«Das war eine ziemliche Blamage»
Hintermanns skurrilste Karriere-Anekdoten

Niels Hintermann steht in Kvitfjell vor seiner Abschiedsfahrt. Vorher spricht der Zürcher über die emotionalsten, schmerzlichsten und peinlichsten Momente seiner Karriere.
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Marcel W. PerrenSki-Reporter

Die beste Fahrt

«Die ist mir in der Altjahrswoche 2021 im zweiten Training zur Abfahrt in Bormio gelungen. Ich hatte zweieinhalb Sekunden Vorsprung auf Stelvio-Rekordsieger Dominik Paris. Ja, da bin ich richtig geil Ski gefahren. Diese Bestzeit hat mir im Hinblick aufs Rennen aber nicht nur geholfen, sie hat mich noch nervöser gemacht. Letztendlich hat es dennoch fürs Podest gereicht. Ich bin hinter Dominik Paris und Marco Odermatt Dritter geworden.»

Die schmerzlichste Erfahrung

«Auch diese hatte ich in Bormio. Und zwar in diesem Winter. Die Tatsache, dass ich nicht bei der Olympia-Abfahrt starten konnte, hat mir sehr wehgetan. Ungefähr zwei Tage lang.»

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In Kvitfjell 2022 hat Niels Hintermann der Abfahrtskonkurrenz erstmals die Zunge gezeigt.
Foto: keystone-sda.ch

Die speziellste Begegnung

«Ganz klar mit Roger Federer. Erstmals begegnet bin ich ihm bei der WM 2017 in St. Moritz. Da habe ich ihm aber nur kurz Hallo gesagt, zudem durfte ich ein Foto mit ihm machen. Ein paar Jahre später habe ich zusammen mit fünf anderen Teamkollegen eine Einladung für das Mitarbeiterfest von unserem Verbandssponsor Sunrise erhalten. Roger ist auch gekommen. Obwohl er bei dieser Veranstaltung eine eigene Kabine gehabt hätte, war er die ganze Zeit bei uns. Es hat sich ein megacooles Gespräch entwickelt. Deshalb kann ich sagen, dass Roger ein grandioser Mensch, oder auf Züritüütsch ausgedrückt ‹än richtig coole Siech› ist.»

Der heftigste Ausraster

«Diesbezüglich kann ich mich nicht auf einen festlegen, davon hat es einige gegeben. Aber ich glaube, dass ich mich für jeden einzelnen Ausraster bei allen Beteiligten entschuldigt habe. Und noch etwas: In solchen Situationen werde ich zwar richtig laut, und ich benutze Wörter, die nicht koscher sind. Aber ich habe niemals körperliche Gewalt angewendet.»

Die skurrilste Situation

«Die habe ich hier in Kvitfjell erlebt. Und zwar im März 2022, wenige Tage vor meinem ersten Weltcupsieg in der Abfahrt. Nach dem ersten Training habe ich mich mit dem sogenannten Zielsack auf den Sessellift gesetzt. Im Hotel bemerkte ich, dass ich diesen Zielsack nicht richtig zugemacht habe. Mir stockte der Atem, als mir klar wurde, dass ein Innenschuh fehlt. Ich habe sofort Zoe, unsere Betreuerin, im Ziel angerufen. Sie konnte dort aber nichts finden. Irgendwann ist ein Athlet zu mir gekommen und hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass bei einem Mast in der Nähe der Mittelstation ein Innenschuh liegen würde. Danach konnten ganz viele Leute vom Sessellift aus beobachten, wie ich vom einen Mast zum anderen gelaufen bin, bis ich meinen Innenschuh endlich gefunden hatte. Das war eine ziemliche Blamage.»

Der schönste Tag

«Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich den am Samstag bei meiner Abschiedsfahrt in Kvitfjell erleben werde. Eines steht fest: Ich werde mich für meinen letzten Auftritt auf einer Weltcuppiste nicht in ein besonders Kostüm stürzen, wie das andere Rennfahrer getan haben. Ich werde es ähnlich angehen wie der Franzose Adrien Théaux letzte Woche in Courchevel. In einigen Passagen werde ich noch einmal ordentlich Gas geben, in anderen Streckenabschnitten wird der Genuss im Vordergrund stehen.»

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Die ungewöhnlichste Reise

«Mein jüngster Trip nach Kvitfjell. Im Gegensatz zu meinen Teamkollegen bin ich diesmal nicht nach Norwegen geflogen, sondern mit meinem Auto hochgefahren. Ich wollte das schon länger einmal tun, nun hat es perfekt gepasst. Ich bin am Dienstagmorgen um 5 Uhr in Zürich abgefahren, kurz vor Göteborg habe ich in einem Hotel am Meer übernachtet. Am Mittwoch habe ich um 6.50 Uhr in Schweden den letzten Abschnitt in Angriff genommen, um 13.45 Uhr bin ich in Kvitfjell angekommen. Ich habe rund 2200 Kilometer zurückgelegt. Ich habe vor allem die Fahrt durch Skandinavien enorm genossen, ich habe herrliche Plätze entdeckt.»

Das beste Hotel

«Wenn wir im Sommer auf dem Gletscher in Zermatt trainiert haben, war unser Team meistens im Europe einquartiert. In diesem Hotel sind die Zimmer, das Essen und das Personal absolut top.»

Die schlechteste Unterkunft

«Ich bin nicht heikel, aber im Europacup habe ich im österreichisch-slowenisch-italienischen Dreiländereck in einem Hotel gewohnt, das in jeglicher Hinsicht unterirdisch war.»

Das mieseste Essen

«Ungeniessbar war es nie, aber in Wengen waren die Mahlzeiten in meinen ersten Weltcupjahren alles andere als ein Highlight. Aber seit das Belvedere umgebaut wurde, schmecken auch die Menüs richtig gut. Zeitweise war auch das Essen in Garmisch und in Kvitfjell kein Genuss, aber auch in diesen Stationen ist es in den letzten Jahren besser geworden.»

Der emotionalste Augenblick

«Im Skizirkus hatte ich den im Januar 2023, als ich auf der Kitzbüheler Streif als Dritter den Sprung aufs Podest geschafft habe. Den Moment, als ich am Abend bei der Siegerehrung vor 50'000 Menschen aufs Stockerl steigen durfte, werde ich nie mehr vergessen. Privat war der Moment besonders emotional, als mir der Arzt im letzten Jahr gesagt hat, dass mein Körper krebsfrei ist.»

Der heftigste Bierrausch

«Mir sind zwei Abstürze in spezieller Erinnerung geblieben. Den einen hatte ich am Ende eines Trainingscamps in Südamerika, den anderen beim Weltcupfinale 2023 in Andorra. Die allerbesten Partys habe ich im Crest'ota auf der Lenzerheide gefeiert. »

Der grösste Schock

«Als ich im Herbst 2024 die Diagnose Lymphdrüsenkrebs erhalten habe, hatte ich erst einmal keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll. Ich habe an diesem Abend zu Hause mit meiner Frau ein besonders langes Gespräch geführt, und einige Biere getrunken. Nach einer ganz schlechten Nacht haben mir zum Glück mein Mentaltrainer und der Hypnotiseur enorm geholfen. Und weil danach auch die Ärzte einen Top-Job gemacht haben, geht es mir heute ausgezeichnet.»

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