«Jetzt muss er schon einmal liefern»
Swiss-Ski-Boss trotz Odermatt-Sieg nicht restlos glücklich

Swiss-Ski-Sportchef Walter Reusser fordert mehr von Lenz Hächler nach dessen verpasstem Finale in Adelboden. «Er braucht ein Erfolgserlebnis, dann kommt es schon.»
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Loïc Meillard ist nach dem Riesenslalom am Chuenisbärgli nicht zufrieden mit sich.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Einmal mehr rettet Marco Odermatt die Schweizer Riesenslalom-Bilanz
  • River Radamus verbessert sich um 23 Plätze im zweiten Lauf
  • Thomas Tumler klettert von Platz 24 auf Platz 12 im Finale
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Neben Odermatts Sieg gibt es für die meisten Schweizer Riesen-Fahrer in Adelboden nichts zu bejubeln. Loïc Meillard (29) startet zwar furios in den zweiten Durchgang, doch die Euphorie hält nur bis in die Mitte der schwierigsten Riesenslalom-Strecke im Weltcup.

Denn danach wird es zäh, wie auch Meillard selber sagt: «Es war einfach so schwierig mit der Sicht im ganzen Lauf. In der Mitte bin ich dann einmal aus dem Rhythmus gefallen und dort habe ich auch nicht wieder hineingefunden.»

Am Ende belegt der Romand Platz 6. Solide, aber kein Grund zur Freude. Sein Fazit fällt entsprechend nüchtern aus: «Es ist etwas bitter. Ein halber guter Lauf am Tag reicht einfach nicht.»

«Wenn man Zehnter wird, kann man auch auf das Podest fahren»

Luca Aerni (32) kann sich diesmal nicht auf eine weniger gewässerte Piste freuen – jene Bedingungen, bei denen er zuletzt glänzte. Der Wahl-Walliser sucht sein Glück dennoch im Angriff und hadert nach dem Rennen nicht lange. Trotz der anderen Bedingungen fühlt er sich wohl auf seinem Material und ist zufrieden mit seiner Leistung. «Wenn man Zehnter wird, kann man auch auf das Podest fahren», sagt Aerni.

Der Routinier Thomas Tumler (36) beendet das Rennen auf Rang 12. Das schafft er nur dank eines starken zweiten Laufs, in dem er sich von Platz 24 um ganze zwölf Positionen verbessert.

Für Hächler wäre viel Möglich gewesen

Weniger Glück hat Lenz Hächler (22). Nur fünf Hundertstel fehlen ihm, um zum dritten Mal in einen zweiten Lauf einzuziehen. Vom heissen Sitz geschleudert wird er von Lukas Feuerstein (Ö, 24), der mit Startnummer 43 noch auf Platz 28 vorprescht.

Dass vom 30. Platz aus sehr viel möglich gewesen wäre, zeigt knapp zwei Stunden später River Radamus (27). Der Amerikaner eröffnet den zweiten Lauf fulminant, verbessert sich um 23 Ränge auf Platz 7 und deklassiert im Finaldurchgang die Konkurrenz somit um fast neun Zehntel und mehr.

Swiss-Ski-Sportchef ordnet Schweizer Leistungen ein

Das entging auch Swiss-Ski Sport-CEO Walter Reusser nicht. Gegenüber Blick ordnet er ein: «Ja, wenn du siehst, was ein Radamus macht, ist das schon schade für Hächler. Sein Potenzial ist zwar gross, aber er muss jetzt dann schon einmal liefern.»

Reusser hat dabei auch eine Vermutung, wie sich das ändern könnte. Er sagt: «Lenz braucht jetzt mal ein Erfolgserlebnis und dann kommt’s schon. Das Wichtigste ist jetzt einfach, dass er die Geduld behält. Eine Umstellung auf neues Material braucht einfach Zeit.»

Auch zu Fadri Janutin (25) und Sandro Zurbrügg (23) – beide verpassen das Finale – findet Reusser Worte und nimmt sie gar etwas in Schutz. Für ihn ist klar: «Die hohen Nummern waren heute wirklich die Gestraften.» Denn Fadri Janutin sei heute eigentlich wirklich «mal richtig gut gefahren».

Einziger Schweizer Ausfall ist Livio Simonet. Ohne grossen Kampf um den Verbleib im Rennen scheidet der 27-Jährige schon früh im ersten Lauf aus.

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