Das Podest
1. Cornelia Hütter (Ö) 1:41,54
2. Kira Weidle-Winkelmann (De) +0,26
3. Lindsey Vonn (USA) +0,35
Das Rennen
In St. Moritz GR hat Lindsey Vonn eine Show abgeliefert und in der Abfahrt mit den Rängen 1 und 2 brilliert. Auch in Val d'Isère (Fr) ist sie stark unterwegs – aber dieses Mal reichts nicht für die Spitze. Als sie im Ziel ankommt, reiht sie sich hinter Kira Weidle-Winkelmann ein. Unmittelbar nach der Amerikanerin zeigt Cornelia Hütter, wie man die Strecke schnell meistert. Die Österreicherin setzt sich an die Spitze. Und lässt Vonn um ihren Podestplatz zittern.
Besonders, als Sofia Goggia unterwegs ist. Die Italienerin, die den beiden Trainings den Stempel aufgedrückt hat (Platz 1 und 2), ist richtig schnell unterwegs. Bei der dritten Zwischenzeit liegt sie über vier Zehntel vorne. Doch dann sorgt sie mit einem Fehler für einen Schreckmoment. Sie kommt weit von der Linie ab. Das kostet dermassen viel Zeit, dass sich Goggia deutlich hinter den Podestplätzen einreiht. An diesen gibts letztlich nichts mehr zu rütteln. Hütter holt sich den fünften Abfahrtssieg ihrer Karriere.
Die Schweizerinnen
18. Jasmine Flury +1,72
18. Delia Durrer +1,72
26. Malorie Blanc +2.18
30. Joana Hählen +2,56
32. Janine Schmitt +2,65
33. Jasmina Suter +2.67
38. Priska Ming-Nufer +2,78
Als sie ins Ziel kommt, schüttelt Jasmine Flury den Kopf. Sie ist mit ihrer Fahrt nicht zufrieden. Hie und da unterläuft ihr ein Fehler, sie kommt etwas gar weit von der Linie ab oder driftet zu stark. Aber sie zeigt auch, dass sie wieder bereit ist, das Risiko zu suchen. Für eine Top-Klassierung reicht dieser Mix allerdings noch nicht.
Malorie Blanc bestreitet erstmals in ihrer Karriere eine Abfahrt in Val d'Isère. Sie fährt zwar technisch sauber, aber nicht schnell. Schon oben liegt sie acht Zehntel hinten. Das kann sie nicht mehr aufholen. Sie reiht sich bei der Zielankunft ganz hinten im Klassement ein.
Ähnliches Bild bei Jasmina Suter. Auch bei ihr sind eigentlich keine Fehler zu sehen. Trotzdem verliert sie sehr viel Zeit.
Für einen kleinen Schweizer Lichtblick sorgt Janine Schmitt. Sie startet ganz stark ins Rennen, liegt bei der zweiten Zwischenzeit nur zwei Zehntel hinten. Danach fällt sie zwar zurück, aber trotzdem darf sie zufrieden sein. Denn in den beiden Trainings hat sie noch über fünf Sekunden auf die Bestzeit eingebüsst. Am Ende reichts nicht ganz für einen Platz in den Punkten – neun Hundertstel fehlen ihr.
Auch Delia Durrer zeigt eine ansprechende Leistung. Immer wieder von Rückenschmerzen geplagt, kann sie vor allem oben mithalten. Unten wächst dann ihr Rückstand an, aber sie fährt in die Top 20.
Joana Hählen kommt nicht recht auf Touren. Rund zweieinhalb Sekunden verliert sie im Vergleich mit der Siegerin. Das reicht haarscharf noch für einen Weltcuppunkt.
Die Stimmen gegenüber SRF
Jasmine Flury: «Das ist ein weiterer wichtiger Schritt. Eigentlich muss ich fast ein bisschen zufrieden sein, weil ich ein paar gute Schwünge dabei hatte. In den letzten Tagen war es nicht so einfach, die Geduld zu haben. Man muss es von oben bis unten laufen lassen und diese Selbstverständlichkeit fehlt mir noch. Ich muss das Positive mitnehmen – da hats ein paar Sachen gegeben.»
Cornelia Hütter: «Ich habe die letzten zwei Tage die Linie überhaupt nicht getroffen, heute war es definitiv besser. Die Vorbereitung fällt mir immer etwas schwer, aber mit jeder Fahrt wird es besser. Mir hat das Rennen schon immer mehr Spass gemacht als das Training. Dort versuche ich immer, technisch sauber zu fahren. Im Rennen suche ich dann die Attacke. Deshalb bin ich auch eine Rennfahrerin.»
Das gab zu reden
Nach 22 Monaten Verletzungspause hat Jasmine Flury vor Wochenfrist ihr Comeback gegeben. Nun kehrt sie nach Val d'Isère zurück. Dort hat sie fast auf den Tag genau vor zwei Jahren ihren zweiten und bisher letzten Abfahrtssieg gefeiert. Und das vor Teamkollegin Joana Hählen. Schon da ist die Weltmeisterin 2023 mit der Nummer 6 ins Rennen gegangen. Ein gutes Omen? Nein, sie kann bei weitem nicht mit den Schnellsten mithalten.
Die Bedingungen
Der Himmel über Val d'Isère ist bewölkt. Die Sonne drückt nur zu Beginn des Rennens etwas durch. Das macht die Sicht für die einen Athletinnen schwieriger, weil nicht alle von einem Schattenwurf der Bäume profitieren. Die Temperaturen sind knapp unter dem Gefrierpunkt.
So gehts weiter
Am Sonntag findet in Val d'Isère ein Super-G (11 Uhr) statt. Danach gehts für die Frauen für die letzten beiden Rennen 2025 nach Semmering (Ö), wo kommendes Wochenende ein Riesenslalom (Samstag) und ein Slalom (Sonntag) auf dem Programm stehen. Die nächste Abfahrt findet am 10. Januar in Zauchensee (Ö) statt.



