Darum gehts
- Werner Schlegel überzeugt am ESAF. Kritiker verstummen nach starker Leistung
- Schlegel trainiert jetzt im Ausland mit Wintersportlern in Liechtenstein
- Am Samstag erzielte er drei Siege in nur 41 Sekunden
Nach seinem gigantischen ESAF-Samstag wird Werner Schlegel mit Lob überschüttet. Dabei ist es noch nicht lang her, als sich der Toggenburger mit einigen kritischen Fragen konfrontiert sah. Nach seiner bisher besten Saison trennte sich Schlegel im vergangenen Herbst überraschend von Athletiktrainer Robin Städler. Dieser betreute jahrelang den dreifachen Schwingerkönig Jörg Abderhalden.
Dass sich Schlegel ausgerechnet ein Jahr vor dem ESAF zu diesem Schritt entschied, konnten viele nicht nachvollziehen. Einige bezeichneten es sogar als «dummer Schnellschuss». Da Schlegel am Jubiläumsfest mit Rang 12 deutlich hinter den Erwartungen blieb. Davor aber unter anderem am Schwarzsee und am Nordostschweizer Teilverbandsfest triumphierte.
Diskussionen um Sieg gegen Staudenmann
Mit seinem Auftritt am Samstag in Mollis GL hat Schlegel die Kritiker vorerst verstummen lassen. Der gelernte Zimmermann zeigte gleich mehrere hervorragende Kämpfe. Die Schlegel-Party begann mit einem riesigen Knall. Im ersten Gang wirbelte er den 1,98-Meter-Turm Pirmin Reichmuth durch die Luft. Nach wenigen Sekunden lag der Zuger auf dem Rücken.
Ähnlich schnell vorbei war das Zusammentreffen mit Lukas Bissig vor dem Mittag. Das grosse Talent aus der Innerschweiz blieb genauso chancenlos wie kurz darauf Eidgenosse Matthias Herger. Drei Kämpfe, drei Siege, 41 Sekunden. «Ich fühlte mich heute nicht so schlecht», sagte Schlegel danach gewohnt bescheiden.
Deutlich härter musste er arbeiten, um Königsfavorit Fabian Staudenmann auf den Rücken zu legen. Erst wenige Sekunden vor Schluss setzte er zum entscheidenden Wurf an. Der Platzkampfrichter gab das Resultat zuerst nicht. «Als es dann Tatsache war, hatte ich eine riesige Freude», so Schlegel. Im Berner Lager glauben einige auch nach Konsultation der Videobilder nicht, dass Staudenmann tatsächlich auf dem Rücken lag.
Im Training mit Wintersportler
Überglücklich ist auch der ehemalige Skiprofi Marco Büchel. Der TV-Experte ist Mitgründer des Rotor-Teams, in dem Schlegel neuerdings trainiert. Nach der Trennung von Städler wechselte Schlegel ins Ausland. Das Leistungszentrum befindet sich im liechtensteinischen Balzers. «Ich kam zum Schluss, dass ich neue Impulse brauche.»
Deshalb fährt er mehrmals wöchentlich nach Liechtenstein. Dort schwitzt er unter anderem mit Skirennfahrerin Simone Wild oder den Skicross-Cracks Marc Bischofberger und Talina Gantenbein. «Hier kann ich mich optimal weiterentwickeln.» Nebst den optimalen Trainingsbedingungen profitiert Schlegel von seinem sehr kulanten Arbeitgeber.
Der Spitzenschwinger hilft seinem Vater zu Hause auf dem Hof. Schlegel kann so viel trainieren, wie er möchte. Die flexiblen Arbeitszeiten und die neue Trainingsbasis als entscheidendes Puzzle-Stück zum Königstitel?
Grosser Druck auf seinen Schultern
Sein Betreuer Stefan Grünenfelder glaubt fest dran. Er erwartet am Sonntag einen erneut bärenstarken Schlegel. «Werner wirkt auf mich brutal ruhig. Das ist schon fast unheimlich», erklärt er noch sichtlich aufgewühlt. Schlegel bestätigt diesen Eindruck: «Ich war vor anderen Anlässen schon deutlich nervöser.»
Bleibt die Frage, ob er den ganzen Druck auch so locker wegsteckt. Denn ab sofort gilt im Königskampf: alle gegen Schlegel. Der Toggenburger ist der einzige Königsanwärter, der vier Siege auf dem Konto hat. Grünenfelder winkt ab: «Werner ist ein cooler Hund – keine Angst.»
Verletzung als Vorteil?
Dass aber auch er seine Nerven nicht immer im Griff hat, zeigte Schlegel am Innerschweizer Teilverbandsfest. Als Gast angereist, verlor er im ersten Gang gegen König Joel Wicki und kurz darauf gegen Noe van Messel. Nach einem Gestellten gegen Carlo von Rickenbach flog Schlegel aus den Kränzen. Und das, obwohl er bei seinem Comeback triumphal zurückgekehrt war – mit einem Sieg beim Nordostschweizer Fest.
Im Frühling hatte er sich einen Bänderschaden im Fussgelenk zugezogen. Was im ersten Moment ärgerlich war, könnte sich nun als Vorteil herausstellen. «Wenn du zu viele Feste machst, bist du ausgebrannt. Werner ist dank der Pause wieder so richtig ‹gigerig› nach Schwingen», erklärt Urs Bürgler.
Bürgler glaubt nicht an Orlik
Der dreifache NOS-Sieger glaubt, dass Schlegel den Königstitel nach 18 Jahren wieder in die Nordostschweiz holt. «Wenn er so stark schwingt, weiss ich nicht, wer ihn stoppen will. Zudem hat er noch eine schöne Reserve.» Dank dieser kann er sich im fünften Gang gegen Curdin Orlik am Sonntagmorgen theoretisch einen Gestellten leisten.
Ebenfalls noch mitten im Königsrennen ist sein Bruder Armon. Der mit drei Siegen und einem Gestellten ganz weit vorne liegt. Doch ganz überzeugen kann er Bürgler nicht: «Armon ist sehr explosiv, aber macht die Schwünge nicht immer fertig. Ich traue ihm den Titel zu, wenn er sich morgen noch steigern kann.» Orlik trainiert übrigens noch immer bei Städler. Am Sonntag wird sich zeigen, welches Athletikprogramm mehr Erfolg hat.
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