Darum gehts
Blanc-Wahnsinn? Ski-Trainer mahnt zur Vorsicht
Der Hype um Malorie Blanc (22) im Wallis ist riesig. 200 Personen des Fanclubs erleben ihren Super-G-Sieg auf der Tribüne, Tausende weitere jubeln ihr zu. «Das ist wunderbar. Aber wir müssen mit den Füssen auf dem Boden bleiben», sagt Speed-Cheftrainer Stefan Abplanalp. Er weiss: Der Rest des Teams enttäuschte – mit Ausnahme von Jasmina Suter (Rang 16). Die Plätze 23 (Corinne Suter), 28 (Priska Ming-Nufer) und 29 (Joana Hählen und Janine Schmitt) sind im Hinblick auf Olympia alles andere als vielversprechend. Für die Olympia-Teilnehmerinnen Delia Durrer (38.) und Jasmine Flury (Out) ging die Cortina-Hauptprobe gar komplett in die Hose.
Odermatt auf Weg zu Klammer-Rekord gestoppt
Nach der Abfahrt in Crans-Montana ist es so gut wie sicher, dass auch in diesem Winter ein Schweizer die kleine Kristallkugel für den Gesamtsieg in der Königsdisziplin gewinnen wird. Franjo von Allmen liegt nach seinem Triumph auf der «Piste National» mit 115 Punkten Rückstand auf Superstar Marco Odermatt an zweiter Stelle. Der drittplatzierte Dominik Paris liegt vor den drei letzten Weltcup-Abfahrten bereits 214 Punkte hinter dem Nidwaldner. Auf dem Weg zu einem neuen Weltcup-Rekord ist Odermatt im Wallis aber ganz knapp gestoppt worden. Nachdem der 28-Jährige zuvor acht Abfahrtspodestplätze in Serie eingefahren hat, verpasst Odermatt in Crans Montana als Vierter das «Stockerl» um lumpige neun Hundertstel. Österreichs Abfahrts-Kaiser Franz Klammer hat zwischen dem 10. Januar 1976 und dem 22. Januar 1977 zehn Podestplätze in Folge verbucht.
Wie geht es Lindsey Vonn?
«Mein Olympischer Traum ist nicht vorbei», schrieb Lindsey Vonn (41, USA) nach ihrem Abflug in Crans-Montana auf Instagram. Eine Diagnose steht noch aus. «Wir sollten nicht spekulieren, aber ich denke, dass es nicht ganz so schlimm ist», analysiert ihre ehemalige Teamkollegin Julia Mancuso (41, USA). War auch etwas Show dabei, dass sie im Zielraum den Helikopter brauchte? Zuvor fuhr Vonn immerhin selbst auf den Ski nach unten. Gemäss Blick-Infos könnte es sich bei ihrer Verletzung um eine Knochenprellung handeln. Gebrochen oder gerissen sollte aber nichts sein. Fakt ist: Diesen Zwischenfall hatte sich die Comebackerin definitiv nicht gewünscht.
Das steckt hinter Vogts Zahnbürsten-Moment
Es ist der kurioseste Moment in der TV-Übertragung aus Crans-Montana: Deutschlands Luis Vogt hat kurz vor dem Abfahrtstart eine elektrischen Zahnbürste falsch herum im Mund. ZDF-Experte Marco Büchel hat im ersten Moment keine Erklärung dafür, erhält dann aber live auf Sendung per Whatsapp die Antwort von Deutschlands Ex-Kombi-Weltmeisterin Martina Ertl: «Das ist eine mit Batterie betriebene Zahnbürste. Die Vibration macht die Aktivierung oder Stimulation. Manche machen ja auch Zungenkreise und so, um das System zu aktivieren.» In Crans Montana hat Vogt dieser Zahnbürsten-Trick nur bedingt genützt: Der 23-Jährige belegt den 18. Schlussrang. Und obwohl er in der Vorwoche bei der Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel mit dem achten Rang die Selektionskriterien für die Olympischen Spiele erfüllt hat, darf Vogt nicht nach Bormio reisen. Grund: Die Deutschen haben die Selektionsliste bereits vor dem Rennen auf der «Streif» nach Mailand übermittelt.
