Beendet
Riesenslalom
Alta Badia
Alta Badia
1.
Marco Odermatt
Marco Odermatt2:29.23
2.
Filip Zubcic
Filip Zubcic+0.19
3.
Zan Kranjec
Zan Kranjec+2.26
Odermatt hält dem Druck stand und siegt knapp in Alta Badia
0:32
Zubcic hat ihn gefordert:Odermatt hält dem Druck stand und siegt knapp

Fünfter Riesen-Sieg in Serie – Alberto Tomba überflügelt
Auch entfesselter Kroate kann Odermatt nicht stoppen

Marco Odermatt ist im Riesenslalom weiter nicht zu schlagen. Auch eine entfesselte Fahrt des Kroaten Filip Zubcic reicht nicht, um den Schweizer zu bremsen.
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Einmal mehr gibts Siegerjubel von Marco Odermatt.
Foto: AFP

Das Podest

1. Marco Odermatt (Sz) 2:29,23
2. Filip Zubcic (Kro) +0,19
3. Zan Kranjec (Slo) +2,26

Das Rennen

Am Morgen meistert Marco Odermatt die Gran Risa am schnellsten. Einmal mehr nimmt er den 2. Lauf als Halbzeit-Führender in Angriff. Und ist gefordert. Denn unmittelbar vor ihm zeigt der Kroate Filip Zubcic den Lauf seines Lebens. Er nimmt dem zu diesem Zeitpunkt führenden Slowenen Zan Kranjec über zwei Sekunden ab. Eine Ansage! Und trotzdem reichts nicht. Denn Odermatt ist in bestechender Form und verteidigt einen Grossteil seiner Reserve aus dem 1. Lauf. Mit knapp zwei Zehntel Vorsprung feiert er seinen 16. Riesenslalom-Sieg, den fünften in Folge und den insgesamt dritten in Alta Badia. Eine weitere Machtdemonstration des Nidwaldners.

Die anderen Schweizer

10. Gino Caviezel +3,66
15. Thomas Tumler +4,45
16. Loïc Meillard +4,49
21. Fadri Janutin +5,38
DNF 1. Lauf: Livio Simonet, Marco Fischbacher, Josua Mettler, Semyel Bissig
DNQ 2. Lauf: 31. Justin Murisier, 40. Sandro Zurbrügg

Gino Caviezel hat mit den Kurven nach rechts etwas mehr Mühe als mit denen nach links. Er kommt nicht recht auf Zug. Trotzdem verteidigt er am Nachmittag seine Position in den Top 15.

Im 1. Lauf kommt Loïc Meillard überhaupt nicht ins Fahren. Er verliert im Vergleich mit Teamkollege und Halbzeit-Führendem Odermatt fast zweieinhalb Sekunden. Platz 16 zur Halbzeit – eine herbe Enttäuschung für ihn. Und auch am Nachmittag läufts nicht besser. Schon früh wird Meillard von einem grossen Fehler gebremst. Er fällt hinter Teamkollege Tumler zurück.

Starker Auftritt am Morgen von Fadri Janutin. Mit Startnummer 55 prescht er auf Rang 27 vor. Für die zwischenzeitliche Führung reichts im 2. Lauf dann zwar nicht, mit seiner Fahrt macht er dennoch ein paar Ränge gut. Und punktet nach Val d'Isère letztes Wochenende zum zweiten Mal in Folge.

Für Thomas Tumler gehts darum, seine Startnummer unter den ersten 30 zu verteidigen. Dafür brauchts Punkte. Und die holt er sich mit zwei soliden Läufen.

Haarscharf findet der 2. Lauf ohne Justin Murisier statt. Als 31. verpasst er den Cut um eine Zehntelsekunde. Unter anderem auch, weil der Franzose Leo Anguenot mit Startnummer 62 auf Platz 22 vorprescht.

Vor einer Woche zeigt Sandro Zurbrügg als 17. in Val d'Isère ein ganz starkes Weltcupdebüt. Daran kann er in Alta Badia nicht anknüpfen. Als 40. büsst er 4,53 Sekunden auf Odermatt ein. Und verpasst den 2. Lauf deutlich.

Für vier Schweizer endet der 1. Lauf vorzeitig. Livio Simonet, Marco Fischbacher, Josua Mettler und Semyel Bissig gehören zu den 14 Fahrern, die am Morgen ausscheiden.

Das gab zu reden

Marco Odermatt baut seine eindrücklichen Serien weiter aus. Inklusive WM und Olympia fährt er zum 21. Mal in Folge aufs Riesenslalom-Podest. Es ist sein fünfter Sieg in Serie und der 16. insgesamt. Damit übertrumpft er in Alta Badia eine italienische Legende. Er hat nun einen Riesen-Triumph mehr auf dem Konto als Alberto Tomba. Auf der Gran Risa hat Odermatt davor schon zweimal gewonnen: 2021 und 2022. Das Double, also beide Rennen zu gewinnen, gelang ihm jeweils nicht, daneben gabs einen 2. und einen 3. Platz.

Die Stimmen gegenüber SRF

Marco Odermatt: «Den grossen Vorsprung bekommt man als Athlet nicht mit. Ich habe am Start nur die Kroaten jubeln gehört. Die Hundertstel Vorsprung nehm ich nach den zwei knappen Rennen in Gröden. Meine zweite Fahrt war sehr solide – auf Topniveau. Zubcic muss aber schon einen rausgehauen haben. Die Umstellung von der Abfahrt auf den Riesenslalom ist gut gelungen. Ich habe mir letztes Jahr notiert, nach der Abfahrt ein paar Schwünge auf den kurzen Ski fahren zu gehen wäre nicht schlecht gewesen. Das habe ich in diesem Jahr gemacht. Auch wegen der Taktik hats geklappt. Für sowas habe ich extra ein Notizbüchlein. Mit Stift und Papier, nicht auf dem Handy.»

Loïc Meillard: «Ich habe den Schlüssel nicht gefunden, um schnell zu sein. Jetzt gilt es, sich gut zu erholen und zu analysieren. Und morgen fängts von null an. Ich probiere einfach alles zu vergessen.»

Fadri Janutin: «Ich bin sehr zufrieden damit, zweimal in Folge zu punkten. Mein Ziel ist es, irgendwann in den Top 30 zu starten. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.»

Die Bedingungen

Temperaturen leicht im Minusbereich, eine perfekt präparierte, harte Piste und schönes Wetter. Auch wenn die Strecke fast komplett im Schatten liegt, könnten die Bedingungen nicht besser sein.

So gehts weiter

Zum Abschluss ihres Monsterprogramms erwartet die Männer am Montag das fünfte Rennen in fünf Tagen. In Alta Badia gibts einen zweiten Riesenslalom. (bir)

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