Das Podest
1. Marco Odermatt (Sz) 1:29.84
2. Ryan Cochran-Siegle (US) +0,30
3. Adrian Smiseth Sejersted (No) +0,69
Das Rennen
Odermatt-Show in Beaver Creek! Der Schweizer findet auf der Birds of Prey die beste Linie und nimmt der Konkurrenz drei Zehntel und mehr ab. Bei der ersten Zwischenzeit liegt er noch knapp hinter dem Führenden Ryan Cochran-Siegle zurück, doch mit einem starken zweiten Abschnitt holt Odermatt eine halbe Sekunde raus. An seine Zeit kommt auf der verkürzten Birds of Prey niemand mehr ran. Odermatt feiert seinen ersten Abfahrtssieg in Beaver Creek.
Er schafft damit Grosses: Odermatt hat in dieser noch jungen Saison bereits eine Abfahrt, einen Riesenslalom (Sölden) und einen Super-G (Copper Mountain) gewonnen.
Auch Franjo von Allmen darf zufrieden sein. Der Berner fährt auf den vierten Platz, er verpasst das Podest um 16 Hundertstel. Bester Österreicher wird Vincent Kriechmayr auf Rang fünf.
Die weiteren Schweizer
4. Franjo von Allmen +0,85
8. Stefan Rogentin +1.07
9. Alexis Monney +1.15
20. Niels Hintermann + 1.79
21. Justin Murisier +1.80
24. Marco Kohler +1.90
Niels Hintermann geht als erster Fahrer überhaupt an den Start. Der Zürcher bestreitet zum ersten Mal seit seiner Krebsdiagnose vor 14 Monaten ein Weltcup-Rennen. Dementsprechend verhalten fährt der 30-Jährige auf der Birds of Prey.
Alexis Monney kann die guten Trainingsleistungen nicht ins Rennen übertragen und verliert viel Zeit.
Wie Monney verpasst es auch Stefan Rogentin, seine schnellen Zeiten aus den Trainingsfahrten im Rennen zu bestätigen. Vor allem der zweite Abschnitt misslingt dem Bündner.
Justin Murisier kommt bei der ersten Abfahrt des Winters nicht auf Touren und reiht sich direkt hinter Comebacker Hintermann ein.
Franjo von Allmen landet knapp neben dem Podest. Der zweitbester Schweizer zeigt eine souveräne Leistung und zeigt sich nach dem Rennen auch dementsprechend zufrieden.
Marco Kohler profitiert von seiner hohen Startnummer nur bedingt und verpasst es, nach vorne zu fahren. Er reiht sich hinter seinen Teamkollegen Hintermann und Murisier ein.
Lars Rösti verliert im zweiten Abschnitt viel Zeit und fällt weit zurück.
Einen wirklichen Fehler ist in der Fahrt von Livio Hiltbrand nicht zu erkennen, trotzdem kann er nicht mit den Schnellsten mithalten.
Alessio Miggiano sammelt in Beaver Creek wertvolle Weltcup-Erfahrung. Er lässt Teamkollege Rösti eine Hundertstelsekunde hinter sich.
Die Stimmen gegenüber SRF
Niels Hintermann: «Ich war vor dem Start sehr nervös, die Nummer 1 ist nicht meine Lieblingsstartnummer. Im oberen Bereich war diese Nummer nicht von Vorteil. Es fehlt mir noch die Sicherheit. Resultat hin oder her, bin ich froh, dass alles gut gelaufen ist. Für das erste Rennen war es sicherlich keine schlechte Leistung.»
Franjo von Allmen: «Ich wäre gerne auf dem Podium, doch mit einem vierten Platz zum Saisonstart bin ich zufrieden. Ich habe versucht, sauber auf dem Ski zu stehen.»
Marco Odermatt: «Ein Abfahrtssieg ist mittlerweile schon etwas Spezielles in meiner Karriere, das gab es bisher nicht so oft. Vor allem wie ich gefahren bin, hat mir Freude gemacht. Die Piste war sehr gut für mein Befinden, darum habe ich gewusst, dass heute etwas drin liegt. Sowohl im Riesenslalom, als auch in der Super-G und jetzt in der Abfahrt das erste Rennen der Saison zu gewinnen, ist etwas sehr cooles.»
Das gab zu Reden
Während der ganzen Woche ist das Wetter und der Schnee in Beaver Creek das grosse Gesprächsthema. Weil es in Colorado zu wenig Schnee gibt, muss das gesamte Programm mehrfach angepasst werden. Um eine Abfahrt zu ermöglichen, wird das Rennen verkürzt geführt. So ist das Rennen gefühlt dann fertig, wenn die Fahrer gerade so richtig in Schuss kommen.
Die Bedingungen
Die Entscheidung, das Rennen vorzuziehen und verkürzt durchzuführen, stellt sich als richtig heraus. So finden die Speed-Cracks gute Bedingungen vor, die Sonne scheint. Der Wind geht etwas.
So gehts weiter
Eigentlich wäre in Beaver Creek am Samstag ein Super-G angedacht gewesen. Doch weil in Colorado das Wetter nicht mitspielt, wird das Rennen bereits am Freitagabend (19.15 Uhr) durchgeführt. Am Sonntag übernehmen dann die Techniker für den Riesenslalom (ab 18 Uhr im Ticker).



