Das Podest
1. Marco Odermatt (Sz) 1:08,41
2. Franjo von Allmen (Sz) + 0,03
3. Stefan Babinsky (Ö) +0,25
Das Rennen
Schweizer Festspiele in Kitzbühel! Marco Odermatt gewinnt seinen 17. Super-G und zieht damit mit Aksel Lund Svindal gleich, der auf Platz 2 in der ewigen Siegerliste steht. Nur Hermann Maier hat mit 24 noch mehr Siege in dieser Disziplin.
Doch der zweite Sieg im Kitzbühel-Super-G fällt knapper aus, als im letzten Jahr. Drei Hundertstel trennen ihn und Teamkollege Franjo von Allmen, letztes Jahr waren es elf auf Raphael Haaser. Den Unterschied macht der Nidwaldner diesmal in der ersten Streckenhälfte – oder anders gesagt: Von Allmen verliert im mittleren Sektor zu viel Zeit (nur 21. beste Abschnittszeit). Dennoch ist nach zuletzt zwei 3. Plätzen (Livigno und Wengen) der dritte Super-G-Podestplatz in Serie für den Berner.
Die Einheimischen haben dank Stefan Babinsky ebenfalls einen Podestplatz zu bejubeln. Wie von Allmen stand der Österreicher schon vor einer Woche in Wengen auf dem Treppchen, diesmal tauschen er und der «FvA» allerdings die Positionen.
Die Schweizer (Stand nach 33 Fahrern)
8. Stefan Rogentin +0,45
22. Marco Kohler +1,07
22. Justin Murisier +1,13
26. Alexis Monney +1,36
DNF: Arnaud Boisset.
Stefan Rogentin zeigt eine solide Fahrt, ohne ersichtliche Fehler. Der Rückstand wächst allerdings kontinuierlich leicht an – und dann nimmt er dem Führenden Dominik Paris im 4. Sektor eine halbe Sekunde ab. Im Ziel ist Rogentin dann genau gleich schnell wie der italienische Altmeister. Am Schluss gibts den sechsten Top-8-Platz im sechsten Rennen – zum vierten Mal wird er Achter.
Dass Alexis Monney nicht auf Touren kommt, hat eine einfache Erklärung: Der Freiburger ist krank und nicht in Vollbesitz seiner Kräfte. Das Rennen will er aber dennoch absolvieren, schnell ist er aber erwartungsgemäss nicht. Als Zwölfter gestartet reiht er sich im Ziel als Zweitletzter ein.
Die untere Streckenhälfte gelingt Justin Murisier gar nicht schlecht, im vierten Sektor ist er schneller als Odermatt. Doch davor und danach verliert er – auch aufgrund von zwei, drei Verschneidern – zu viel Zeit.
Beim Seidlalmsprung stürzt Arnaud Boisset heftig und knallt mit voller Wucht auf den Rücken. Der Walliser muss sich kurz sammeln und kniet im Schnee. Dann steht er auf und kann auf den Ski runterfahren.
Auch Marco Kohler kann seinem Kumpel und Namensvetter Odermatt im 4. Abschnitt Zeit abnehmen. Aber wie Murisier hat auch er sich bis dahin einen erheblichen Rückstand eingehandelt. Im Ziel ist er sechs Hundertstel schneller als Murisier.
Die Stimmen
Franjo von Allmen: «Was soll ich sagen ... Ich bin ziemlich locker gefahren, obwohl ich mich wohl noch nie so stark gepusht habe am Start. Ich bin immer noch huere geladen, aber es war alles in allem eine gute Fahrt. Im Ziel hat man gesehen, wie gross die Erleichterung ist. Marco hat gezeigt, dass es schneller geht. Es waren Stellen drin, wo ich nicht das absolute Risiko gesucht habe. Aber ich nehme das Resultat gerne. Die Saison ist bislang gut verlaufen. Es hatte ein paar Holperer drin, aber in der Vorbereitung hat man schon gesehen, dass der Speed da ist. Jetzt muss ich das nur noch ins Ziel bringen und die Fehlerquote minimieren.»
Marco Odermatt: «Ich hatte nicht das super Gefühl. Oben schon, aber im Lärchenschuss war ich etwas zu unruhig. Auch beim Oberhausberg ging mir der Ski weg, auch über die Kante hat die Richtung nicht gestimmt. Da musste ich ziemlich bremsen, weshalb ich dort etwas Zeit verliere. Ich war überrascht, dass es grün aufleuchtete im Ziel. Unten hat die Linie perfekt gepasst, ich war im Zielschuss mit 144 km/h fast schneller als in der Abfahrt. Aber die Fahrt war nicht perfekt.»
Stefan Rogentin: «Oben wollte ich zu viel Druck geben, dann bin ich in ein Loch gekommen, wo ich eigentlich das Tempo mitnehmen müsste. Und so fuhr ich dann weiter. Die Konstanz stimmt, aber mein Wunsch wäre es, konstant drei, vier Plätze weiter vorne zu sein. Wir sind in der Mitte der Saison und vielleicht habe ich mir das Glück für die Olympischen Spiele aufgespart. Ich bin klar der Meinung, dass ich gute Argumente für Olympia gesammelt habe. Wir bekommen keine Rauchzeichen. Wir bekommen einfach ein Telefon und dann ist es einfach so.»
Das gab zu reden I
Wie Adrian Smiseth Sejersted diesen Sturz noch verhindert, ist unfassbar. Kurz vor dem Seidlalmsprung – an der gleichen Stelle wie Boisset – hat der Norweger einen Verschneider und fliegt quasi seitwärts über die Kante. Er landet mit dem rechten Ski und bleibt spektakulär im Rennen – und wird am Schluss tatsächlich noch Fünfter.
Das gab zu reden II
Aleksander Aamodt Kilde (33) hat den Super-G ausgelassen. «Er hat am frühen Morgen Super-G trainiert, aber er ist noch nicht bereit, das Rennen zu fahren», sagt der norwegische Cheftrainer Michael Rottensteiner über den Entscheid des zweifachen Abfahrtssieger von Kitzbühel. «Sein Rücken wird von Tag zu Tag besser und die Aussichten für den Start bei der Abfahrt in Crans Montana nächste Woche sehen sehr gut aus.» Seit letzten Sonntag plagen den Norweger Rückenprobleme, Skifahren konnte er in dieser Woche nicht. Bereits am Mittwoch sagte der Verlobte von Mikaela Shiffrin (30) für die Abfahrt am Samstag ab.
Die Bedingungen
Die morgendlichen Wolkenfelder haben sich im Verlauf des Vormittags aufgelöst, so dass die Sonne zum Rennstart dominiert. Zudem ist es windstill. Die Temperatur liegt unter dem Gefrierpunkt (ca. -4 Grad Celsius), der Schnee ist griffig und doch genug eisig – optimale Verhältnisse also.
So gehts weiter
Am Samstag steigt die Hahnenkammabfahrt auf der Streif, los gehts um 11.30 Uhr. Am Sonntag findet dann auf dem Ganslernhang der Slalom statt (10.30/13.30 Uhr).


