Darum gehts
- Camille Rast (26) und Julia Scheib (27) kämpfen um Riesenslalom-Sieg
- Rast beeindruckt mit starkem Steigerungslauf: Fünfte, Vierte, Vierte, Zweite, Erste
- Scheib führt mit 119 Punkten Vorsprung und drei Saisonsiegen im Weltcup
Ist es wirklich schon neun Jahre her? Am 24. Januar 2017 rast ein Walliser Teenager am Kronplatz (It) mit Startnummer 44 auf Rang 7. Es ist Camille Rast (26). Mit 17 Jahren holt sie sich erstmals Weltcuppunkte und verblüfft die Ski-Welt auf einer der schwierigsten Riesenslalom-Strecken der Welt.
«Camille frech wie Pippi», titelt der Blick. Warum? Weil sie zuweilen Pippi Langstrumpf genannt wird. «Ich fahre häufig mit zwei Zöpfen. Den Trainern fiel dies auf. Und meine Teamkolleginnen zögerten keine Sekunde, mich ebenfalls Pippi Langstrumpf zu nennen», sagt sie damals.
Aus Ski-Pippi ist längst eine der besten Technikerinnen der Welt geworden. Zöpfe trägt Rast nicht mehr. Geblieben ist die Liebe zum Kronplatz. Diese möchte sie ausspielen. Nachdem Rast den Tag vor dem Nachtslalom in Flachau (Rang 4) noch krank im Bett verbrachte, geht es ihr besser. Sie hustet noch ein wenig.
«Camille lässt nichts anbrennen»
Sicher ist: Rasts Form stimmt. Die letzten fünf Riesenslaloms waren ein einziger Steigerungslauf: Fünfte, Vierte, Vierte, Zweite, Erste.
Mit einer solchen Bilanz könnte Rast locker das rote Trikot der Disziplinenführenden tragen. Tut sie aber nicht. Denn da ist noch Julia Scheib (27).
Die Österreicherin hat ihren Knopf in diesem Winter endgültig gelöst, dreimal gewonnen und 119 Punkte Vorsprung. Für Rast hat sie nur lobende Worte parat. Gegenüber Blick sagt sie: «Camille lässt auf der Piste nichts anbrennen, geht volle Attacke – von oben bis unten. Sie hat definitiv den Killerinstinkt, den es braucht.»
Scheib geht von engem Kampf aus
Siebenmal fuhr Scheib schon am Kronplatz. Viermal schied sie aus. «Dreimal hat es mich abgeworfen», sagt sie. Das Bestresultat: Rang 9. «Trotzdem ist es mein Lieblings-Riesenslalom. Oben geht es eher leicht los, dann kommt ein Steilhang. Es folgen leichte Übergänge im Schatten, manchmal hängt der Hang seitlich weg.» Scheib nimmt sich viel vor. «Diesmal sollte es klappen.»
Nach dem Kronplatz-Riesen gibt es nur noch drei Riesenslaloms im Weltcup. Geht Scheib davon aus, dass es zwischen ihr und Rast bis zum Ende eng bleibt? «Ja, natürlich!»