Highlight ESAF 2022 – die Meilensteine von Joel Wicki
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Er hängt Zwilchhosen an Nagel:Highlight ESAF 2022 – die Meilensteine von Joel Wicki

Ranking der besten Schwinger
Hier steht König Wicki im Legenden-Vergleich

Nach dem Rücktritt von Joel Wicki ist es Zeit, die besten Schwinger der Historie anzuschauen. Den amtierenden König Orlik lässt er hinter sich, verpasst aber die vorderen Plätze der Top 15.
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Joel Wicki darf auf eine grandiose Karriere zurückblicken.

Darum gehts

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Marcel W. PerrenReporter Sport
15

Harry Knüsel (64), Armon Orlik (30)

Der Zuger Harry Knüsel gewann 1986 in Sitten als erster Innerschweizer die Schwingerkrone. Danach legte der Mann mit dem gefürchteten Wyberhaken eine grandiose Serie bei den Bergkranzfesten hin – in den Jahren 1988 und 1989 gewann Knüsel zweimal in Folge auf dem Brünig, der Rigi und auf dem Stoos. Armon Orlik krönte sich in Mollis erstmals zum König – stand aber nicht im Schlussgang. 2016 in Estavayer hatte es der Bündner an einem ESAF hingegen in den finalen Kampf geschafft. Damals unterlag er dem Berner Matthias Glarner. 

14

Kilian Wenger (35)

Während seiner Zweitlehre als Zimmermann lieferte Kilian Wenger kurz nach seinem 20. Geburtstag sein sportliches Meisterstück ab – am ESAF in Frauenfeld eroberte der Diemtigtaler im August 2010 mit einem makellosen Notenblatt (acht Siege in acht Gängen) den Schwingerthron. Nach diesem märchenhaften Aufstieg begann es aber in Wengers Umfeld heftig zu rumoren. Seine Klubkollegen Thomas Klossner und Roland Knutti lösten im Sommer 2012 Alarm aus: «Kilian schwingt nicht mehr so gut, weil er zu stark vermarktet wird und zu viele Sponsorentermine wahrnimmt.» Tatsächlich konnte Wenger danach nie mehr an seine Gala in Frauenfeld anknüpfen. «King Kilian» hat zwar vier weitere Eidgenössische Kränze erkämpft, in den Top-3 konnte er sich an einem eidgenössischen Anlass aber nie mehr klassieren. Übrigens: Mit Knutti und Klossner hat Wenger seit deren kritischen Äusserungen keinen Kontakt mehr.

13

Samuel Giger (27)

Die Königskrone hat der Thurgauer zwar noch nicht in seiner Vitrine, dafür hat der 26-Jährige bei den eidgenössischen Kräftemessen am Unspunnen und in Kilchberg triumphiert. Zudem hat der gelernte Zimmermann bei den Bergklassikern auf der Schwägalp, Brünig, Weissenstein, Stoos und Rigi in überragender Manier obenaus geschwungen.

10

Nöldi Forrer (47), Thomas Sutter (52) und Joel Wicki (28)

Der Appenzeller Sutter hat mit seinem überragenden «Churz» zwei eidgenössische Anlässe für sich entschieden – zwei Jahre nach dem Unspunnensieg in Interlaken eroberte der Metzger am ESAF in Chur den Thron. Forrer wurde 2001 in Nyon zum König gekrönt und hat bis jetzt als einziger Schwinger die magische Marke von 150 Kränzen (151) geknackt. Der nun zurückgetretene König Joel Wicki war 2019 am Eidgenössischen in Zug nach seiner Niederlage gegen Stucki bereits Erstgekrönter. 

9

Peter Vogt (1924–1979)

Der stärkste Basler der Geschichte stand dreimal in einem Eidgenössischen-Schlussgang: 1945 wurde er nach dem gestellten Schlussgang gegen Willy Lardon als Erstgekrönter ausgerufen. 1948 wurde Vogt dank einem Sieg gegen Walter Haldemann zum König. Zwei Jahre später standen sich der Nordwestschweizer und der Nordostschweizer erneut gegenüber. Weil sich beide im 35 Minuten (!) langen Schlussgang zu passiv verhalten haben, wurde die Königskrone nicht vergeben. Weil Vogt bei der Siegerehrung seinen Kranz zerriss, wurde er für ein Jahr gesperrt.

