zum Vergleich: Seine hochkarätigen Teamkollegen Marco Odermatt (28) und von Allmen sind an dieser Stelle rund fünf Meter weniger weit gesprungen.

Monney gerät schon ins Schwärmen

«Ich war schon überrascht, dass dieser Sprung so weit geht, weil ich am Start eine etwas andere Information erhalten habe», sagt Monney, der im Vorjahr auf der «Streif» den Sieg als Zweiter hinter dem Kanadier Crawford nur um acht Hundertstel verpasst hat. Er fällt an diesem Tag aber nicht nur mit einem besonders weiten Sprung, sondern auch mit der viertbesten Zeit auf. Der Makel daran: Auf dem Weg in den Zielschuss hat der 26-Jährige ein Tor verpasst.

Auf die Piste angesprochen gerät der Romand aber regelrecht ins Schwärmen. «Die Streif wurde perfekt präpariert. Und weil es im ersten Training sehr griffig war, hat es viel Spass gemacht.» Der Stöckli-Pilot geht aber davon aus, dass sich die Unterlage bis zum Rennen auf unangenehme Weise verändern wird: «Sobald es auf der Strecke Spuren gibt, die über Nacht gefrieren, wird es sehr viel unruhiger und entsprechend schwierig.»

Marco Büchels spezielle Meinung

Superstar Odermatt verliert als Zwölfter 1,41 Sekunden auf die Bestzeit des italienischen Lauberhorn-Super-G-Siegers Giovanni Franzoni (24). Es war aber klar ersichtlich, dass der vierfache Gesamtweltcupsieger aus dem Kanton Nidwalden noch gewaltige Reserven hat.

«Hoffe Odermatt gewinnt auf der Hahnenkamm-Abfahrt nicht»
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Verfliegt sonst der Hunger?«Hoffe Odermatt gewinnt auf der Hahnenkamm-Abfahrt nicht»

Es gibt einige Experten, die ziemlich viel Geld daraufsetzen würden, dass Odermatt am Samstag nach dem letztjährigen Sieg im Super-G erstmals auch die Hahnenkamm-Abfahrt gewinnen wird. Eine ganz besondere Aussage hat Liechtensteins Ski-Fürst Marco Büchel (54, Super-G-Champion 2008 in Kitzbühel) am Montagabend in einem Talk auf Servus TV getätigt. «Ich bin mir ziemlich sicher, dass Marco diesmal die Abfahrt auf der Streif gewinnen wird. Ich hoffe aber, dass er nicht gewinnen wird, weil er dadurch hungrig bleiben wird. Er hat ja jetzt schon fast alles gewonnen.» 

«Das motiviert ihn, richtig heftig Gas zu geben»

Das allerdings sehen nicht alle so. Odermatts Teamkollege Niels Hintertmann (30) bezeichnet Büchels Aussage als «Humbug». Der schnellste Zürcher seit dem legendären Peter «Pitsch» Müller (68) erklärt, warum: «Jeder, der Marco kennt, weiss ganz genau, dass dieser geniale Rennfahrer auch nach seinem ersten Abfahrtstriumph in Kitzbühel nicht satt sein wird. Marco will sicher auch noch Olympiasieger in der Abfahrt werden.»

Hintermann glaubt gar, dass solche Meinungen wie jene von Büchel Odermatt zusätzlichen Schub verleihen werden. Es gebe im Moment noch viele andere Experten, die «lächerliche Aussagen» tätigen, so Hintermann. «Einer hat ja auch gefordert, dass man bei verkürzten Abfahrten wie am Lauberhorn nur die halben Punkte verteilen sollte. Ich bin mir sicher, dass solche Aussagen zusätzlich motivieren werden, auf der Streif richtig heftig Gas zu geben.»

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