Es ist das häufigste Ritual im Ski-Zirkus: Viele Speed-Stars machen sich vor dem Rennstart mit Musik heiss. Franjo von Allmen zieht sich im Startgelände vom Lauberhorn richtig harte Klänge rein. «Momentan fahre ich total auf den Sound der kalifornischen Metal-Band «System of a Down» ab», verrät der Abfahrts-Welmeister aus dem Berner Oberland.
Ähnlich tönt es in der Wettkampfvorbereitung bei Dominik Paris, der in der wettkampffreien Zeit als Sänger der südtiroler Death Metal-Kapelle «Rise of Voltage» für Furore sorgt. «Ich höre vor den Rennen zwar nie ein bestimmtes Lied, aber meine Renn-Playlist beinhaltet ausschliesslich Metal. Die meisten Songs sind von Pantera, der Titel «Cowboys from Hell» hat es mir besonders angetan.»
Höllisch ist auch die Songliste von Niels Hintermann: «In der halben Stunde vor meinem Start zur längsten Abfahrt der Welt werde ich ganz sicher die AC/DC Klassiker «Highway to Hell» und «Hells Bells», sowie «wir haben noch lange nicht genug» von den «Böhsen Onkelz» hören.»
Odermatt stellt auch in diesem Bereich eine Ausnahme dar
Hintermanns Zürcher Kumpel Alessio Miggiano mag es ein bisschen melodiöser. «Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass ich mich kurz vor dem Gang an den Start mit irgendeinem Lied von Linkin Park motivieren werde», sagt der 23-Jährige, der bei der letzten Abfahrt in Gröden mit der Startnummer 43 auf den fünften Rang gedonnert ist. Hat auch Superstar Marco Odermatt eine Band, die ihn vor dem Rennen Schub verleiht? «Im Kraft- und Konditionstraining pushe ich mich oft mit deutschem Rap, aber in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung höre ich gar keine Musik», hält der vierfache Gesamtweltcupsieger fest.