1. Lindsey Vonn 1:06.24
2. Kajsa Vickhoff Lie +0,37
3. Jacqueline Wiles +0,48
Gross ist der Jubel bei Lindsey Vonn, als Landsfrau Jacqueline Wiles mit der drittbesten Zeit über die Ziellinie fährt. Die 33-Jährige, welche mit der Startnummer 16 unmittelbar nach der Top-Gruppe ins Rennen gestartet ist, fährt in Zauchensee erst zum vierten Mal in ihrer Karriere auf ein Weltcup-Podest.
Dabei hätte Vonn auch für sich selbst Grund zur Freude, denn: Die 41-Jährige zeigt vor allem in der zweiten Hälfte der verkürzten Strecke eine technisch nahezu perfekte Fahrt und distanziert ihre Konkurrenz mit der Startnummer 6 um 37 Hundertstelsekunden und mehr. Damit feiert sie in Zauchensee ihren zweiten Abfahrtssieg in dieser Saison und baut die Führung in der Disziplinenwertung deutlich aus.
Im Sandwich der beiden US-Amerikanerinnen sorgt Kajsa Vickhoff Lie für eine kleine Überraschung, indem sie zum ersten Mal seit letztem Januar auf das Podium fährt. Den Unterschied macht sie mit dem schnellsten oberen Teil aller Athletinnen.
5. Janine Schmitt +0,65
13. Malorie Blanc +0,81
22. Corinne Suter +1,10
31. Delia Durrer +1,52
34. Joana Hählen +1,54
36. Jasmine Flury +1,57
40. Priska Ming-Nufer +1,71
41. Stefanie Grob +1,90
44. Jasmina Suter +2,13
Für die Schweizer Good News sorgt Janine Schmitt: Die Ostschweizerin stösst mit der Startnummer 24 dank einer unerschrockenen Fahrt auf den starken fünften Rang vor. Es ist ihr mit Abstand bestes Weltcup-Resultat – und das beste Ergebnis der Schweizer Speed-Frauen in dieser Saison.
Auch Malorie Blanc legt phasenweise eine schnelle Fahrt ein. Insgesamt kommt sie aber nicht an die Leistung ihrer Teamkollegin heran. Am Ende resultiert Rang 13, womit sie nach den Rennen in Val d'Isère (Ränge 26 und 20) wieder einen Schritt nach vorne macht.
Corinne Suter und Jasmine Flury nehmen das Rennen mit den Startnummern 1 und 2 in Angriff – aufgrund des vielen Schneefalls vor dem Rennen sicher kein Vorteil. Entsprechend verpassen die beiden die Top-Plätze, Flury gar die Weltcup-Punkte. Immerhin: Dass Suter nach ihrer Fussverletzung endlich ihr erstes Saisonrennen bestreiten kann, ist erfreulich.
Priska Ming-Nufer verliert schon im obersten Streckenteil viel Zeit und baut dann einige technische Unsauberkeiten ein. Damit landet sie ausserhalb der Top 30. Gleiches gilt für Delia Durrer, Stefanie Grob, Jasmina Suter und Joana Hählen.
Janine Schmitt: «Es ist sehr, sehr erleichternd. Bis Neujahr ging es nicht so, wie ich es wollte. Das Wichtigste ist, dass ich probiert habe, es zu geniessen und die Schwünge zu zeigen, die ich kann. Wenn man das hinbringt, geht es meistens gut. Der 5. Rang gibt sehr viel Vertrauen und ich probiere, das jetzt in die nächsten Rennen mitzunehmen.»
Corinne Suter: «Ich bin froh, bin ich gefahren. Es war nicht einfach, gleich mit der Startnummer 1 und diesen Bedingungen. Ich fühle mich noch nicht ganz wohl auf dem Ski und traue es mir noch nicht ganz zu. Und mit diesen Bedingungen heute war es schwierig.»
Lindsey Vonn: «Es braucht Emotionen und ich habe sicher viel gegeben heute und mit der Linie riskiert. Aber es sind sicher nicht 100 Prozent meiner Emotionen. Das behalte ich für Cortina. Aber es war schön heute. Die Konditionen waren sicher nicht optimal, aber ich bin gut gefahren.»
Aufgrund des vielen Neuschnees war ein Start von ganz oben von Beginn weg undenkbar. Auch der Plan, wie beim ersten Training am Donnerstag vom Hot-Air-Sprung aus ins Rennen zu steigen, muss am Samstagmorgen verworfen werden. Genutzt wird somit der dritte Reservestart bei der Gamskogelhütte, womit die Fahrzeit nur noch etwas mehr als eine Minute beträgt – deutlich weniger als bei den ersten drei Abfahrten des Winters. Aufgrund der Schwierigkeiten im unteren Streckenteil ist das Rennen trotzdem Weltcup-würdig.
Bei der Startnummer 17 wird es ruhig im Zielraum von Zauchensee: Die Österreicherin Magdalena Egger kommt kurz nach dem Start zu Fall und prallt heftig in die Sicherheitsnetze. Zwar kommt sie wieder auf die Beine, muss schliesslich aber mit dem Helikopter abtransportiert werden.
Die zahlreichen Helferinnen und Helfer haben ganze Arbeit geleistet: Die Piste ist am Samstagmorgen vom grössten Teil des Neuschnees befreit. Weil auch der Schneefall während des Rennens erst spät einsetzt, herrschen bei –5 Grad Celsius grundsätzlich faire Bedingungen. Die Befürchtung, dass die Strecke mit der Zeit deutlich schneller wird, bewahrheitet sich nicht – die beiden schnellsten Zeiten stammen von den Startnummern 4 und 6. Was allerdings schnell auffällt: Die weiche Piste sorgt für ein eher langsames Rennen.
Als zweites Rennen des Weltcup-Wochenendes in Zauchensee steht am Sonntag ein Super-G auf dem Programm. Die erste Athletin wird dann um 12 Uhr ins Rennen steigen.


