Darum gehts
Franjo von Allmen (24) feiert seine Olympia-Goldmedaille ganz anders als seinen Abfahrts-Weltmeistertitel vor zwölf Monaten. Zur Erinnerung: Nach von Allmens Goldfahrt in Saalbach kam es im Schweizer Lager zu einer wilden Party, bei der sich die Rennfahrer gegenseitig die Haare zerschnitten haben.
In Bormio läuft alles sehr viel gediegener ab. Von Allmen verbringt den Abend mit seinen Betreuern, Teamkollegen und den Mitgliedern seines Fanclubs in der Red Bull Lounge. Es werden zwei, drei Hopfensäfte getrunken, aber die Bier- und Champagnerduschen bleiben aus, die Haare bleiben unversehrt.
Still, aber sichtlich glücklich zelebriert von Allmens Servicemann Sepp Kuppelwieser diesen Abend. Der Südtiroler war noch nie ein Lautsprecher. Der Head-Mann verkörpert die pure Bescheidenheit – obwohl er in seiner Branche ein Gigant ist.
Zwei Abfahrts-Olympiasiege in vier Jahren
Kuppelwieser hat bereits bei den Olympischen Spielen in Peking mit Beat Feuz (38) Abfahrts-Gold gewonnen, nun hat er diesen Titel mit von Allmen verteidigt. «Und in den Jahren zuvor hat Sepp bereits mit dem Norweger Kjetil Andre Aamodt und dem Südtiroler Peter Fill praktisch bei jedem Grossereignis Medaillen geholt», erzählt Feuz, welcher die Hauptverantwortung trägt, dass Kuppelwieser im Sommer 2012 nach einer Auszeit in den Ski-Zirkus zurückgekehrt ist.
«Als ich von Salomon zu Head wechselte, war ursprünglich der Plan, dass Didier Cuches Servicemann zu mir wechselt. Obwohl wir uns mögen, sind Chris und ich zum Schluss gekommen, dass wir für eine Zusammenarbeit zu unterschiedlich sind. Rennchef Rainer Salzgeber hat danach Sepp Kuppelwieser kontaktiert, obwohl dieser nach der WM 2011 als Servicemann aufgehört hat», erinnert sich der Emmentaler. «Ich habe mich dann bei Peter Fill erkundigt, ob er mir seinen Ex-Servicemann empfehlen könne? Peters Antwort: ‹Sepp ist der Beste!› Zum Glück wollte Sepp dann auch mit mir zusammenarbeiten.»
«Er macht einen genialen Job»
Feuz und Kuppelwieser haben dann auch perfekt zusammen harmoniert: Neben Olympia-Gold haben die beiden gemeinsam den Abfahrts-Weltmeistertitel 2017, vier weitere Medaillen und vier Abfahrtskugeln erkämpft.
Nach dem Rücktritt von Feuz 2023 wechselte der Wachskünstler, der wie Abfahrts-Bronzegewinner Domink Paris aus dem Ultental stammt, für ein Jahr an die Seite des Österreichers Stefan Babinsky, ehe Rainer Salzgeber bewusst wurde, dass der Südtiroler perfekt zu von Allmen passt. «Während Franjo wirklich das blühende Leben ist, lässt sich Sepp nie aus der Ruhe bringen. Sie ergänzen sich ideal.» Von Allmen weiss, wie gross Kuppelwiesers Anteil an seinen Goldmedaillen ist: «Ich möchte Sepp ein grosses Merci aussprechen, er macht einen genialen Job!»