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Riesen-Knatsch bei den Österreichern
Wegen mieser Betreuung und peinlicher Regelunkenntnis

Nach dem olympischen Speed-Desaster hoffen die Österreicher heute auf einen Riesen-Exploit. Pikant: Marco Schwarz könnte ausgerechnet dem Mann den Job retten, der ihn im Super-G durch Regelunkenntnis benachteilgt hat.
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Abgesehen von der Silbermedaille von Manuel Feller (links) und Vincent Kriechmayr (rechts) hatten die Österreicher bei den Olympischen Spielen in Bormio keinen Grund zum feiern.
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Darum gehts

  • ÖSV-Herren gewinnen nur eine Olympia-Medaille, Kritik an Cheftrainer Marko Pfeifer
  • Marco Schwarz durfte wegen Regelverstoss nicht an Abfahrtstraining teilnehmen
  • Schwarz belegt Platz 14 im Super-G, notwendiges Training auf Stelvio fehlte
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Marcel W. PerrenSki-Reporter

Die Stimmung im Lager der Österreicher ist schlecht. Richtig schlecht. Nachdem die ÖSV-Herren in drei Olympia-Rennen lediglich eine Medaille in der Team-Kombination (Kriechmayr/Feller) gewonnen haben, gibt es immer mehr Athleten, die ihren Cheftrainer Marko Pfeifer als Fehlbesetzung bezeichnen. Zumindest hinter vorgehaltener Hand. Viel Kredit hat Pfeifer bereits vor der Anreise nach Italien verspielt. Was ist passiert?

Anstatt seine Abfahrer beim Weltcup in Crans-Montana zu betreuen, ist der Headcoach mit Vincent Kriechmayr, Raphael Haaser und Marco Schwarz ins Olympia-Vorbereitungscamp nach Saalbach gefahren. Zahlreiche ÖSV-Insider sind zudem der Meinung, dass ihr Cheftrainer auch deshalb im Wallis hätte sein müssen, um Vorkehrungen für die nächste WM in Crans-Montana zu treffen.

Das peinliche Versäumnis

Der grösste Fauxpas ist der sportlichen Leitung von Ski Austria im Fall Marco Schwarz unterlaufen. Schwarz, der in der Altjahreswoche in Livigno den Weltcup-Super-G gewonnen hatte, wollte im Hinblick auf den Olympia-Super-G die Abfahrtstrainings auf der Stelvio bestreiten. Doch das war im Endeffekt nicht möglich, weil «Blackys» Chefs die Regel übersehen haben, dass ein Athlet nur dann an den olympischen Abfahrtstart gehen kann, wenn er innerhalb von zwei Jahren mindestens eine FIS-, Europacup, -oder Weltcup-Abfahrt bestritten hat (Blick berichtete am 4. Februar).

Schwarz kann seit seiner im Dezember 2023 in Bormio erlittenen Knieverletzung keinen Einsatz in der Königsdisziplin vorweisen. Pfeifer versuchte dieses Versäumnis schönzureden: «Der «Blacky» kann sich in Österreich besser auf den Olympia-Super-G vorbereiten, als beim schlechten Wetter in Bormio». Letztendlich war das Wetter im Veltlin dann aber nie richtig schlecht. Und als Schwarz letzten Mittwoch im wichtigsten Super-G der letzten vier Jahre nicht über den 14 Rang hinausgekommen ist, sagte der Kärntner klipp und klar, «dass mir vor diesem Rennen das Abfahrtstraining auf der Stelvio gefehlt hat.» Ein deutlicher Seitenhieb an seine Trainer. Aber vielleicht rettet Schwarz seinem Chefcoach Pfeifer den Job, wenn er im Riesenslalom eine Medaille gewinnt.

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