Mehr als die Hälfte aller Rennen des Winters sind vorbei. Genauer: 49 von 83. Und siehe da: Die Schweiz führt das Nationen-Ranking noch immer vor Österreich an. Doch nicht nur dies. Der Vorsprung ist mit 299 Punkten so gross wie noch nie! Die Chance, erstmals nach 30 Jahren am Ende der Saison die Ski-Nation Nummer 1 zu sein, ist riesig.
«Es wäre gewaltig, wenn wir das schaffen. Es spornt mich an, dass ich zu diesem Ranking beitragen kann», sagt Wendy Holdener (26). Die Slalom-Spezialistin ist für 493 der 5900 Schweizer Punkte (Männer und Frauen) verantwortlich – keine andere Athletin von Swiss-Ski holte mehr. Teamkollegin Michelle Gisin (26) meint: «Es wäre cool, wenn es klappt. Das ist ja ewig her. Ich fiebere auch immer mit den Jungs mit.» Was auffällt: Während die Schweizer Männer im Duell mit Österreich schon seit Winterbeginn die Nase vorne haben (aktuell 3619:2856), konnten zuletzt auch die Frauen aufholen (2281:2745).
Die Folge? In unserem Nachbarland liegen die Nerven blank. Die historische Schlappe im Riesenslalom von Garmisch-Partenkirchen (De), wo Manuel Feller als Bester gerade mal 28. wurde, hallt nach. Es ist das schlechteste Ergebnis des ÖSV überhaupt in der Basis-Disziplin des Skisports. «Das darf uns nicht passieren. Keine andere Ski-Nation hat so viele finanzielle Mittel zur Verfügung wie wir», sagt Altmeister Hans Knauss zu BLICK.
Hirscher-Comeback gefordert
Es ist offensichtlich: Die erfolgsverwöhnte Austria-Armada ist nach dem Rücktritt von Superstar Marcel Hirscher am Schlingern. «Marcel soll seine Rennski wieder auspacken», fordert die «Kronen-Zeitung». Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Dabei gab sich ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel vor drei Wochen noch siegessicher. «Am Ende werden wir die Nationenwertung erneut gewinnen», so der 78-Jährige.
Holdener kündigt derweil an: «Sollten wir es packen, feiern wir am Ende der Saison beim Weltcupfinal mit den Männern eine grosse Party!»