Darum gehts
Der Ausfall von Lara Gut-Behrami reisst ein riesiges Loch bei Swiss-Ski auf. Die Tessinerin war in den letzten drei Wintern im Schweizer Frauen-Team für 30,5 Prozent aller Punkte und 56,5 Prozent aller Podestplätze verantwortlich. Cheftrainer Beat Tschuor weiss um die Wichtigkeit seiner besten Athletin, hat aber keine Bedenken. Er sagt: «Wichtig ist, Positivität reinzubringen. Wir haben erfahrene, gute Athletinnen – ich werde sie stärken.» Trotzdem: Wer füllt die Lücke, die Gut-Behrami hinterlässt? Eine alleine wird es nicht schaffen. Blick nennt aber fünf Fahrerinnen, die zuschlagen könnten.
Wendy Holdener (32): Das Schweizer Uhrwerk
Sie ist die Konstanz in Person. In den letzten zehn Wintern stand die Schwyzerin immer auf dem Podest. Und hamsterte Medaillen – fünf bei Olympischen Spielen, neun bei Weltmeisterschaften. Ihr Problem: Mikaela Shiffrin (30, USA). Die Amerikanerin verhinderte schon unzählige Siege. Dennoch: Mit Trainer Jörg Roten hat Holdener einen Top-Mann an der Seite. Und sie sagte unlängst: «Ich will wieder ganz nach vorne.» Bis zur WM 2027 fährt sie sicher weiter.
Corinne Suter (30): Neuer Impuls und alte Klasse
IMAGE-ERROR (inline_Image_6203497065842809574)
Nach ihrem Kreuzbandriss brauchte Suter den letzten Winter, um wieder Fuss zu fassen und Vertrauen zu gewinnen. Das gelang. Die Vorbereitung verlief verheissungsvoll, Suter zeigte starke Fahrten. Und auch die Zusammenarbeit mit dem neuen Speed-Cheftrainer Stefan Abplanalp, klappt hervorragend. Zum Trainingslager in Copper Mountain sagt sie: «Es hat sich eine sehr gute Dynamik in unserem Team entwickelt, deshalb war die Stimmung bei uns, abgesehen von Laras Unfalltag, immer sehr gut.»
Camille Rast (26): Sie will auch Shiffrin angreifen
«Unmöglich ist es nicht», sagt die Walliserin. Was sie meint: Viele fragen sich, ob Mikaela Shiffrin überhaupt zu besiegen ist im Slalom. Rast hat keine Angst vor ihr, fuhr sowohl in Levi (Fi) als auch in Gurgl (Ö) Bestzeiten im Steilhang – das reichte für die Plätze 15 und 3. Die Slalom-Weltmeisterin kämpft nicht nur mit Shiffrin und flachen Passagen, sondern auch mit ihrer Hüfte. Diese bereitet nach wie vor Probleme – eine Prognose ist unmöglich.
Malorie Blanc (21): Speed-Frohnatur ist gereift
In ihrem erst zweiten Weltcuprennen schaffte es das Speed-Talent aus Ayent VS bereits aufs Podest – Zweite in St. Anton (Ö). Danach tat sie sich schwer, auch mal einen 20. Platz zu akzeptieren. Doch Blanc hat mental viel gearbeitet. Entscheidend wird sein, dass sie sich nicht zu sehr unter Druck setzt. Sie hat die Zukunft vor sich und dürfte ihre Punkteausbeute aus dem letzten Winter (159) deutlich übertreffen.
Michelle Gisin (33): Wieder alles im Griff
Kräftiger punkten als im letzten Winter wird auch Gisin. Kein Wunder, hat die Engelbergerin doch eine schwächste Saison seit neun Jahren hinter sich. Zweimal Neunte, einmal Achte – mehr war nicht. Es spricht aber viel dafür, dass Gisin den Turnaround gelingt. Durch die Konzentration auf Abfahrt und Super-G hat sie mehr Ruhe gewonnen. Nach zehn Jahren hat sie einen neuen Servicemann: Mathias Fuhrer – auch das könnte ein Impuls geben.