Das Podest
1. Sara Hector (Sd) 2:23,86
2. Paula Moltzan (USA) +0,18
3. Mikaela Shiffrin (USA) +0,23
Das Rennen
Im letzten Riesenslalom vor den Olympischen Spiele fahren fünf Athletinnen in einer eigenen Liga. Auf einem sehr drehenden Kurs liegen sie am Morgen innerhalb von einer halben Sekunde, die Sechsplatzierte verliert bereits weit über eine Sekunde. Dementsprechend wird der Kampf ums Podest im 2. Lauf von Paula Moltzan lanciert. In typischer Moltzan-Manier riskiert die Amerikanerin viel, kann ihren Lauf aber auf Zug durchziehen – damit springt sie auf Rang 2. Denn am Ende ist nur noch die Pausenführende Sara Hector schneller. Die Schwedin ist bei der letzten Zwischenzeit sogar hinter Moltzan zurückgefallen, dreht den Spiess im Flachstück vor dem Ziel aber nochmals um.
Als Dritte komplettiert Mikaela Shiffrin das Podest, ihr erstes im Riesenslalom in dieser Saison – und auch das erste seit ihrem schweren Sturz in Killington. Letztmals ist die Amerikanerin im Riesen im Januar 2024 in Jasna (Slk) aufs Treppchen gestiegen.
Damit reisst auch die Podest-Serie von Camille Rast. Der Schweizerin unterlaufen nach starkem 1. Lauf ein paar Fehler zu viel. Am Ende fehlen ihr zehn Hundertstel zum vierten Riesenslalom-Podium in Serie. Und dennoch ist Rast heute auch eine Siegerin: Weil Julia Scheib, die Führende in der Riesenslalomwertung, als Pausendritte im Final ausscheidet, holt Rast in der Disziplinenwertung 50 Punkte auf – sie liegt nun noch 89 Punkte zurück.
Die anderen Schweizerinnen
4. Camille Rast +0,33
6. Sue Piller +2,53
11. Vanessa Kasper + 3,79
34 Sue Piller
Den 2. Lauf verpassen: 39. Dania Allenbach +4,88, 44. Shaienne Zehnder +5,45
DNF1 Simone Wild
Unter der Woche verpasst Wendy Holdener am Kronplatz den 2. Lauf ohne offensichtlichen Fehler. Entsprechend ansprechend ist der Auftritt am Morgen: Solide und ohne Fehler verschafft sie sich als 22. eine Ausgangslage, die einen Sprung die Top 15 ermöglicht hätte. Irgendwie fehlt im Riesenslalom aber das Grundtempo, weshalb der Angriff nach vorne ausbleibt.
Bis zum Riesenslalom in Kronplatz vergangenen Dienstag ist die Saison für Vanessa Kasper enttäuschend verlaufen. Der 14. Platz hat aber offenslichtlich befreeinde Wirkung, denn auch in Spindlermühle läuft es der Bündnerin plötzlich besser. Das kann sie auch im 2. Lauf bestätigen. Zwar verliert sie im Steilhang etwas viel Zeit, weil sie aber das Tempo gut in die Fläche mitnehmen kann, rettet sie sich auf Platz 3 ins Ziel. Am Ende schafft sie mit Platz 13 die Olympia-Limite.
Sue Piller legt mit Startnummer 34 einen sackstarken 1. Lauf hin – begeht kaum einen Fehler und verliert nur 1,59 Sekunden auf die Bestzeit – was Zwischenplatz 9 bedeutet. In der Entscheidung setzt die Schweizer Ski-Hoffnung dann nochmals einen drauf, übernimmt mit einer halben Sekunde Vorsprung die Führung. Sie springt noch auf Platz 6 nach vorne – Karriere-Bestresultat und Olympia-Limite!
Dania Allenbach verpasst in ihrem 3. Weltcuprennen zum ersten mal die Punkte. Dabei ist sie bis zum Ende des Steilhangs noch ganz gut auf Kurs, doch dann gerät sie in den letzten Toren zu tief und und muss einen bremsenden Umweg einlegen.
Simone Wild scheidet nach einem Innenski-Fehler aus. Shaienne Zehnder kann die gute Unterlage nicht nutzen, rutscht im Steilhang zu oft und verliert in jedem Streckenteil zu viel Zeit.
