Der grosse Ski-Check
Ösi-Legende mit revolutionärer Idee – Odermatt wäre Leidtragender gewesen

Österreich-Legende Hans Knauss wartet nach dem Lauberhorn-Wochenende mit einem revolutionären Vorschlag auf. Derweil setzt sich die Krise bei den Schweizer Speed-Frauen fort. Es werden Erinnerungen an 2005 wach. Hier gibts den Ski-Check.
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Darum gehts

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Jagt sich Odermatt einen eigenen Rekord ab?

Marco Odermatt hat nach seinem Lauberhorn-Sieg gleich zwei Rekordmarken im Visier. Bis jetzt teilt sich der Superstar vom Vierwaldstättersee die Herren-Bestmarke in der Kategorie Saisonsiege mit Ingemar Stenmark, Hermann Maier und Marcel Hirscher. Der Schwede, der Österreicher und der Austria-Holländer haben wie der Nidwaldner in einem Winter 13 Weltcup-Triumphe eingefahren. In der laufenden Saison hat Odermatt bereits sieben Siege verbucht. Weil der 28-Jährige in diesem Weltcup-Winter voraussichtlich noch zwölf Rennen bestreiten wird, könnte er schon bald alleiniger Rekordhalter sein. Gleichzeitig könnte der vierfache Gesamtweltcupsieger auch seinen eigenen Weltcup-Punkterekord (2042) aus der Saison 2022/23 verbessern. Aktuell hat Odermatt 1105 Zähler auf seinem Weltcup-Konto.

Marco Odermatt jagt auch in dieser Saison wieder mehrere Rekorde.
Foto: keystone-sda.ch

Nur halbe Punktzahl für verkürzte Weltcuprennen?

Der ehemalige Kitzbühel- und Adelboden-Sieger Hans Knauss macht nach der Lauberhorn-Abfahrt einen revolutionären Vorschlag: «Meines Erachtens sollten bei derart stark verkürzten Rennen nur die Hälfte der Weltcup-Punkte vergeben werden. Das heisst: Der Sieger erhält statt 100 Punkten nur fünfzig Zähler. Also 40 anstelle von 80 Punkten für den Zweiten. Dieselbe Regelung könnte angewendet werden, wenn ein Riesenslalom oder Slalom nach dem ersten Lauf aufgrund des Wetters abgebrochen werden muss.» Swiss Ski-CEO Walter Reusser hält dagegen: «Selbst wenn der Start wie in diesem Fall zum Hundschopf hinunter verschoben werden muss, beinhaltet die Lauberhornabfahrt mindestens so viele Schwierigkeiten wie Abfahrten, die anderswo in voller Länge ausgetragen werden. Deshalb soll auch die volle Punktzahl vergeben werden.»

Kans Knauss bringt eine neue Punkteregelung für verkürzte Rennen ins Spiel.
Foto: Sven Thomann

Schweiz war 2005 noch schlechter

Schlimmer geht nimmer? Auch nach dem schwachen Schweizer Tarvisio-Wochenende bleibt es dabei: Nur Malorie Blanc (22) und Janine Schmitt (25) haben die Olympia-Richtlinien komplett erfüllt. Gut möglich, dass auch Corinne Suter (31) für Cortina aufgeboten wird. Eine Weltcupwertung ist derzeit erschreckend: Die Swiss-Ski-Frauen belegen in der Super-G-Nationenweltcupwertung Rang sieben. Nur gerade 148 Punkte sammelten sie in drei Rennen. Letztmals schlechter waren sie vor gut zwei Jahrzehnten. Damals hatte man am Ende des Winters nur gerade 147 Punkte. Zum Vergleich: Österreich (Rang eins) schaffte seinerzeit 1956 Zähler – ein irrer Vorsprung.

Corinne Suter und Co. kommen in den Speed-Rennen noch nicht wie gewünscht auf Touren.
Foto: Getty Images

Feuz auch ohne Rennanzug verdammt schnell

Beat Feuz (38, Gewinner 2012, 2018 und 2020) hat am Samstag seinen Sieg-Rekord bei der Lauberhornabfahrt an Marco Odermatt abtreten müssen. Dass er diese Piste aber auch bald drei Jahre nach seinem Rücktritt immer noch richtig gut im Griff hat, demonstriert der Abfahrtsolympiasieger als SRF-Kamerafahrer. Obwohl er nicht im Renndress, sondern in normaler Skibekleidung und ohne Skistöcke gefahren ist, hat er im Super-G auf die Bestzeit von Italiens Shooting-Star Giovanni Franzoso lediglich 12 Sekunden verloren. Sein Rückstand auf den Liechtensteiner Marco Pfiffner (31) betrug sogar nur rund 5 Sekunden.

Auch mit Kamera und ohne Rennanzug schnell: Beat Feuz.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Sind 292 Tage Ski-Pause genug?

