Das Podest
1. Manuel Feller (Ö) 1:40,60
2. Loïc Meillard (Sz) +0,35
3. Linus Strasser (De) +0,53
Das Rennen
Mit Startnummer 1 kommt Loïc Meillard in den Genuss einer perfekten Piste am Ganslernhang. Und er nutzt diese Ausgangslage aus. Seine Fahrt ist schnell, nur über die letzte Welle hat er ein bisschen Probleme. Trotzdem kommt kein Konkurrent an ihm vorbei. Er hat als dritter Schweizer nach Daniel Yule (2020 und 2023) und Dumeng Giovanoli (1968) den Slalom-Sieg in Kitzbühel im Visier.
Als er sich am Nachmittag aus dem Starthäuschen katapultiert, liegt mit Manuel Feller ein Österreicher in Führung. Crasht Meillard die Heim-Party? Lange siehts so aus. Doch unten raus fällt er zurück. Und muss Feller den Vortritt lassen. Meillard wird starker Zweiter – der 33. Podestplatz seiner Karriere. Und für Feller erfüllt sich ein langersehnter Traum. Denn in zehn Kitzbühel-Auftritten zuvor hat er es nie aufs Treppchen geschafft. Dieses wird von Linus Strasser komplettiert.
Die Schweizer
7. Tanguy Nef +0,81
12. Daniel Yule +1,38
DNF1: Ramon Zenhäusern, Marc Rochat, Luca Aerni, Matthias Iten, Sandro Simonet
Fünf Hundertstel fehlen Tanguy Nef zur Halbzeit auf einen Podestplatz. Von Rang 6 aus nimmt er die Entscheidung in Angriff und hat die Chance, noch nach vorne zu preschen. Aber das gelingt nicht. Er fällt zurück.
Für Daniel Yule gehts noch darum, bei letzter Möglichkeit nach Platz 11 in Gurgl (Ö) die zweite Hälfte der Olympia-Limite zu erfüllen. Als 13. ist er zur Halbzeit auf Kurs. Auch seine zweite Fahrt ist stark, auch wenns nicht ganz für die zwischenzeitliche Führung reicht. Er reiht sich an zweiter Position ein und weiss, das gibt ein Resultat in den Top 15. Damit erfüllt er als vierter Schweizer Slalomfahrer nach Meillard, Nef und Iten die Vorgaben. Und dürfte wohl zum vierten Mal zu Olympischen Spielen reisen.
Acht Schweizer gehen an den Start, nur drei schaffen es im 1. Lauf ins Ziel. Ramon Zenhäusern, Marc Rochat, Luca Aerni, Matthias Iten und Sandro Simonet – sie alle scheiden am Vormittag aus.
Die Stimmen gegenüber SRF
Daniel Yule nach dem 2. Lauf: «Heute ist es nicht das Wichtigste, die Olympia-Limite zu erfüllen. Für mich galt es, wieder eine gute Leistung zu zeigen. Wenn man es bisher nicht zweimal in die Top 15 geschafft hat, hat man grössere Probleme. Ein Thema war es schon, aber ich habe in dieser Saison etwas gekämpft mit dem neuen Material, dachte, es würde schneller gut damit gehen. Aber nun komme ich immer besser damit zurecht.»
Loïc Meillard nach dem 1. Lauf: «Die Frage ist immer, wie der Schnee reagiert und wie eisig es ist. ich habe probiert immer zu attackieren und der Schnee war viel einfacher als erwartet. ich bin die letzte Welle nicht ganz optimal gefahren, da liegt noch mehr drin. Die Nummer 1 hab ich noch gerne, da muss ich meinen Plan durchziehen und darf nicht zu viel überlegen.»
Tanguy Nef nach dem 1. Lauf: «Zum Fahren war es ein bisschen tricky. Wie immer habe ich nicht so losgelegt gut, aber dann aufgedreht. Beim Rest habe ich den Speed mitgenommen. Es war ein sauberer Lauf ohne grosse Fehler. Das zeigt, ich kann ganz schnell sein ohne etwas speziell zu machen.»
Daniel Yule nach dem 1. Lauf: «Es hat mir nicht wirklich Freude gemacht. Auf diesem Hang hat man selten Freude. Aber es ist der Spass an der Herausforderung. Ich glaube, niemand steht am Start und sagt ich werde ein gutes Gefühl haben. Aber diesen Kampfgeist mag ich. Ich habe gut gekämpft, bei ein, zwei Passagen habe ich die Ski etwas hart hingestellt. Aber es ist sicher wieder ein Schritt nach vorne.»
Das gab zu reden
Vor Wochenfrist in Wengen BE hat sich Henrik Kristoffersen über die Piste beschwert – und das auch mit deutlichen Worten gegenüber Offiziellen der FIS. Das hat nun Folgen. Renndirektor Markus Waldner macht eine Ansage in Richtung des Norwegers. «Nächstes Mal gibts eine empfindliche Strafe», sagt er beim Captains Meeting vor dem Kitzbühel-Slalom. Dabei betont er, dass es nicht um die Kritik per se geht, sondern um die Art und Weise, wie Kristoffersen diese kundtat.
Das gab zu reden II
Die Österreicher erleben in dieser Saison ein Déjà-vu. Wie letzten Winter haben sie in den ersten sieben Slaloms das Podest verpasst. Und unternehmen in Kitzbühel den nächsten Anlauf, das zu ändern. Im Vorjahr hat dies nicht geklappt – erst im darauffolgenden Rennen in Schladming gabs die Erlösung. In diesem Jahr siehts zur Halbzeit nicht schlecht aus. Manuel Feller liegt als Vierter nur eine Hundertstelsekunde hinter dem Treppchen. Und lässt den Ganslernhang am Nachmittag beben. Feller geht in Führung, weil Henrik Kristoffersen danach zurückfällt, gibts die Podest-Erlösung. Und das gleich mit dem Sieg – dem ersten für die Gastgeber seit 2017 Marcel Hirscher triumphierte. Damit sorgen die Slalom-Cracks nach der historischen Klatsche für die österreichischen Abfahrer für einen mehr als versöhnlichen Abschluss des Wochenendes.
Die Bedingungen
Am Morgen zeigt sich rechtzeitig zum Start des Rennens die Sonne. Die Piste ist teils eisig und kompakt, der Schnee nicht allzu schwierig. Allerdings gibts schon früh Spuren. Schon nach 20 Athleten beginnts dunkler zu werden, die Sicht wird blinder. Als es am Nachmittag weitergeht, ist es bewölkt.
So gehts weiter
Es geht Schlag auf Schlag weiter. Kommende Woche stehen in Schladming (Ö) die Nachtrennen im Riesenslalom (Dienstag, 1. Lauf 17.45 Uhr) und Slalom (Mittwoch, 1. Lauf 17.45 Uhr) auf dem Programm. Danach geht die Reise weiter in die Schweiz, wo nächsten Sonntag als letztes Rennen vor Olympia noch die Abfahrt von Crans-Montana VS (11 Uhr) ansteht.