Das Podest
1. Laura Pirovano (It) 1:20,91
2. Cornelia Hütter (Ö) +0,01
3. Corinne Suter (Sz) +0,05
Das Rennen
Am Freitag vergab Corinne Suter einen Podestplatz im unteren Streckenteil, nachdem sie einen starken Start hingelegt hatte. Und auch am Samstag legt die Schwyzerin los wie die Feuerwehr und liegt nach der zweiten Zwischenzeit drei Zehntel vorne. Doch erneut büsst sie in der Folge ihren gesamten Vorsprung ein. Im Vergleich zum Vortag reicht es Suter als Dritte allerdings auf das Podest. Auf den Sieg fehlen ihr nur fünf Hundertstel.
Diesen holt sich erneut Laura Pirovano. Die Italienerin, die am Freitag zum ersten Mal überhaupt auf einem Weltcup-Podest stand, bestätigt ihre Leistung holt sich dank einer von oben bis unten starken Fahrt mit dem zweiten Sieg in Folge. Den Unterschied gegenüber Cornelia Hütter, die sich mit dem Minimalrückstand geschlagen geben muss und an deren Zeit zuvor niemand herankam, macht Pirovano mit einem starken Schlusssektor.
Für einmal geschlagen geben muss sich Emma Aicher. Die Deutsche Alleskönnerin zeigt eine verhaltene Fahrt und kann im Kampf um das Podest nicht mitreden. Etwas besser läuft es ihrer Landsfrau Kira Weidle-Winkelmann, die eine ihrer grossen Konkurrentinnen im Duell um die kleine Kristallkugel ist. Dank einem starken Finish wird sie am Ende Fünfte und darf sich noch leise Hoffnungen auf den Sieg in der Abfahrtswertung machen. In der Pole-Position liegt dort nach ihrem Doppelsieg allerdings Pirovano (siehe «Der Kugelkampf»).
Die weiteren Schweizerinnen
12. Jasmine Flury + 1,06
18. Stefanie Grob +1,31
24. Malorie Blanc + 1,62
26. Janine Schmitt +1,91
33. Jasmina Suter + 2,40
34. Delia Durrer +2,43
38. Jasmin Mathis +2,98
Stand nach 45 Fahrerinnen
Malorie Blanc kommt erneut nicht so richtig auf Touren. Vor allem im ersten und vierten Sektor handelt sie sich einen beträchtlichen Rückstand ein. So reicht es selbst mit der dritten Startnummer und einer soliden restlichen Fahrt nicht, zwischenzeitlich die Führung zu übernehmen.
Jasmine Flury steigert sich nach dem 21. Rang am Vortrag beträchtlich. Lange ist sie sehr gut unterwegs. Im untersten Abschnitt hat sie allerdings eine kleine Unsicherheit drin und vergibt eine Platzierung unter den besten zehn. Dennoch darf sich Flury, die vor dem Rennen auf dem 25. Rang der Disziplinenwertung lag, über die Qualifikation für den Weltcupfinal in Lillehammer freuen.
Janine Schmitt legt gut los und hält oben mit den Schnellsten mit. Mit der Zeit wächst der Rückstand allerdings deutlich an und so gelingt Schmitt kein Exploit. Sie reiht sich direkt hinter Teamkollegin Blanc ein.
Delia Durrer zeigt von oben bis unten eine verhaltene Fahrt. Ohne grösseren Fehler verliert sie kontinuierlich Zeit und reiht sich am Schluss des Zwischenklassements ein. Am Ende dürfte es nicht für Weltcup-Punkte reichen.
Bereits am Freitag überzeugte Stefanie Grob und holte sich die ersten Weltcup-Punkte in der Abfahrt – und die 21-Jährige steigert sich im Vergleich zum Vortag noch einmal. Dank einem guten Schlussabschnitt fährt sie auf den starken 18. Rang. Es ist das beste Ergebnis im Weltcup für Grob.
Der Kugelkampf
Dank dem Sieg übernimmt Laura Pirovano die Führung in der Abfahrtswertung. 36 Punkte liegt die Italienerin nun vor der bisher führenden Lindsey Vonn, für die die Saison nach ihrem Sturz bei Olympia beendet ist. Erste Verfolgerin von Pirovano ist Emma Aicher, die 28 Punkte zurückliegt. Kira Weidle-Winkelmann, die dritte Fahrerin, die noch rechnerische Chancen auf die kleine Kristallkugel hat, liegt bereits 85 Punkte hinten. Im Gesamtweltcup verpasst es Aicher mit dem 12. Rang, so richtig Druck auf Mikaela Shiffrin zu machen – zumal die US-Amerikanerin laut Blick-Infos am Sonntag den Super-G bestreiten wird.
Das gab zu reden
Dass Lindsey Vonn die Führung in der Disziplinenwertung nach dem zweiten Rennen in Val di Fassa verlieren würde, war abzusehen – auch für sie selbst. Auf Instagram postete die verletzte US-Amerikanerin deshalb noch vor dem Start eine emotionale Botschaft: «Zu Beginn der Saison hätte niemand geglaubt, dass ich auch nur annähernd diese Position erreichen würde. Und ich wette, die Leute hätten gelacht, wenn man das auch nur vorgeschlagen hätte. Aber der Titelgewinn war mein Ziel... und ich bin ihm schmerzlich nahe gekommen.»
Die Stimmen (gegenüber SRF)
Malorie Blanc: «Es ist ein bisschen besser als gestern, von der Zeit her war es schneller. Ich habe etwas probiert. Es gab ein paar Fehler, aber ich habe versucht etwas zu ändern und habe auch einen anderen Schuh genutzt. Es hat nicht alles geklappt, aber es gibt noch morgen.»
Die Bedingungen
Wie bereits am Freitag präsentiert sich das Wetter in Val di Fassa von seiner besten Seite. Die Sonne strahlt, keine Wolke ist am Himmel zu sehen. Und auch die Piste präsentiert sich trotz einigen Schlägen in sehr gutem Zustand. Im Vergleich zum Vortrag ist der Schnee noch etwas härter geworden.
So gehts weiter
Am Sonntag steht mit dem Super-G das letzte der drei Speed-Rennen in Val di Fassa an. Gestartet wird erneut um 10.45 Uhr. Die nächste und gleichzeitig letzte Abfahrt dieser Saison findet in zwei Wochen beim Weltcupfinal in Lillehammer statt.