8

Eugen Hasler (60)

Der Schwyzer ist der König ohne Krone. 1989 stolperte «Geni Schränz» in Stans im ESAF-Schlussgang als haushoher Favorit über Adi Käser und seine eigenen Nerven, 1995 wurde der Briefträger aus Galgenen im Schlussgang des Eidgenössischen gegen Thomas Sutter auch Opfer eines falschen Kampfrichterentscheids. Dafür hat der Mann mit dem markanten Schnauz am Kilchberg-Schwinget und fünfmal auf dem Brünig gewonnen.

7

Willy Lardon (1916–1992)

Der Gigant aus dem Berner Jura sorgte nicht nur als Schwingerkönig von 1937 und 1943 für Furore. Lardon machte sich über die Landesgrenzen hinaus als Ringer einen grossen Namen. 1937 und 1943 gewann er als Freistilringer EM-Silber.

5

Matthias Sempach (39) und Christian Stucki (41)

Stucki ist neben Abderhalden der Einzige, welcher den «Sägemehl-Grand Slam» gewonnen hat. Sempach (König 2013, Kilchberg-Champion 14) hat zwar am Unspunnen den ganz grossen Wurf nicht geschafft, dafür weist der gebürtige Emmentaler im direkten Vergleich mit dem Berner Seeländer die bessere Bilanz auf: «Mättu» bodigte den «Chrigu» fünfmal, Stucki konnte Sempach nur dreimal bezwingen.

4

Ernst Schläpfer (70)

Der Onkel und Götti von Jörg Abderhalden hat den «Bauernsport» in der 80er-Jahren modernisiert. Als Agrarwissenschaftsstudent absolvierte er als erster Schwinger zwischen sieben und zehn Trainingseinheiten in der Woche. Schläpfer wurde 1980 und 1983 Schwingerkönig. 1984 triumphierte er am Kilchberger. Der Appenzeller hat es nach seiner sportlichen Laufbahn auch als Funktionär an die Spitze geschafft: zwischen 2008 und 2011 übernahm er die Rolle als ESV-Obmann.

3

Karl Meli (1938–2012)

Der Polizist aus Winterthur wurde 1961 und 1964 zum König gekrönt, 1966 wurde er vom damals 20-jährigen Ruedi Hunsperger vom Thron gestossen. Meli hat als erster Schwinger die magische Marke von 120 Kränzen überschritten und ist bis heute der einzige Böse mit neun eidgenössischen Kränzen.

2

Jörg Abderhalden (46)

Schwingtechnisch war der Toggenburger mit Hunsperger auf Augenhöhe. Und «Tschüge» war der erste Zwilchhosen-Gladiator, der neben dem ESAF auch am Kilchberger und am Unspunnen siegte. Aber der heutige «Samschtig-Jass» Schiedsrichter hat mit seiner unnahbaren Erscheinung in der Schwingergemeinde weniger Herzen erobert als der volksnahe Ruedi Hunsperger.

1

Ruedi Hunsperger (1946–2018)

Der Berner war neben Jörg Abderhalden der einzige «Böse», der die Krone dreimal gewinnen konnte (1966, 69 und 74). Sehr wahrscheinlich hätte er auch 1972 am Eidgenössischen in La Chaux-de-Fonds triumphiert, wenn kurz davor nicht sein Vater gestorben wäre. Hunsperger erklärte deshalb trotz sportlicher Topform Forfait und ebnete damit dem Berner Oberländer David Roschi den Weg zum Thron. Eine geschichtsträchtige Marke hat Hunsperger auch beim prestigeträchtigsten Berg-Kranzfest gesetzt: 1974 schwang der leidenschaftliche YB-Fan auf dem Brünig mit dem Maximum von 60 Punkten obenaus!

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