Die Stimmen (gegenüber SRF)
Camille Rast (nach 2. Lauf): «Ich mache zu viele Fehler, das ist nicht gut genug so. Ich habe schon vier oder fünf vierte Plätze in dieser Saison, irgendwann ist es dann schon mühsam. Ich will auf dem Podest stehen und es fehlt ja auch nur wenig. Ich habe viel probiert, ich war sicher zu oft am Limit, hatte den Innenski nicht immer gut platziert. Mein Skifahren war heute einfach nicht gut genug fürs Podest.»
(nach 1. Lauf): «Im Steilhang habe ich keine saubere Linie gehabt. Der Kurs war langsamer und drehender als gedacht. Es ist spannend, wie eng es vorne ist, aber nach hinten gleichzeitig sehr grosse Abstände bestehen. Die Beine waren schwer, atmen ist auch nicht ganz einfach. Ich bin nicht ganz fit, aber das ist Teil des Spiels.»
Sue Piller (nach dem 2. Lauf): «Ich weiss gar nicht, was ich sagen soll. Es ist crazy. Ich habe einfach versucht, so gerade wie möglich auf die Tore zu fahren und das umzusetzen, was mit den Trainern besprochen wurde. Ich wollte schon in den letzten Rennen immer auf den Leaderstuhl hocken. Nach dem 1. Lauf dachte ich, dass es schwierig wird. Dann hab ich grün gesehen – ohne Worte!
Zur erreichten Limite: «Ich habe gedacht, dass ich mich irgendwie reinschleichen kann. Dass ich die Kriterien erreicht habe, ist crazy. Denn das bedeutet, dass ich wahrscheinlich an Olympia gehen darf.»
Vanessa Kasper (nach 2. Lauf): «Der Lauf war von oben bis unten eine Katastrophe. Ich bin überrascht, dass es gereicht hat. Ich war enttäuscht über die Leistung, aber es reicht ja für die Top 15.»
Wendy Holdener (nach 2. Lauf): «Grundsätzlich wollte ich gut Skifahren, in gewissen Schwüngen ist mir das gelungen, von daher hats gepasst. Im Riesenslalom ist es immer schwierig, ich habe versucht, technisch etwas umzustellen, anstatt es einfach laufen zu lassen.»
(nach 1. Lauf): «Mein letztes Renenn war Kronplatz mit 4,2 Sekunden Rückstand. Heute sind es 2,8 eigentlich wollte ich 1,5 Sekunden (lacht). Es hat grössere Abstände, als wir alle gedacht haben. Wir haben wohl alle damit gerechnet, dass es flüssiger ist zum Fahren. Es sieht ganz okay aus dafür, dass ich in letzter Zeit kaum Riesenslalom trainiert habe.»
Das gab zu reden
Nach ihrem Traum-Comeback am Kronplatz ist Federica Brignone – gemeinsam mit Sofia Goggia – eine von zwei grossen Abwesenden. Grund: Die beiden Italienerinnen trainieren im Hinblick auf die Olympischen Spiele lieber in Cortina, als den Riesenslalom in Tschechien zu bestreiten.
Das gab zu reden II
Alice Robinson ist Vizeweltmeisterin im Riesenslalom, hat in ihrer Karriere bereits sechs Rennen in dieser Disziplin gewinnen können. Sie gehört zweifellos zu den besten Riesenslalom-Fahrerinnen der Gegenwart. An diesem Samstag in Spindlermühle kommt sie aber gar nicht vom Fleck, verpasst den 2. Lauf als 37. ohne offensichtlichen Fehler. Die Neuseeländerin eröffnet das Rennen, wird danach von Camille Rast aber gleich um über vier Sekunden distanziert. Eine Woche nach ihrem harten Abflug im Super-G von Tarvisio scheint sie weit von ihrer Topform entfernt.
Die Bedingungen
Bei leicht bewölkten Verhältnissen präsentiert sich die Piste in exzellentem Zustand, weshalb am Morgen auch mit hohen Nummern noch gute Zeiten möglich sind. Auch in der Entscheidung am Nachmittag hinterlässt die Unterlage in Spindlermühle einen tadellosen Eindruck.
So gehts weiter
In Tschechien geht es am Sonntag mit einem Slalom weiter. Ende Januar sind dann in Crans-Montana wieder die Speedfahrerinnen an der Reihe. Der nächste Riesenslalom steht an den Olympischen Spielen (15. Februar) an.