Rätsel um Helm bei Crash von Norwegerin
Der Horrorsturz von Marte Monsen beim ersten Abfahrtstraining hallt nach. «Es wurden keine Kopf- oder Gesichtsverletzungen festgestellt», schrieb die FIS. Abgesehen von Schürfungen. Sie ist zurück in Norwegen – dort wird das womöglich verletzte Knie untersucht. Dennoch bleibt die Frage, warum sich bei der 26-Jährigen ihr Helm lösen konnte. «Das wissen wir noch nicht», sagt Norwegens Cheftrainer Tim Gfeller zu Blick, «aber wir werden das genau untersuchen.» Er habe so etwas Ähnliches nur einmal vor vielen Jahren im Training erlebt. Die Vermutung ist, dass der Kinnriemen riss oder der Verschluss kaputtging.
Kristoffersen will Österreicher werden
Im Herbst 2023 hat Norwegens Ski-Verband Lucas Braathen an Brasilien verloren. Nun stellt sich die Frage, ob die Wikinger schon bald einen weiteren Top-Shot abgeben müssen. Henrik Kristoffersen sorgte nach seinem Sieg beim Nachtslalom in Schladming mit folgender Aussage für Furore: «Ich hoffe, dass ich in der Zukunft Österreicher werde!» Hintergrund: Der aus der Region Oslo stammende Edeltechniker hat seinen Hauptwohnsitz seit knapp zehn Jahren im Salzburgerland. Deshalb hat der Vater eines zweijährigen Buben die österreichische Staatsbürgerschaft beantragt.
Kristoffersen hat sich vor Jahren genau wie Braathen mit den Entscheidungsträgern im norwegischen Verband gestritten, weil er im Gegensatz zu einem Marco Odermatt oder Franjo von Allmen das Design seines Sponsors Red Bull nicht auf den Helm lackieren darf. In Norwegen gehört die Werbefläche auf dem Kopf nicht dem Athleten, sondern dem Verbandssponsor. Als ÖSV-Athlet könnte Kristoffersen auf den Helm malen, was er will. Dennoch hätte ein Nationenwechsel für den Mann mit 34-Einzelweltcupsiegen einen gravierenden Haken: Sollte Norwegen die Freigabe verweigern, würde er bei einem Wechsel alle FIS-Punkte verlieren und er dürfte nicht mehr im Weltcup starten. Stattdessen müsste er FIS-Rennen bestreiten.
SRF-Experte verliert bei Speaker-Einsatz fast die Stimme
Didier Plaschy (52) ist den meisten Ski-Fans als SRF-Experte ein Begriff. Auch in Crans-Montana VS war er wieder hinter dem Mikrofon. Allerdings nicht fürs TV, sondern als Speaker. Er sprang ein, weil sich das OK nach den tragischen Ereignissen am 1. Januar mehr Analysen statt Animation wünschte. Neben einem DJ und einem weiteren Speaker fühlte er sich auf dem Balkon des riesigen Zielgebäudes pudelwohl. «Er ist aber nicht so gut isoliert», scherzt Plaschy. «Darum habe ich beim Super-G der Frauen fast meine Stimme verloren.» Dass er in dieser neuen Rolle gleich beim ersten Einsatz zwei Schweizer Siege (Malorie Blanc und Franjo von Allmen) erleben konnte, macht ihn froh. «Wenn es so läuft, kann man als Experte sowieso nichts falsch machen.»
Paris rockt Odermatts Heimat
Die «Teffli-Ralley» in Ennetmoos kommt dem grössten Volksfest im Kanton Nidwalden gleich. Wenn sich die Piloten von frisierten Zweitakt-Mofas in einem Motocross-ähnlichen Wettkampf messen, schauen bis zu 30'000 Fans zu. Auch Marco Odermatt war schon mehrmals unter den Zuschauern. Bei der nächsten Austragung im kommenden August wird im Rahmenprogramm der «Teffli-Ralley» noch ein anderer Ski-Held im Zentrum stehen: Der Südtiroler Dominik Paris, der am Sonntag in Crans-Montana hinter von Allmen den zweiten Rang belegte, wird mit seiner Metal-Band «Rise of Voltage» aufspielen.
Schweizer Legenden treffen sich zum Dinner
Es ist bis heute die glorreichste Teamleistung in der WM-Geschichte! Gemeint ist das Ergebnis der Abfahrt 1987 in Crans-Montana, als Peter Müller, Pirmin Zurbriggen, Karl Alpiger und Franz Heinzer für einen Schweizer Vierfachsieg sorgten. Daniel Mahrer belegte in diesem geschichtsträchtigen Rennen den sechsten Rang. 39 Jahre danach haben sich Müller und Zurbriggen, die sich zu Aktivzeiten nicht immer grün waren, auf der «Piste National» zu einem «Downhill-Legends-Day» mit anschliessendem Dinner verabredet. «Es war sehr cool», schwärmt Müller.