Federica Brignone (35) steht nach ihren schlimmen Beinverletzungen bei den italienischen Meisterschaften im letzten April vor einem sensationellen Comeback. Am Montag verkündet die Riesenslalom-Weltmeisterin und Gesamtweltcupsiegerin von 2025, beim Rennen in Kronplatz am Dienstag zu starten. Das will gut überlegt sein. Warum? Einerseits möchte Brignone vor den Heim-Winterspielen in Cortina (It) Rennrhythmus haben. Andererseits würde sie ihren Verletztenstatus aufgeben und darum in der Weltcupstartliste möglicherweise weit zurückfallen. 

Könnte bereits am Dienstag ein Weltcuprennen bestreiten: Federica Brignone.
Foto: keystone-sda.ch

Auch Vlhova scharrt mit den Hufen

Kaum zu glauben, aber wahr. Neben Brignone könnte auch die Slowakin Petra Vlhova (30) in Cortina an den Start gehen. Nach zweijähriger Verletzungspause gaben ihre Ärzte grünes Licht für wettkampfmässiges Training – das Knie hält. «Es mag ein wenig verrückt klingen angesichts dessen, wie wenig Zeit mir zu den Olympischen Spielen bleibt. Doch ich habe mich dazu entschieden, um die Chance einer Teilnahme zu kämpfen.» Vlhova gewann 2022 in Peking Slalom-Olympiagold. «Den Entscheid über einen Start werde ich 48 Stunden vor dem Rennen treffen», sagt sie. Der Slalom steigt am 18. Februar.

Skistar Vlhova hofft weiter auf Slalom-Start an Olympia
1:26
Wettlauf gegen die Zeit:Skistar Vlhova hofft weiter auf Slalom-Start an Olympia

Phänomen Ledecka wird doch nicht …?

Ester Ledecka sorgte 2018 für eines der grössten olympischen Märchen: Sie gewann sowohl im Snowboard als auch im Ski Alpin Gold. Schafft sie 2026 das Gleiche noch einmal? Die 30-jährige Tschechin hat sich längst entschieden, auf die Abfahrt zu verzichten. Sie plant einen Start beim Snowboard-Parallel-Riesenslalom, der am gleichen Tag (8. Februar) stattfindet. Auf zwei Latten wird man Ledecka dennoch sehen – beim Super-G (12. Februar). Und siehe da: Die Ausnahme-Athletin kommt rechtzeitig in Form – in Tarvisio wird sie beim Super-G Dritte.

Ester Ledecka könnte an den Olympischen Spielen ihren Coup von 2018 wiederholen.
Foto: IMAGO/ABACAPRESS

Generationenduell elektrisiert

Das in Schweden geborene, deutsche Ski-Wunderkind Emma Aicher (21) wird in Tarvisio in der Abfahrt Fünfte. Den Super-G gewinnt sie. Ebenfalls vollends überzeugend sind die Auftritte Lindsey Vonns. Die 20 Jahre ältere US-Frau schafft es auf die Ränge drei und zwei. Gut möglich, dass die beiden Ausnahmeathletinnen auch bei Olympia im Kampf um Gold die Klingen kreuzen werden. Es wäre erneut ein Generationenduell der besonderen Art.

Aicher (Mitte) vor Vonn (l.) – das Generationenduell dürfte es auch an den Olympischen Spielen geben.
Foto: IMAGO/ABACAPRESS

Modell verleiht Italiens Abfahrts-Oldtimer Schub

Eine ganz besondere Leistung liefert in Wengen der Südtiroler Christof Innerhofer ab – vier Wochen nach seinem 41. Geburtstag donnert der Super-G-Weltmeister von 2011 in der Abfahrt auf den zehnten Rang! Somit ist Innerhofer der erste Ü-40-Pilot, der eine Top-Ten-Klassierung von der Weltcup-Abfahrt am Lauberhorn vorweisen kann. Zur Erinnerung: 2013 hat Innerhofer auf der längsten Abfahrt der Welt triumphiert. «Damals hat mich ein unschönes Gerücht angetrieben», erinnert sich der Rossignol-Pilot: «Ein paar Stunden vor dem Rennen hat mein Teamkollege Peter Fill behauptet, dass sich meine Freundin mit einem anderen Mann treffen würde. Danach bin ich aggressiv wie nie zuvor vom Starthaus hinauskatapultiert. Peters Behauptung hat mich wütend gemacht und angetrieben. Nach der Fahrt durchs Brüggli-S und durch den Tunnel habe ich zu mir gesagt: ‹So, jetzt zeige ich meiner Freundin, wer hier der Chef ist.›»

Liebes(un)glück macht Christof Innerhofer in Wengen schnell.
Foto: AFP

Von der damaligen Freundin hat sich Innerhofer schon längst getrennt, aktuell ist er aber ziemlich frisch verliebt. Die Herzdame vom feschen Christof ist ein Fotomodell aus Österreich. «Es wird der Tag kommen, wo ich den Namen und ein Foto von meiner wunderbaren Freundin veröffentlichen werden. Das wäre jetzt aber noch ein bisschen zu früh», erklärt Innerhofer verschmitzt lächelnd.

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