Während andere Skirennfahrer am Ende des langen Olympiawinters auf dem Zahnfleisch gehen, hat Marco Odermatt immer noch genügend Power für Extraschichten. So wie am Freitagmorgen, als der fünffache Gesamtweltcupsieger in Kvitfjell vor dem Abfahrtstraining eine Riesenslalom-Einheit absolvierte.
«Dass das Riesenslalom-Training Energie gebraucht hat, habe ich zwar am Abfahrtsstart bemerkt. Aber es hat mir dennoch sehr gutgetan, noch einmal ein paar Riesenslalom-Schwünge zu absolvieren», kommentiert der Nidwaldner, der im selben Atemzug festhält, «dass es in Wengen, Kitzbühel oder Bormio nicht möglich wäre, vor einem Abfahrtstraining Riesen zu trainieren. Aber Kvitfjell gehört ja nicht zu den strengsten und schwierigsten Abfahrten.»
Monney überzeugt, von Allmen hadert
Das Abfahrtstraining beendet Odermatt mit ordentlichen Reserven auf Platz 18, Olympiasieger Franjo von Allmen landet auf Rang 21. Dem dreifachen Olympiasieger setzt vor allem die Tatsache zu, dass die Temperaturen in Kvitfjell entgegen den Wetterprognosen äusserst frühlingshaft sind. «Die Piste ist schmierig und salzig – ich fühle mich bei diesen Bedingungen überhaupt nicht wohl. Aber jammern hilft nichts. Ich muss einen Weg finden, damit ich am Renntag das passende Set-up für diese besonderen Verhältnisse finde.»
Schlecht waren von Allmens Abschnittszeiten aber im Abschlusstraining nicht. Bis zur letzten Zwischenzeit war der gelernte Zimmermann aus dem Berner Oberland bei den Schnellsten, ehe er weit vor dem Ziel stark abbremste. Ziemlich früh abgebremst hat auch Alexis Monney – dennoch beendet der Freiburger die Hauptprobe zur finalen Abfahrt als Dritter.