Marathon-Programm für Ski-Superstar
Renn-Verzicht? Odermatts Trainer macht klare Ansage

Marco Odermatt hat in den kommenden Wochen ein Marathon-Programm vor sich. Doch der Superstar will nicht zurückstecken – dafür gibts Gründe.
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Die kommenden Wochen werden von Marco Odermatt viel abverlangen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Marco Odermatt verpasste Kitzbühel-Abfahrtssieg nach Super-G-Triumph am 25. Januar 2025
  • Beat Feuz vermutet, Super-G-Erfolg habe Substanz für Abfahrt gekostet
  • Odermatt führt mit 100 Punkten Vorsprung im Abfahrts-Weltcup
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Marcel W. PerrenSki-Reporter

Kitzbühel (Ö), am 25. Januar 2025: Marco Odermatt verpasst am Tag nach seinem überragenden Triumph im Super-G seinen ersten Sieg bei der Hahnenkamm-Abfahrt. Beat Feuz (38) stellt kurz darauf eine besondere These auf. «Vielleicht hat Marco durch den Erfolg im Super-G die Abfahrt verloren.»

Der Abfahrts-Olympiasieger erläutert seinen Verdacht wie folgt: «Wenn du in Kitzbühel im Super-G gewinnst, kostet das im Hinblick auf die Abfahrt enorm viel Substanz. Marco ist am Freitag nach Siegerehrung und Dopingkontrolle erst um 15.30 Uhr ohne Mittagessen im Magen ins Hotel zurückgekehrt, um 18 Uhr musste er schon wieder zur Siegerehrung mit anschliessendem Besuch im TV-Studio des ORF. Es dauerte bis 19.30 Uhr, ehe er endlich im Teamhotel zu Abend essen konnte. Somit ist es verständlich, dass er die ultimative Spannung für die Abfahrt nicht mehr aufbringen konnte.»

Der «Kugelblitz» hat ein vergleichbares Szenario in seinem Weltmeister-Jahr 2017 am eigenen Leib erlebt. «Damals war ich in der Form meines Lebens. Aber nach dem dritten Rang und den damit verknüpften Zeremonie-und Medien-Marathon bin ich am Tag danach ausgeschieden.»

Russi sieht Pausen-Potenzial

Bernhard Russi (77) rät Odermatt deshalb im Podcast «Après-Ski» von Blick zu einer kurzen Wettkampfpause. «Das gigantische Programm, das Marco absolviert, ist nicht nur mit enormen körperlichen-, sondern auch mit sehr hohen mentalen Belastungen verknüpft. Deshalb würde ich an seiner Stelle vor den Olympischen Spielen ein Rennen auslassen.»

Für Russi ist auch klar, wo eine solche Pause am ehesten Sinn machen würde. «Ich denke da an die Abfahrt in Crans-Montana VS oder eben den Super-G in Kitzbühel.»

Geplante Renn-Starts von Marco Odermatt im restlichen Winter

23.01.2026: Super-G, Kitzbühel
24.01.2026: Abfahrt, Kitzbühel
27.01.2026: Riesenslalom, Schladming
01.02.2026: Abfahrt, Crans-Montana
07.02.2026: Abfahrt, Bormio (Olympia)
evtl. 09.02.2026: Team-Kombination, Bormio (Olympia)
11.02.2026: Super-G, Bormio (Olympia)
14.02.2026: Riesenslalom, Bormio (Olympia)
28.02.2026: Abfahrt, Garmisch-Partenkirchen
01.03.2026: Super-G, Garmisch-Partenkirchen
07.03.2026: Riesenslalom, Kranjska Gora
14.03.2026: Abfahrt, Courchevel
15.03.2026: Super-G, Courchevel
21.03.2026: Abfahrt, Lillehammer (Weltcupfinal)
22.03.2026: Super-G, Lillehammer (Weltcupfinal)
24.03.2026: Riesenslalom, Lillehammer (Weltcupfinal)

23.01.2026: Super-G, Kitzbühel
24.01.2026: Abfahrt, Kitzbühel
27.01.2026: Riesenslalom, Schladming
01.02.2026: Abfahrt, Crans-Montana
07.02.2026: Abfahrt, Bormio (Olympia)
evtl. 09.02.2026: Team-Kombination, Bormio (Olympia)
11.02.2026: Super-G, Bormio (Olympia)
14.02.2026: Riesenslalom, Bormio (Olympia)
28.02.2026: Abfahrt, Garmisch-Partenkirchen
01.03.2026: Super-G, Garmisch-Partenkirchen
07.03.2026: Riesenslalom, Kranjska Gora
14.03.2026: Abfahrt, Courchevel
15.03.2026: Super-G, Courchevel
21.03.2026: Abfahrt, Lillehammer (Weltcupfinal)
22.03.2026: Super-G, Lillehammer (Weltcupfinal)
24.03.2026: Riesenslalom, Lillehammer (Weltcupfinal)

«Kampf um kleine Kugeln verläuft ausgeglichen»

Niemand kennt den Athleten Odermatt besser als sein langjähriger Riesen-Trainer Helmut Krug. Und der denkt nicht an eine Wettkampfpause seines grandiosen Schützlings. «Marco befindet sich mit 28 Jahren in der besten Zeit einer Rennfahrer-Karriere, er ist in einer bombastischen Form.»

Aufgrund seiner Routine verbrauche Odermatt auch weniger Körner, als noch vor einigen Jahren. «Und weil er auch in diesem Olympia-Winter in all seinen Disziplinen die Kristallkugel gewinnen will, wird er voraussichtlich kein Rennen auslassen.»

Die grosse Kugel für den Gesamtweltcupsieg wird Odermatt aufgrund von fast 600 Punkten Vorsprung mit grosser Wahrscheinlichkeit gewinnen. Der Kampf um die kleinen Kugeln verläuft aber viel ausgeglichener. «In der Abfahrt führt Marco derzeit mit 100, im Super-G mit 94 und im Riesenslalom mit 95 Punkten. Somit könnte es für ihn richtig eng werden, wenn er ein Rennen auslassen würde», rechnet Krug vor.

Das positive Beispiel Cuche

Bis zum Final in Kvitfjell (No) stehen im Weltcup noch fünf Abfahrten, vier Super-G und drei Riesenslaloms auf dem Programm. Am Dienstag wird Odermatt das erste Abfahrtstraining auf der «Streif» bestreiten.

Die Biografie seines Jugendidols Didier Cuche (51) dürfte dem Nidwaldner Mut machen – Cuche hat 2010 als letzter das Kunststück fertig gebracht, innerhalb von 24 Stunden den Super-G und die Abfahrt am Hahnenkamm zu gewinnen.

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