Der im Emmental gross gewordene «Fridu» war die Schwinger-Antwort auf Hollands Fussball-Gott Johan Cruijff – trotz überragenden Fähigkeiten hat er nie einen ganz grossen Titel gewonnen, obwohl er dreimal an eidgenössischen Anlässen die Qualifikation für den Schlussgang geschafft hat. Neben seiner Niederlage im ESAF-Endkampf 1974 gegen seinen Berner Kumpel Ruedi Hunsperger stolperte Fritz Uhlmann auch in den finalen Gängen am Unspunnen 1962 (gegen Kurt Schild) und 1976 (gegen Ernest Schläfli).
Zeitzeugen behaupten bis heute, dass Uhlmann 1968 die besten Chancen auf den grossen Wurf am Unspunnen gehabt hätte. «Ich war in dieser Saison tatsächlich sehr gut in Form und habe unter anderem als Berner Gast mit sechs Eidgenossen auf dem Notenblatt das Innerschweizerische gewonnen», erzählte Uhlmann 2017 in einem Blick-Interview. Danach erklärte der grosse YB-Fan, warum er seine Teilnahme am prestigeträchtigen Kräftemessen in Interlaken dennoch abgesagt hat: «Kurz vor dem Unspunnen war mein Körper einfach leer. Ich habe gespürt, dass ich Ferien brauche. Und weil an diesem Sonntag auch noch YB gegen den FCZ gespielt hat, bin ich lieber zum Match nach Zürich als zum Schwingen nach Interlaken gefahren.
1977 hat der gelernte Metzger seine sportliche Laufbahn mit zehn Kranzfestsiegen und sechs eidgenössischen Kränzen beendet. Bis zu seiner Pensionierung hat er in der Berner Rathausgasse ein TV-Geschäft betrieben. «Ich habe meinen ersten Fernseher bei Fritz gekauft. Ab diesem Zeitpunkt hat sich zwischen uns eine sehr schöne Freundschaft entwickelt», erzählt der ehemalige YB-Meisterschütze Lars Lunde (61). Am Samstag ist Uhlmann in einem Berner Altersheim für immer eingeschlafen. Er erlag den Folgen einer Lungenentzündung. Seine Frau Theres sagt zu Blick: «Fünf Jahre nach dem Tod von unserer Tochter ist nun auch Fritz von mir gegangen. Ich bin unendlich traurig. Aber ich tröste mich mit der Tatsache, dass ich nun zwei leuchtende Sterne am Himmel habe.»