Darum gehts
Nach den Rücktritten von König Joel Wicki (28) und Pirmin Reichmuth (30) drängt sich eine Frage auf: Welche Schwinger aus der Innerschweiz schliessen diese gewaltige Lücke? Zu allem Übel fällt auch noch Kranzfestsieger Noe van Messel die ganze Saison aus. Blick sagt, wer nebst Marcel Bieri und Sven Schurtenberger zu einem Teamleader aufsteigen könnte.
Lukas Bissig (22)
Der Urner erkämpfte sich am ESAF in Mollis GL seinen ersten eidgenössischen Kranz. Auf dem Weg zu diesem Meilenstein bodigte Bissig unter anderem den Berner Eidgenossen Matthieu Burger. Der gelernte Fleischfachmann beendete das Fest auf Rang 5 und damit als bester Innerschweizer. Wie bereits ein Jahr zuvor am Jubiläumsfest. Bissig bringt perfekte Voraussetzungen für den Nationalsport mit, bei einer Grösse von gut 1,92 Metern und einem Gewicht von rund 118 Kilo.
Das Schwinger-Gen hat er von seinem Vater Stefan, der wie Lukas ein Kranzfest gewinnen konnte. Vor den Schwingfesten analysieren sie zu Hause jeweils den Gegner im ersten Gang. Ein fettes Ausrufezeichen setzte Bissig im vergangenen Jahr auf der Schwägalp, als er 150-Kilo-Brocken Domenic Schneider im Sägemehl vergrub.
Marc Lustenberger (22)
Für den Luzerner ging am 1. Juni 2025 ein Bubentraum in Erfüllung. Lustenberger triumphierte am Ob- und Nidwaldner Kantonalen und feierte damit seinen ersten Kranzfestsieg. Der Zimmermann krönte seine Saison mit dem Premieren-Kranz am ESAF. Sein grosses Potenzial deutete Lustenberger bereits während seiner Zeit als Jungschwinger an. Mehr als 40 Festsiege und über 120 Zweige sagen alles.
Danach bremsten ihn immer wieder Rückenprobleme aus, mittlerweile hat Lustenberger diese aber im Griff. Während der Vorbereitung auf die kommende Saison streikte sein Körper zwischenzeitlich erneut. Nach einem Zwick ins Knie erhielt er die Diagnose Muskelfaserriss. Das ist mittlerweile aber ausgeheilt und Lustenberger parat, um in die grossen Fussstapfen seines Vorbilds Joel Wicki zu treten.
Marco Reichmuth (28)
Nach dem Rücktritt seines Bruders Pirmin tritt Marco endgültig aus dessen Schatten. Wobei dieser Prozess bereits im vergangenen Sommer weit vorgeschritten war. Schliesslich gewann Reichmuth mit dem Zuger Kantonalen sein erstes Kranzfest. Und das nach einer langen Leidenszeit. Der gelernte Bauspengler litt an einem Burnout. Ihm fehlte am Morgen die Energie aufzustehen. Auch dank professioneller Energie fand Reichmuth zurück ins Leben.
Seither wählt er im Krafttraining bei Tommy Herzog einen unkonventionellen Ansatz. Reichmuth absolviert seine Einheit am Mittwochmorgen nun allein. Kein Vergleich mehr, kein Druck, mithalten zu müssen. Auf das Training mit den ganz schweren Gewichten verzichtet Reichmuth komplett. Das sei einfach nicht sein Ding. Der Neu-Eidgenosse geht konsequent seinen eigenen Weg – der sich bisher auszahlte.